Children of Bodom, Debaser Stockholm, 4.4.2017

Stockholm_Debaser_Children-of-Bodom_Credit-Max-Keller

Wieder einmal im Debaser ging es diesmal nicht um Pop-Musik wie zuletzt, sondern um Musik der härteren Gangart.
Habe ich Children of Bodom das erste und bis vorgestern (4.4.17) letzte Mal noch vor einer riesigen Menschenmenge im beschaulichen Dorf Wacken live gesehen, so tat sich im Debaser Stockholm diesmal schon eine nahezu wohlige Wohnzimmer-Atmosphäre auf. Eine Atmosphäre zum gepflegten Anschreien, wohlgemerkt. Von den Vorbands schön aufgewärmt, war der Konzertsaal mit einer angenehmen Anzahl Menschen gefüllt, als Children of Bodom, die Hauptdarsteller des Abends, zum Klang etlicher Bodom-Rufe auf die Bühne traten.

Wie auf Metal-Konzerten üblich wurde sodann fleißig mit dem Kopf gewackelt und gepogt. Besonders die behaarteren Headbanger brachten erstaunliche Luftzüge zustande! Die Melodic-Death-Metaller um Frontmann Alexi Laiho bespaßten das Publikum mit einer ausgesuchten Setlist, die man – ein wenig aus dem Fenster gelehnt – auch Best Of nennen könnte. Es handelt sich immerhin um die 20-Jahre-Jubiläums-Tour von Children of Bodom. In zwanzig Jahren Children of Bodom sind die Bandmitglieder auch sichtlich gealtert, was aber die musikalische Leistung auf der Bühne eher steigerte als schmälerte. Ein Klassiker jagte jedenfalls den nächsten, und die Fans kamen aus dem Mitsingen gar nicht mehr raus. Mit seiner typischen Art präsentierte Alexi Laiho auch gern seine Gitarrensoli mit einem Bein auf dem Monitor abgestellt. Alle Songs wurden derart sicher präsentiert, wie es sich für eine professionelle Band nach 20 Jahren auch gehört. Weil sonst immer nur Lobeshymnen auf die Fingerfertigkeiten von Alexi gesungen werden, möchte ich auch dem Schlagzeuger Jaska Raatikainen, dessen Taktgefühl und Koordination kein Halten kennen, huldigen. Aber ehrlich gesagt haben alle Musiker eine tolle Leistung gebracht.

Etwas erstaunlich fand ich, dass herumspritzendes Wasser aus einer Flasche kurz (nicht hörbare) Technikprobleme verursachte. Es sieht nämlich ganz danach aus, dass diese Tour als Live-Album veröffentlicht wird. Schade also, dass beim Gig in Stockholm zumindest bei einem Lied die Aufnahme unterbrochen wurde. Weil das keiner merkte, tat es der Stimmung aber keinen Abbruch und spätestens mit Lake Bodom wurden die im Publikum ohnehin schon wenigen sichtbaren Smartphones (verglichen mit anderen Konzerten) noch weniger für Erinnerungserstellung genutzt. Stattdessen hatte Children of Bodom die im Debaser versammelte Mannschaft vollends in der Hand. Fäuste und händische Mistgabeln wurden in die Höhe gereckt, ansonsten fleißig gepogt und Bier getrunken und überhaupt Musik genossen, die nicht allen Leuten zusagt. Nach knapp 80 Minuten machten Children of Bodom Schluss, bedankten sich artig und entließen ein glückliches Publikum in die Kühle der Nacht.

Wer nach dem Haar in der Suppe suchen möchte, würde sich ein wenig mehr Bühnenshow und Publikumskontakt wünschen. Hier sollte auch nicht vergessen werden, dass der Gig in Stockholm das Abschlusskonzert einer langen Tour war. Wem Alexis Gitarrensoli als Show reichen oder wer wie ich in Erinnerungen schwelgen und hin und wieder zurückschreien wollte, der wurde in keinster Weise enttäuscht. Ein tolles Konzert! Besonders herausragend fand ich Lake Bodom, Deadnight Warrior, Angels don’t kill und Children of Decadence.

So klingt das:

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Foto: Max Keller

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