Tonight Alive, Luxor Köln, 15.03.2018

Ein etwas anderes Paket aus dem breitgefächerten Pop-Punk-Band-Katalog bot am 15.03.2018 das Line Up im Luxor in Köln.

Zunächst legte sich eine dunkle Regenwolke über den gut gefüllten Zuschauerbereich, als die britische Band The Gospel Youth ihren allerersten Köln-Auftritt absolvierte und gleich zu Beginn ankündigte, “some very sad songs” zu präsentieren. Und damit behielten sie Recht: den Anfang machte hierbei das zugleich deprimierende wie grandiose “I Will Deliver You To The Fireflies” – dem Opener des Debütalbums “Always Lose”, das The Gospel Youth einem Menschen widmeten, der nicht mehr unter uns weilt. Gefolgt von Tracks über Fehlentscheidungen, Selbstbewusstseinskrisen und gescheiterten Beziehungen, präsentierte die Band einen eher von Emo-Elementen gezeichneten Stil des Pop-Punks. Insgesamt wirkten The Gospel Youth allerdings etwas steif. Man hatte das Gefühl, jedes Bandmitglied sei vollkommen in sein eigenes Instrument vertieft, so dass keine richtige Banddynamik erkennbar war.

Nach kurzer Umbaupause gab es dann aber den drastischen Stilwechsel: nachdem ROAM bislang nur das MTC in Köln zerlegt hatten, war es nun an der Zeit, das Luxor auseinander zu nehmen! Die ebenfalls britischen Pop-Punker beschworen von Anfang an einen wilden Pit herauf und wurden belohnt von lauten Fangesängen. Als dann sogleich die ersten Crowdsurfer zu Hits wie “Alive” und “Deadweight” durch die Menge jagten, lag es an dem nicht allzu groß gewachsenen Sänger Alex Costello, die fliegenden Fans im Graben aufzufangen. “Can we get some security down here?!” Mit so viel Action hatte im Luxor wohl Niemand gerechnet gehabt. Gönnte sich Gitarrist und Back Vocalist Alex Adam, den wir vor kurzem im Plattencheck hatten, nicht gerade in gewohnter Köln-Manier einen leckeren Schluck warme Milch, so fragte er, wer denn alles vorbei kommen würde, wenn es ROAM später dieses Jahr noch einmal nach Köln verschläge. Also an alle, die nicht dabei sein konnten: keine Sorge, die kommen wieder!

Überraschenderweise leerte sich das Luxor vor Beginn der eigentlichen Hauptattraktion auf einmal ein bisschen. Doch davon ließen sich Tonight Alive nicht irritieren, immerhin war es das erste Mal seit 2016, dass es die australische Pop-Punk-Band rund um Sängerin Jenna McDougall zurück nach Deutschland geschafft hatte! Mit dabei: allerhand neue Songs des kürzlich erschienenen Albums “Underworld“. Zwar tobte die Menge nicht ganz so extrem wie zuvor noch bei ROAM, doch herrschte dennoch eine ausgelassene und bewegungsfreudige Stimmung. Zahlreiche Pro-Feminismus-Ansagen der Sängerin heizten den Fans zusätzlich ein. Besonders eine emotionale Acoustic Version des Liedes “Amelia” ließ Fan-Herzen höher schlagen, doch auch die aktuelle Single “Disappear“, die die Band gemeinsam mit PVRIS-Sängerin Lynn Gunn veröffentlichte, durfte im Set natürlich nicht fehlen – ebenso wenig wie gestandene Setlist-Klassiker wie zum Beispiel “Lonely Girl“.

Eine fast 20 Songs umfassende, kraftvolle Performance mit schönen Licht-Effekten präsentiert von einer sympathischen Band – der perfekte Abschluss einer wunderbar bunten Pop-Punk-Kombination.

Und so hört sich das an:

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Foto von Jonas Horn.

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