Placebo, Lanxess Arena Köln, 02.11.2016

20 Jahre nach Veröffentlichung ihres gleichnamigen Debütalbums befinden sich Placebo auf einer ausgedehnten Europatournee. Gefeiert wird das Jubiläum mit einer ansehnlichen Setlist, welche die gesamte Karriere der Band abdeckt. Songs aus allen sieben Studioalben, auch solche, die schon lange nicht mehr gespielt wurden, finden sich im aktuellen Programm wieder. Dafür lassen sich Placebo ausreichend Zeit und überschreiten die Zwei-Stunden-Marke deutlich.

Die Kölner Lanxess Arena hatten Placebo zuletzt im November 2013 besucht. Damals, auf der Tour zum Album „Loud Like Love“, sprach Brian Molko kaum ein Wort mit dem Publikum. Nun, zum Jubiläum, erschien der Sänger wie ausgewechselt. Wieder und wieder suchte er den Kontakt zu den Fans, hielt ausführliche Ansprachen und zeigte, dass er bei bester Laune war. Manchmal wirkte er schon etwas aufgedreht und seine euphorischen Ansagen leicht übertrieben. Als er sich sogar mit seiner Gitarre auf dem Boden wälzte, war klar, dass der Abend für ihn einfach eine riesige Party war. Doch das Konzert war keinesfalls einseitig und nur von Stimmungsliedern geprägt, sondern hatte einen langen Spannungsbogen.

A Place For Us To Dream, Placebo

Einen ihrer größten Hits, „Every You Every Me“, ließ die Band als Musikvideo vom Band ablaufen, bevor sie zu den Klängen des zuvor beinahe zehn Jahre lang nicht mehr gespielten „Pure Morning“ die Bühne eroberte. Dem Anfang des Konzertes folgten zunächst einige belebtere Songs, darunter ein paar vom Album „Loud Like Love“. „Too Many Friends“ war natürlich auch den weniger mit dem Repertoire der Band Vertrauten aus dem Radio bekannt. Auch der brandneue Song „Jesus‘ Son“ aus der im Oktober veröffentlichten Retrospektive “A Place For Us To Dream” wurde gespielt und kam ziemlich gut an. Die „Meds“-B-Seite „Lazarus“ war eine echte Überraschung und der Klassiker „Soulmates“ eines der Highlights der ersten halben Stunde des Abends. Dann begann mit dem zum Jubiläum passenden Titel „Twenty Years“ der recht lange, melancholische Mittelteil des Hauptsets, der viele Raritäten und einige der besten Momente enthielt, für den einen oder anderen Gelegenheitshörer aber vielleicht etwas langwierig daherkam.

Placebo sind nach wie vor wahre Meister der Melancholie. „Exit Wounds“ ist einer der neueren Titel der Band und gleichzeitig einer der ergreifendsten. Wenn Brian Molko von Sehnsüchten und Verzweiflung singt, läuft es einem schon mal eiskalt den Rücken runter.
„Without You I’m Nothing“ ließ sicherlich niemanden kalt. Das unglaublich emotionale Lied wurde mit Bildern von David Bowie untermalt, welcher großer Fan von Placebo war und den Song vor Jahren sogar zusammen mit Brian gesungen hat.
Ein paar alte Songs wurden auf gelungene Art und Weise neu arrangiert. „36 Degrees“ vom Debütalbum etwa spielte die Band in einer verlangsamten Version. Der Song „Lady of the Flowers“, eine absolute Rarität, entpuppte sich in der Liveversion gar als einer der gefälligsten ruhigeren Songs.

Zum Ende des Konzertes hin wurde es in der Arena noch einmal richtig stimmungsvoll, denn Placebo ließen es sich natürlich nicht nehmen, einige ihrer größten Hits zu spielen – darunter „Special K“, „Slave to the Wage“ und das unschlagbare „The Bitter End“.
Als letzte Zugabe beendete mit „Running Up That Hill“ (von Kate Bush) einer der beliebtesten Coversongs, den Placebo in ihrer Karriere aufgenommen haben, den gut gemischten Abend. Vor allem für langjährige Fans der Band wurden einige tolle Überraschungen geboten!

Placebo treten am 18.08.2017 auch beim Zeltfestival Ruhr in Bochum auf.

So hört sich das an:

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