Clare Bowen, Die Kantine Köln, 03.05.2018

Bekannt aus der TV-Serie „Nashville“ veröffentlichte die australische Sängerin Clare Bowen erst kürzlich ihr erstes Solo-Album. Mit ihren eigenen Songs im Gepäck spielte sie sogleich auch ihre erste Headline-Tour und machte dabei am 03.05.2018 Halt in der Kantine in Köln.

Das Konzert war bereits seit mehreren Wochen restlos ausverkauft, denn eine Solo-Tour war das, worauf die Fans der beliebten aber abgesetzten Musik-Serie schon lange gewartet hatten.

Den Auftakt des Abends machten aber zunächst Mrs. Greenbird als Supportband. Uns waren die Kölner Musiker bislang nur als Casting-Show-Gewinner ein Begriff, doch die gefühlvolle Musik, die das Duo spielte, zog uns an diesem Abend faszinierend in seinen Bann. Die leichte Mischung aus Pop und Folk, kombiniert mit emotionalen Texten und einer sympathischen Ausstrahlung sorgten dafür, dass Mrs. Greenbird uns von nun an wohl nicht mehr nur als Casting-Produkt, sondern vor allem als ernstzunehmende Ausnahme-Musiker in Erinnerung bleiben. Einziger negativer Aspekt: nach dem Gig des verliebten Duos fühlten wir uns leider wie ziemlich einsame und äußerst traurige Singles. Naja.

Das Gefühl des traurigen Single-Daseins blieb uns leider auch erhalten, als Clare Bowen schließlich die Bühne betrat, denn ihr Ehemann Brandon Robert Young war als Gitarrist Teil ihrer Band und unterstützte die 31-Jährige nicht nur musikalisch, sondern auch immer wieder mit emotionalem Beistand. Immer wieder warfen die Beiden sich verliebte Blicke zu, schraubten sich gegenseitig ihre Wasserflaschen auf oder agierten anderweitig liebevoll miteinander.

Doch bei Clares Konzert handelte es sich in keiner Weise nur um eine öffentliche Inszenierung ihrer Ehe – ein Großteil ihres Sets bestand an diesem Abend nämlich aus Songs der beliebten Country-Serie und begeisterte gerade dadurch die Herzen der zahlreich erschienenen Nashville-Fans. Interessant dabei war, dass Clare Bowen nicht nur Tracks ihrer Serien-Rolle Scarlett zum Besten gab, sondern auch die Songs, die eigentlich einige andere Serien-Charaktere gesungen hatten.

Doch natürlich kam auch ihre eigene Musik nicht zu kurz und die meisten Songs des selbst betitelten Solo-Albums fanden Platz in der bunt gemischten Setliste. In ausführlichen Ansagen erzählte Clare dabei immer wieder die ein oder andere Entstehungsgeschichte der Lieder und gab damit einige überraschend intime Einblicke in ihr Privatleben. Der Song “Doors & Corridors” beschäftige sich beispielsweise mit ihrer Kindheit, die Clare aufgrund einer schweren Erkrankung lange Zeit im Krankenhaus verbringen musste. “Aves’ Song” wiederum erzählt die Geschichte einer ihrer besten Freundinnen – Ave – eine absolute Frohnatur, die jedoch vor ein paar Jahren von ihrem Freund emotional so sehr zerstört wurde, dass Clare sie nach einem Selbstmordversuch fast leblos in ihrer Wohnung auffand. Wow.

Gerade durch das Einbeziehen der Hintergründe einzelner Songs, schaffte Clare Bowen es, den Zuschauern ihre Solo-Stücke näher zu bringen. Einziges Manko: oft wirkte Clares Art ein bisschen unecht. War ihr zu Tränen gerührtes Lächeln wirklich echt oder schimmerten hier ihre Künste als Schauspielerin durch? In ihrer aber wohl authentischen niedlich-süßen Hippie-Art tänzelte Clare den gesamten Abend lang über die Bühne, interagierte mit ihren Bandkollegen, ließ ihren Ehemann ein Solo-Stück zum Besten geben und bescherte den Zuschauern alles in einem einen unvergesslichen Abend.

Und so hört sich das an:

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https://www.youtube.com/watch?v=146DT8ShGHY&

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