Slowdive, Gloria Köln, 26.02.2018

Slowdive, Gloria Koeln, 26.02.2018

Es gibt Konzert-Abende, an denen stimmt einfach alles. Die Location ist wunderschön, der Sound top, das Publikum stresst nicht rum und die Künstler liefern ab. Bestenfalls herrscht hinzu noch eine magische Atmosphäre. Der späte Februarabend, an dem die Shoegaze-Legenden Slowdive im bereits Wochen vorher ausverkauften Kölner Gloria Theater Halt machten, gehört ganz sicher zu diesen wenigen Erfahrungen.

Die Musik des Quintetts von der britischen Insel passte aber auch perfekt zu dem kühlen Winterwetter, das tagsüber schon vereinzelt Schneeflöckchen durch die Innenstadt der Millionenstadt getrieben hatte. Die Natur setzte der Band also schon optimale Bedingungen vor die Nase. So zog es Abends dann ein erstaunlich internationales Publikum in das direkt am Neumarkt gelegene Gloria, um in exklusiver Umgebung, dafür aber auch sehr exklusiven Getränkepreisen, zunächst den sphärischen Klängen der Pariser Indie-Pop-Band Dead Sea und später den großen Soundwänden von Slowdive zu lauschen. Vor allem letzteren gelang es trotz leichter Erkrankung von Sängerin Rachel Goswell die ungemein vorteilhafte Akustik der Location auszunutzen und die Zuhörer gute 90 Minuten in Bann zu ziehen.

Angestrahlt von ab und an eingestreuten Leinwandprojektionen und untermalt von viel Nebel- und einer reduzierten, aber effektiven Lichtshow, präsentierten Slowdive neben Stücken ihres selbstbetitelten Comebackalbums aus dem vorigen Jahr auch etliche alte Klassiker aus den 90ern, die sich auf den drei Alben, die man vor seiner Auflösung 1995 herausgebracht hatte, befinden. Besonders stark vertreten war hier das Zweitwerk „Souvlaki“. Neben den Massen an eigenen Songs wirkte vor allem der lange, sehr post-rockige Instrumental-Teil des Syd Barrett-Covers „Golden Hair“, für den Goswell kurzzeitig die Bühne verließ, atemberaubend. Am spektakulärsten blieben trotz guter Umsetzung der in der Musik schwebenden Vocals der beiden Sänger, in den meisten Fällen die vielen lauten, instrumentalen Passagen, die zum tanzen und träumen einluden, was vielleicht auch Goswells Erkältung zu schulden war, da diese einige wenige Male pausieren musste. Dudelten die Gitarren oft mit viel Delay und Reverb unterlegt in höheren Tonlagen herum, trieben vor allem Bass und Schlagzeug die Musik des Quintettes voran. Dass die Band ihre Musik derart überzeugend und klar herüberbringen konnten, wurde natürlich auch vom glasklaren Sound der Location gefördert.

Blieb Hauptvokalist Neil Halstead für den Großteil des Konzertes sehr zurückhaltend und ruhig im Hintergrund, so stellte Goswell den Verbindungspunkt zwischen dem oft mit geschlossenen Augen tanzenden Publikum und Band dar. Ihr sah man den Spaß, den sie trotz Erkältung beim Spielen ihrer Songs hatte und die Freude über jeden einzelnen gekommenen Fan förmlich an. Dieses Gesamtpaket aus gut umgesetzter Live-Musik, einer sparsamen, aber passenden Inszenierung und einem höflichen, aber zurückhaltenden Publikum trug allesamt dazu bei, dass wohl jeder Besucher das Konzert als magisch in Erinnerung behalten wird. Das nächste Mal dann aber wieder bei vollster Gesundheit!

Und so hört sich das an:

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Foto von Jonas Horn.