Jennifer Rostock – Worst Of

Jubiläumszeit im Hause Jennifer Rostock: seit nun mehr 10 Jahren macht die Band nun schon ihre Musik, irgendwo zwischen Rock und Pop. Immer wieder kommen sie dabei ins Gespräch und spalten die Gemüter, ob nun das Auftreten von Sängerin Jennifer Weist kritisiert oder über den „Wähl die AfD“-Song diskutiert wird. Zum Jubiläum haben sich die Musiker*innen etwas ganz Besonderes für ihre Fans einfallen lassen: ein neues Album! Nur ein Jahr nach dem Erscheinen des letzten Werks „Genau in diesem Ton“, das mit Songs wie „Hengstin“ große Erfolge landen konnte, kommt nun „Worst Of“. Dieser Titel beschreibt die Zusammenstellung der Lieder: gewählt wurden hier Songideen, die bei den letzten Alben wieder verworfen worden sind und nun für dieses besondere Album zu richtigen Liedern geschliffen wurden. Eins ist wohl schon nach den ersten beiden Singles „Alles Cool“ und „Haarspray“ klar: auch dieses Album wird die Gemüter spalten.

Bereits nach dem ersten Hören fällt, insbesondere im Vergleich zum Vorgänger, die Betonung des Aspekts „Pop“ auf. Bezüglich des Genre sticht hauptsächlich der sehr kurze Song „Wenn ich dein Gesicht seh, denk ich an meine Faust“ hervor. In diesem schreit sich Jennifer Weist mal wieder alles aus dem Leib, Fans fühlen sich wohl an „I Love You, But I’ve Chosen Dispo“ erinnert. Auch „Schockverliebt“ zeigt sich als rockigerer Song, der auch ein kurzes Gitarrensolo beinhaltet. Im krassen Kontrast stehen nun aber die anderen Songs, die sich hauptsächlich von wabernden Synthesizer-Beats tragen lassen. Natürlich sind Stilbrüche für Jennifer Rostock nichts Neues, schon immer waren die Grenzen zwischen Rock und Pop sehr verschwommen – siehe „Hengstin“!

Im Gegensatz zur üblichen Verteilung zwischen schnellen und ruhigen Songs, überwiegen auf diesem Album die Balladen. Dennoch wirkt die Mischung sehr ausgewogen und abwechlungsreich.  Zudem spürt man die Experimentierfreude der Band förmlich, denn so wie hier haben sie wohl noch nie geklungen: in „Polarmeer“ wird gar auf Autotune zurückgegriffen! Aber auch mit „Haarspray“ und „Alles Cool“ zeigten schon eine sehr poppige, tanzbare Version der Band. Im Gegensatz zu vielen anderen Bands dieses Genre sticht Jennifer Rostock auch auf diesem Album wieder durch die Texte hervor. Ob nun Misogynie in „Alles Cool“ angekreidet wird oder die zwanghafte Suche nach Strukturen in „Weltbilder“ thematisiert werden – typische Themen im Pop sind das wohl eher nicht. Natürlich wird dieses Album nicht bei jedem Fan super ankommen, schließlich weicht es doch schon vom „typischen“ Jennifer Rostock-Sound ab (wenn es den überhaupt gibt). Dennoch – man hört der Band an, wie viel Spaß sie bei der Produktion hatten und der steckt definitiv an!

Neben den neuen Songs sind auch gleich vier altbekannte als Bonus dabei – vor allem mit „Liebe Bild“ und „Wähl die AfD“ hatte die Band große Aufmerksamkeit bekommen, da sie sich erneut klar positionierten. Schon der letzte Song „Die guten alten Zeiten“ zeigt, dass das Album wohl ein Dankeschön und Resümee der letzten 10 Jahre sein soll. Vor allem für den Mut, immer Neues auszuprobieren, sollte diesem Album eine Chance gegeben werden. Wie gut die Songs dann live ankommen, wird man auf der kommenden „Best Of“-Tour sehen! Wir sagen alles Gute zum Jubiläum und hoffen, dass Jennifer Rostock auch weiterhin so kompromisslos bleiben!

Und so hört sich das an:

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Jennifer Rostock live 2018:

  • 30.03.2018 Posthof Großer Saal Linz
  • 05.04.2018 Saarlandhalle Saarbrücken
  • 06.04.2018 Schlachthof Wiesbaden
  • 07.04.2018 Zenith München
  • 12.04.2018 moya Kulturbühne Rostock
  • 13.04.2018 Swiss Life Hall Hannover
  • 14.04.2018 Maimarkt Club Mannheim
  • 19.04.2018 Emsland Arena Lingen
  • 20.04.2018 Mitsubishi Electric Halle Düsseldorf
  • 21.04.2018 Sporthalle Hamburg
  • 27.04.2018 Stadthalle Fürth
  • 28.04.2018 Gasometer Wien
  • 30.04.2018 Thüringen-Halle Erfurt
  • 04.05.2018 Alter Schlachthof Dresden
  • 05.05.2018 Haus Auensee Leipzig
  • 12.05.2018 Columbiahalle Berlin

Coverrechte liegen bei Sony Music.