Mando Diao

Interview mit Mando Diao über “All The People”!

(ENGLISH VERSION BELOW) 2020 – Die ganze Welt steht still, auch die Musikindustrie stockt an allen Ecken und Enden. Währenddessen veröffentlichen Mando Diao mal eben ein schwedisches Album und kurz darauf eine Überraschungs-EP. Im Gespräch mit der schwedischen Rockgröße erklärt sich dieses ambitionierte Auftreten der Band allen Umständen zum Trotz sehr schnell: Frontmann Björn Dixgård beruft sich vermehrt auf spirituelles Grunddenken, sein langjähriger Bandkollege und Bassist Carl-Johan Fogelklou ist zudem ein durchweg positiver Zeitgenosse. Ein Gespräch über Hippies, Natur, Weiterlesen

Creeper

Creeper – Sex, Death & the Infinite Void

Emo is not dead. Nicht nur mit der wahnwitzig großen Nachfrage nach den My-Chemical-Romance-Reunion-Konzerten kann man diese Aussage verifizieren, auch 2020 vertrauen viele frische Bands auf das unverkennbare Genre. Während die meisten dabei den alten Bruder Emo in lässigen Pop-Punk oder bedrückendem Shoegaze stopfen, gehen Creeper einen ganz eigenen Weg. Ein Blick auf Bandfotos, Artworks und Videos reicht, um den klaren Ursprung dieses Sextetts auszumachen: Der Emo von Creeper trägt die schwarz gefärbten Haare tief im Gesicht, schreckt weder vor … Weiterlesen

Cover von Frank Turners und NOFX Split-Album "West Coast Vs. Wessex"

NOFX & Frank Turner – West Coast Vs. Wessex

Aus Festival-Sommer werde Sommer der Live-Alben: Die warmen Monate des Jahres 2020 stehen für Musiker*innen und die hinter diesen stehende Industrie unter keinem guten Stern. Alle Festivals: Abgesagt. Viele Veröffentlichungen: Hinter den Kulissen verschoben. Das Resultat: Engpässe nicht nur bei den Musiker*innen selber, sondern auch bei deren (Live-)Crews, die den Tempel der Musik sonst wie eine stabile Säule tragen. Der Umgang der Künstler*innen selber mit dieser misslichen Lage fällt mindestens genauso vielfältig aus wie die vielen verschiedenen Jobs, die die … Weiterlesen

Mando Diao

Mando Diao – All The People

Straffes Programm im Hause Mando Diao: Erst am 12. Juni veröffentlichten die Schweden ihr zweites Album in schwedischer Sprache (“I solnedgången”), schon steht die zweite Überraschung für Fans an. Um die Corona bedingte Flaute möglichst unterhaltsam zu überbrücken, sendet das Quintett eine 5 Song starke EP in die Welt. Die Songs darauf entstanden größtenteils bei den Aufnahmen zum Vorjahres-Album “BANG”, dabei steht “All The People” jetzt irgendwo zwischen den Stühlen. Der pure Kern der glorreichen Anfangstage steckt nämlich genau so … Weiterlesen

Alanis Morissette – Jagged Little Pill (25th Anniversary Edition)

Du bist gerade 21 und veröffentlichst dein erstes internationales Alben. Das wird mit rund 25 Millionen verkauften Einheiten zu einem der elf erfolgreichsten Longplayern aller Zeiten. Und zwar weltweit. Du gewinnst nicht mal ein Jahr später als bis dato jüngste Frau den Grammy für das Album des Jahres, das beste Rockalbum, den besten Rocksong und die beste Rock-Gesangsleistung einer Frau. Einige Zeit später wird zu diesem Album und deinen restlichen besten Titeln ein Broadway-Musical geschrieben. Trifft das auf dich zu, … Weiterlesen

Trixsi

Interview mit Trixsi über “Frau Gott”

So klingt also das uneheliche Kind von Love A, Herrenmagazin, Findus und Jupiter Jones: Die Supergroup Trixsi vermählt auf dem Debüt “Frau Gott” luftigen 90er Indie mit pessimistischen Introspektiven und beißender Gesellschaftskritik. Im Gespräch mit Sänger Jörkk Mechenbier (Love A, Schreng, Schreng & La La) und Gitarrist Torben Leske (Herrenmagazin) ging es um die Auflösung von vermeintlichen Dichotomien: In Würde altern vs. Jungbrunnen, Aktivismus vs. Laissez-Faire, Hunde vs. Katzen, Helmut Kohl vs. Intersektionalität, Rap vs. Punk, Leichtigkeit vs. Leistungsdruck. Schnell Weiterlesen

Trixsi

Trixsi – Frau Gott

Fünf weiße Cis-Dudes aus etablierten Indie-Punk-Kreisen gründen eine neue Supergroup. Das sorgt bei den vielen Fans der involvierten Bands wie Herrenmagazin, Love A, Findus und Jupiter Jones durchaus für Vorfreude und Erwartungen, auf der anderen Seite klingen die rein demographischen Merkmale jetzt erstmal nicht nach der großen Offenbarung. Was die Truppe um Frontmann Jörkk Mechenbier aber von grundauf sympathisch und damit auch überzeugend macht, ist ihre allgegenwärtige Selbstironie. So schrammelt sich Trixsi im kurzen Closer “Iro City Express” durch eine … Weiterlesen

Cover des zweiten Pabst-Albums "Deuce Ex Machina".

Pabst – Deuce Ex Machina

Der Grunge-Sticker haftet Pabst an. Egal wann und wo über die Berliner Band gesprochen wird, immer fällt auch das Buzzword, dem Kurt Cobain und Co. Anfang der 90er-Jahre zu derartiger Popularität verhalfen. Mit „Deuce Ex Machina“ gehört diese simplifizierte und eingleisige Zuschreibung nun der Vergangenheit an. Waren die Bezüge des Indie-getränkten Sounds des Power-Trios auf dem Debüt „Chlorine“ noch verhältnismäßig einseitig, so widmet sich dieses auf seinem zweiten Studioalbum nun jeglicher populärer Spielart des Rock: Blues, Stoner, Indie – und … Weiterlesen

Interview mit Pabst über "Deuce Ex Maschina". Foto von Constantin Timm.

Interview mit Pabst über “Deuce Ex Machina”

Die Aufschrei der Medienlandschaft war groß. Als der amerikanische Analyse-Riese The Nielsen Company Anfang 2018 in seinem Jahres-Report feststellte, dass R&B- sowie Hip-Hop- in den vorausgegangen zwölf Monaten erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen in den USA mehr Aufmerksamkeit generiert hatten als Rock-Musik, waren sich Kultur-Journalist*innen einig: Rock is dead. Als zusätzliche Bekräftigung für diese plakative These sahen Medienvertreter*innen, dass die erfolgreichsten Rock-Songs dieses Zeitraumes nicht von klassischen Genrevertretern stammten: Imagine Dragons, Twenty One Pilots, Walk The Moon. … Weiterlesen

Das bärtige Noise-Rock-Duo aus dem hohen Norden meldet sich zwei Jahre nach dem Release von „Old Money/New Lows“ mit ihrem vierten Album „Lizard Lounge“ zurück. Die Songtitel sind nicht mehr ganz so provokant wie auf „Nique Everything“ von 2015 oder „The Sun’s Not Yellow, It’s Chicken, trotzdem haben sie sich eine gewisse makabre Note beibehalten. Musikalisch haben sie einen Schritt mehr in Richtung Hardcore Punk gewagt, wobei sie ihre brachiale Grundformel trotzdem beibehalten. Unverändert beeindrucken sie mit einem nahezu monströsen Klangbild und lassen erneut die Frage aufkommen, wie ein Duo rotziger, hemmungsloser und schlichtweg kolossaler klingen können, als manch sechsköpfige Band. Zwischen Nostalgie und Ekstase Auf „Lizard Lounge“ spielen Barren Womb sich durch ein Dickicht aus noisigen Gitarren-Klängen, Post-Hardcore-Anleihen der späten 90er bis frühen 2000er Jahre und sludgigen Interluden. Oft erinnern die Songs an Refused, kommen trotz energischer Momente jedoch nicht so aggressiv daher. Bei ihnen steht die Spielfreude im Vordergrund.Gelegentlich unternimmt die ohnehin experimentierfreudige Gruppe überraschende Ausflüge: „Crop Circle Jerk“ startet mit einer befremdlichen Mischung aus schleppenden Schlagzeug-Klängen und einer gegen den Beat spielenden Gitarre, bevor das Stück seine Fühler in die Richtung des frühen Metalcores ausstreckt. In „Hydroponic Youth“ und „Molten Pig“ schlagen Barren Womb einen beeindruckenden Spagat zwischen geballter Hardcore-Energie der letzten zwei Dekaden und einer 90s-Alternative-Atmosphäre. Titel wie „Cemetery Slopestyle“, „Karma As A Tour Manager“, „You Do The Meth” und vor allem „Be Kind, Have Fun And Try Not To Die“ zeugen von ihrem unverändert makabren Humor. Wo sie lyrisch so gleichgeblieben sind, hat sich an den Instrumenten das ein oder andere getan: die auf den Vorgänger-Alben zu hörenden Indie-, Emo- und Country-Elemente sind komplett aus ihrem Sound verschwunden. Nach wie vor lässt sich das Duo in keine Schublade stecken. „Lizard Lounge“ ist unkonventionell und zeigt Barren Womb von einer ungewohnt energischen Seite. Was Bokassa und Blood Command vergebens versucht haben, meistern Barren Womb auf ihrem jüngsten Album.

Barren Womb – Lizard Lounge

Das bärtige Noise-Rock-Duo aus dem hohen Norden meldet sich zwei Jahre nach dem Release von „Old Money/New Lows“ mit ihrem vierten Album „Lizard Lounge“ zurück. Die Songtitel erinnern an das provokante „Nique Everything“ von 2015 oder das kuriose „The Sun’s Not Yellow, It’s Chicken”. Unverkennbar haben sie sich ihre markbare Note beibehalten. Musikalisch haben sie einen Schritt mehr in Richtung Hardcore Punk gewagt, wobei sie ihre brachiale Grundformel trotzdem beibehalten. Unverändert beeindrucken sie mit einem nahezu monströsen Klangbild. Erneut lassen … Weiterlesen