Interview mit Montreal über ihre Bandgeschichte

Montreal Interview 2021

Nach 17 Jahren ist Zeit für eine Bestandsaufnahme von Montreal. Deshalb haben wir uns mit Bassist und Sänger Hirsch von Montreal über ihre Bandgeschichte und die Möglichkeiten, die man aktuell als Musiker während der Pandemie hat, unterhalten.

minutenmusik: Ihr habt vor wenigen Tagen eure neue Single „Zum Glück nicht relevant“ rausgebracht. Kannst du ein bisschen darüber erzählen, wie der Song entstanden ist.

Hirsch: Wir haben uns im Dezember 2020, als wir für ein Weihnachts-Streaming-Konzert geprobt haben, überlegt wann wir wieder anfangen Lieder zu schreiben und wie es weiter geht. Als es klar war, dass es wir noch sehr lange keine Konzerte geben werden, haben wir uns verabredet, dass wir ab Anfang 2021 wieder Lieder schreiben, aufnehmen und einfach gucken, was man da machen kann. Diesen Plan folgend habe ich tatsächlich direkt am 2. Januar diesen Text geschrieben, indem das erste Pandemie Jahr, was den Kulturbereich angeht, aufgearbeitet wird und was für absurde Konstrukte hier aus der Not heraus entstanden. Wir haben auch Autokinokonzerte und Streamingkonzerte gespielt und haben eine EP rausgebracht, wo wir befreundete Bands gecovert haben. Andere Leute haben Solo-Platten oder Liveplatten noch und nöcher rausgebracht. Jeder hat zugesehen, was er noch machen kann und was irgendwie noch geht. Aus Düsseldorf, gut da wurde ein Gin rausgebracht – jeder so gut wie er kann. Oder Campino, der er endlich ein Buch über Fußball geschrieben hat, das hat wahrscheinlich auch jahrelang unter den Fingern gebrannt. Das ist ein Jahr gewesen, wo man all diese Sachen gut machen konnte. Ich habe ein bisschen Angst vor dem zweiten Jahr, weil es definitiv nicht vor 2022 weitergehen wird. Jetzt hat jeder seine Pfeile verschossen und ich bin gespannt was jetzt passiert. Auch bei uns ist jetzt ein bisschen die Angst da, weil man nicht in diesem Loch eine richtige Platte rausbringen will. Das haben ein paar Bands gemacht, aber das funktioniert nicht wirklich gut. Es ist sehr viel Zeit, Geld und Arbeit, was man darein steckt und am Ende funktioniert es jetzt nicht so gut, wie es unter normalen Bedingungen funktioniert. Deshalb glaube ich, dass viele die im Lied besungenen Alternativ- und Coronakonzepte fahren werden.

minutenmusik: Der neue Song heißt ja auch „Zum Glück nicht relevant“ und im letzten Jahr haben glaube ich viele gemerkt, dass Musik und Kultur zwar klassischerweise nicht systemrelevant sind, aber es fehlt einem trotzdem einiges. Habt ihr auch Dinge bemerkt, die sich für euch verändert haben?

Hirsch: Für uns selber nicht, weil es für uns ist das seit 20 Jahren der größte Teil in unserem Leben und nimmt auch am meisten Zeit und Energie ein. Für uns ist es jetzt schon klar, dass das so bleibt und das ist jetzt eine Phase, die es zu überbrücken gilt. Wir hatten kein „ach ist ja doch gar nicht so geil, lass mal lieber mehr Sport machen“. Das ist nicht die Erkenntnis der Stunde gewesen. Aber diese unterschiedlichen Wahrnehmungen spüren wir in unserem Freundes- und Bekanntenkreis, der sich sehr in diesem kulturellen Sektor befindet und wo alle am Gucken und am Machen sind. Die Einschätzung und Wahrnehmung von außen ist aber total vernichtend, wie mit dem Kultursektor umgegangen wird. Da wird mit Glück am Leben erhalten, wenn nicht am langen Arm verkümmern gelassen. Die Wahrnehmung von der Mehrheit scheint nicht zu sein, dass es total wichtig ist. Und damit wird im Lied auch gespielt. Na klar ist es nicht so wichtig wie Krankenschwestern, es ist aber auch nichts, was man einfach wegstreichen könnte. Ich glaube dann wären wir ruckzuck in einer sehr gewaltvollen, schlimmen Welt. Kultur und alle Formen der Künste machen den Menschen am Ende des Tages zu dem, was er dann ist. Ohne das sind wir auch nur Tiere, die sich um Fortpflanzung und Ernährung kümmern. Das macht eben sehr viel aus vom Menschen. Da bin ich sehr überzeugt von.

minutenmusik: Ihr wart mit “ Stockholm Syndrom” auch auf dem Sampler von Merchcowboy als Hilfe für die Veranstaltungsbranchhe vertreten. Hast du das Gefühl, dass dieser Szenen interne Halt etwas über die Zeit hinweghilft oder überwiegt der Frust doch?

Hirsch: Ne, aber das liegt glaube ich auch an dem Typ Mensch, der sich entscheidet in den kulturellen Sektor oder in den Musikbereich zu gehen. Die meisten Menschen, die darein gehen wissen, dass sie hiermit nicht reich werden, sondern machen das aus Überzeugung. Man nimmt in Kauf, dass man damit A: sehr wahrscheinlich nicht reich wird und B: sehr viel Zeit darin verschwendet. Das ist auch jemand, der sehr anpassungsfähig ist. Jemand der sich mit 20 für einen Werdegang in der Behörde entscheidet, dem würde diese Krise viel mehr zusetzen als jemandem im Kultursektor. Man ist immer darauf angewiesen sich an ändernde Verhältnisse anzupassen und über die Runden zu kommen. Deshalb beobachte ich bei uns im Umfeld keine Verzweiflung, sondern im Gegenteil sehen alle zu, dass sie das so gut wie möglich über die Runden kriegen. Sie machen irgendwelche Jobs nebenbei oder sind dann auch in HartzIV, was das das einzige Hilfsprogramm am Ende des Tages ist, was es dann gab. Aber sie sind überhaupt nicht verzweifelt oder bitter in irgendeiner Form. Klar wünscht man sich das jetzt, dass es mit dem Impfen vorangeht. In Berlin ist das Impfen ja schon frei gegeben mit AstraZeneca für alle die wollen und da haben sich alle gemeldet und hoffen und wissen, wenn es irgendwann wieder los geht, dann nur mit durchgeimpfter Bevölkerung.

Und auch der Sampler den du angesprochen hast, den wir zusammen mit Carsten von Merchcowboy ins Leben gerufen haben, da haben wir in Windeseile alle Bands und alle Labels gekriegt. Man merkt das auch mit dem Club 100 in Bremen. Es gibt für den Sommer diverse Festivalformate oder Streamingformate. Die Branche ist da immer noch sehr erfinderisch und hat den Kopf noch nicht in den Sand gesteckt und wird das auch weitermachen. Und die Möglichkeit jetzt einfach aufzuhören gibt es gar nicht, was soll man denn sonst machen.

minutenmusik: Um ein bisschen von dem ewigen Corona-Thema wegzukommen: Ihr bringt demnächst euer nächstes Album „Bestandsaufnahme“ raus, mit welchem ihr auf 17 Jahre Bandgeschichte zurückblickt. Und für die Songauswahl lasst ihr die Fans abstimmen, welche Songs mit auf das Album kommen sollen. Wieso wolltet ihr das nicht selber entscheiden?

Hirsch: Wir haben uns überlegt– da sind wir dann noch mal wieder beim Thema, aber das bestimmt auch einfach wie gesagt das gesamte Schaffen gerade – wir haben uns überlegt, was wir nächstes Jahr machen. Dann haben wir Anfang des Jahres drei Lieder geschrieben und aufgenommen und wollten die jetzt aber nicht noch 1.5 Jahre liegen lassen. Gerade „Zum Glück nicht relevant“ muss natürlich sofort raus. Das kannst du hoffentlich nicht nächstes Jahr rausbringen und dann haben wir überlegt mit 3 Liedern eine EP zu machen. Es wurde uns schon mehrfach angetragen und vorgeschlagen ein Best Of zu machen, weil wir ja selber das Label sind und alle Rechte haben an den sieben Alben, die wir rausgebracht haben.  Da kann man schon einmal eine Werkschau machen. Im zweiten Pandemiejahr ist es natürliche eine ideale Situation das zu machen und wenn man das dann mit 3 neuen Liedern mischt, ist da eine ganz charmante Sache. Zumal wir dieses Voting dabei haben. Wir selbst hätten nicht einfach die Singles aus den letzten Jahren raufgeklatscht oder unsere Favoriten, sondern wir finden es spannend zu gucken, was das Publikum am Ende darauf wählt. Wir haben stand gerade eben schon 2300 Einsendungen. Also jeder hat seine TOP 15 eingesendet und daraus ergibt sich dann eine gesamt TOP 15. Klar hatten wir hatten die Befürchtung, wenn nur 10 Leute mitmachen, dass da Quatsch bei rauskommt, aber je größer die Anzahl der Leute ist, umso mehr ist von einer gewissen Schwarmintelligenz zu sprechen. Deshalb hatten wir keine Angst, dass da Lieder draufkommen, die wir komplett blöd finden. Wir haben aber auch noch nie Lieder rausgebracht, die wir richtig blöd finden. Klar gibt es Lieder, die man besser oder schlechter findet und jeder hat seine Favoriten, aber es war nicht wahrscheinlich, dass da eine komplette TOP 15 des Grauens rauskommt.  Das Risiko sind wir gerne eingegangen.

minutenmusik: Ich bin gespannt, was dabei rauskommt!

Hirsch: Am 30.04, also Freitag, machen wir das Ding zu. Das ist doppelt interessant ist in diesem Fall, da wir am 26. Mai ein Streamingkonzert im Club 100 geben, wo wir dann rückwärts diese TOP 15 vorstellen werden. Die Leute erfahren dann, wenn sie zugucken, welche Lieder es geschafft haben und auf das Album kommen.

minutenmusik: Habt ihr denn Befürchtungen, dass bei dieser Abstimmung kompletter Quatsch rauskommt und gibt es Songs, die für dich auf keinen Fall fehlen sollten?

Hirsch: Ne das ist mir recht egal, weil ich mit allen gut leben kann. Es war ja schon die Aufgabenstellung für die Damen und Herren, die ihre Liste einreichen, dass sie eine TOP 15 so zusammenstellen, wie sie diese einen Freund vorspielen würden oder als Mixtape, um die Band vorzustellen und schmackhaft zu machen. Also nicht gleich die schlimmsten Lieder drauf packen, die man nie wieder hören will. Wir haben natürlich ein bisschen Interesse daran gehabt, dass die gut laufenden Lieder auch mit draufkommen, aber erwartungsgemäß sind die Lieder, die am besten funktioniert haben und auch live am besten funktioniert haben, schon sicher dabei.

minutenmusik: Ihr habe in euere Bandgeschichte ja schon sehr viele Konzerte und Festivals gespielt. Gibt es da bestimmte Highlights oder auch Tiefpunkte, die euch besonders in Erinnerung geblieben sind?

Hirsch: Highlights gibt es definitiv einige. Womit eigentlich alles losging, waren die 1-2 Jahre mit der Bloodhound Gang in 2006-2007. Die sind mehrfach in Europa gewesen und wir haben da mitgespielt. Da haben wir sehr viel gelernt und auch vor größerem Publikum sehr viel Bühnenerfahrung gesammelt. Früher haben wir nur vor 50 Leuten gespielt und nur auf einem Festival mal vor 200. Und da standen wir jeden Abend vor 3000-5000 Leuten. Das muss man als Band erst einmal hinkriegen und lernen. Diese Angst und dieser Respekt davor. Das haben wir gelernt und das waren unvergessliche Abenteuer mit der Bloodhound Gang durch Europa zu touren. Dann kam irgendwann auch die Festivals wie das Hurricane, Open Flair oder Southside und das sind auch jedes Mal wieder Highlights die zu spielen. Oder die Clubkonzerte bei uns selber. Für den 15 Jahre Bandgeburtstag haben wir mit der Sondaschule zusammen in der großen Freiheit in Hamburg gespielt. Auch wenn der Club politisch aktuell natürlich auf Abwegen und nicht mehr bespielbar ist, ist das der Club in dem wir in unserer Jugend all unsere Konzerte gesehen haben. Das sind schon so Highlights.  Und Tiefpunkte? Wir haben uns von unserem Manager und damals Labelchef sehr viel Humbug einreden lassen, was wir jetzt nicht mehr machen würden. Auch irgendwelche Supportgeschichten, die ziemlich weit weg und super stressig waren, da haben wir schon ziemlich von ihm initiierten Raubbau an uns selber und unsere Energie betrieben. Da wurde nicht richtig abgewogen und deshalb haben wir uns auch irgendwann getrennt. Das war auch eine sehr gute Entscheidung, die wir als Band gemacht haben.

minutenmusik: Das letzte Mal, dass ich euch live gesehen haben war auf dem Bithday Slam der Donots zu deren 25-jährigen Bandjubiläum. Wie müsste für euch denn die perfekte Feier für euer Bandjubiläum aussehen?

Hirsch: Die Messlatte liegt bei den Donots schon sehr hoch. Wir haben das bei unserem 15-jährigen in klein in der Freiheit gemacht, also am Ende des Tages befreundete Bands spielen. Die Donots haben in Ibbenbüren ein unfassbares Festival auf die Beine gestellt. Wer war denn da? Sondaschule, wir, die Donots und noch eine lokale Band. Als Besucher oder Außenstehender ist das nicht so begreifbar, was für ein unfassbarer Aufwand, Planung und Geld darin steckt. Da haben wir schon Respekt vor. Und auch die Tour dazu, wo sie zum Beispiel in der Columbiahalle und zweimal in Wiesbaden im Schlachthof gespielt haben. Wir gucken da schon und sind im regen Austausch. Mit dem Gitarristen Alex, der bei denen die Geschäfte und das Management macht, was ich bei uns auch mache, bin ich im sehr engen Austausch und wir lernen von den Donots, weil die Donots sehr viel richtig gemacht haben und auch, wenn sie etwas falsch gemacht haben, haben sie es sehr gut und transparent aufgearbeitet. Sie sagen einem auch die Fehler und was man lassen sollte. Aber ein Festival in irgendeiner Form wäre natürlich gut, aber erst mal haben wir in 3 Jahren 20-jähriges.

minutenmusik: Im letzten Jahr habt ihr eure Cover-EP „Mit Fremden Federn“ herausgebracht, auf der ihr Bands covert, die sich bereits aufgelöst haben. Wie seid ihr auf die Idee für diese EP gekommen?

Hirsch: Die Idee hatten wir tatsächlich schon vor der Pandemie. Wir haben die Idee schon so 2 Jahre rumgeschleppt eine EP zu machen, wo wir Lieder von befreundeten Bands, die sich aber schon aufgelöst hatten, covern. Das sind meistens Bands, mit denen wir vor 10 Jahren relativ viel getourt sind oder viel Kontakt hatten. Wenn man mit einer Band öfters Konzerte spielt, hat jeder sein Favoritenlied gehabt und es ist einfach schade, dass das Lied weg ist, wenn diese Band nicht mehr aktiv ist.  Da war die Idee diese Lieder zu vertonen. Zum Teil sind diese Lieder nicht einmal veröffentlicht gewesen. Von Berger zum Beispiel Episoden, hat er nie veröffentlicht. Die so einem gewissen Publikum zeigen zu können, das hatten wir eigentlich für den Herbst 2020 geplant, wäre die Pandemie nicht gekommen. Durch die Pandemie haben wir es schon im Mai 2020 gemacht und die Liedauswahl stand recht schnell. Zumindest die Bandauswahl stand fest, dann konnten wir uns bei zwei Bands aber nicht entscheiden. Bei The Ones und bei Benzin haben wir dann jeweils zwei Lieder aufgenommen. Die fanden wir dann alle so gut, dass wir gesagt haben, dass sechs Lieder auf eine EP passen, dann lass die sechs aufnehmen. Wir haben ja die Zeit. Das hat sehr viel Spaß gemacht und uns natürlich gefreut, dass die alten bands auch nochmal etwas GEMA abbekommen. Und die haben sich natürlich auch gefreut, dass sie teilweise Jahre später so wieder veröffentlicht wurden.

minutenmusik: Wenn man die EP hört, klingt es sofort nach dem typischen Montreal-Sound. Insbesondere wenn man die Original-Version nicht kennt, merkt man es nicht direkt, dass es keine Montreal Songs sind. Seid ihr mit der Idee an die EP gegangen, dass es nach Montreal klingen soll, oder ist das einfach so entstanden?

Hirsch: Das ist die Art Musik zu machen, die uns am meisten liegt und die natürlich aus uns rauskommt. Wir haben nicht versucht besonders avantgardistische oder experimentelle Versionen daraus zu machen. Stattdessen war es die Überlegung wie wir das, wenn das unser Lied wäre, aufnehmen und rausbringen würden. Da kommt eben das dabei raus. Das interessante ist, dass es doch anders geschrieben ist, jeder schreibt und textet eben anders, und da kommen eben andere Sachen raus. Da kommen eben diese Mischungen raus, wenn man teilweise 10 Jahre alte Lieder und von anderen geschrieben hat und wir dann unseren Senf dazu geben. Das war, abgesehen davon diesen Liedern ein Forum zu bieten, der Reiz für uns an der Sache. Und es hat auch sehr viel Spaß gemacht zu hören was passiert, wenn wir Lieder von anderen Leuten bearbeiten.

minutenmusik: Ihr habt im letzten Jahr auch einige Streamingkonzerte gespielt. Wie war das Gefühl für euch solche Konzerte ohne Publikum zu spielen?

Hirsch: Streamingkonzerte sind denkbar weit weg von normalen Konzerten, weil da keine Leute rumstehen uns es ist gespenstisch still im Saal. Das erste war zudem am 21. März 2020, das war noch zwei Tage bevor der Lockdown los ging. Das war total unsicher und keiner wusste, was man jetzt noch machen darf. Da war man noch nicht so drin in dem Ganzen. Da war danach sound was machen wir noch? ach Kneipen haben ja zu. Jetzt hat man sich ja gut eingerichtet und findet sich zurecht in der Pandemielage. Die Autokinokonzerte waren näher dran. Es wurde teilweise aus dem Auto gewunken und in Oberhausen durften sie zum Beispiel auch neben den Autos stehen. Das war schon OK, besonders für uns als Band und die Reisegruppe, die mit uns unterwegs war. Man ist mal wieder in den Bus gestiegen und in eine andere Stadt gefahren. Das was man sonst als gegeben genommen hat, dass man 100-150 Konzerte im Jahr an irgendwelchen Orten spielt, Leute trifft und weggehen kann, das ist auf einmal weg. Das ist ja ein großer Teil von unserem Leben. Auch unser Freundeskreis ist über das ganze Land verteilt. Dass man die auf einmal nicht mehr sehen kann, war hart. Und jetzt auf einmal wieder losfahren zu können und andere Leute zu treffen war sehr gut. Klar darf man das nicht mit einem Festivalauftritt oder der Energie, die man sonst bei einem Konzert hat vergleichen, aber eben Welten besser als nichts zu spielen. Und das hat uns die Energie gegeben das zu machen. Und das Wissen, dass alle die für uns da arbeiten auch wieder Geld verdienen, das war auch gut. Das man endlich wieder etwas im Kalender hat, wo man sich drauf freuen kann. Deshalb werden wir das auch dieses Jahr, sobald sich irgendwas ergibt, auf jeden Fall machen.

minutenmusik: Und als letzte Frage: auf was freut ihr euch, wenn es dann denn wieder los geht?

Hirsch: Man ist vorsichtig mit der Vorfreude geworden. Ich erwische mich dabei, weil Sachen wie die indische Mutante jederzeit vorbeikommen kann und jegliche Impffortschritte wieder zunichtemachen können. Das ist noch längst nicht ausgestanden und ich bin mir sehr sicher, dass nichts mehr in der Form wie wir es kennen stattfinden wird. Mit Glück Anfang nächsten Jahres. Klar wird es jetzt immer irgendwelche Covid-Stuhlreihen-OpenAir Geschichten geben, aber ein Konzert mit 1000 Leuten in einem engen Club, davon sind wir glaube ich noch sehr weit entfernt. So wie wir durchs letzte Jahr gekommen sind, so wollen wir auch weiter machen. Wir gucken mal was möglich ist und alles was möglich ist das machen wir. Das ist aber alles, abgesehen von den Streamingkonzerten, die meistens einfach so durchgehen, nur sehr kurzfristig planbar. Aber alles was mit Publikum zu tun hat ist nicht absehbar. Da lassen wir die Lage auf uns zukommen und reagieren dann so gut und schnell es geht.

minutenmusik: Danke für das Interview!

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