Frank Turner – Be More Kind

Frank Turner - Be More Kind

Einfach mal netter zueinander sein – das schlägt der wohl bekannteste Vertreter des Folk-Punk-Rock, Frank Turner, vor, um in Zeiten von Rechtsruck und immer verrückter spielenden Regierungen – man schaue sich nur die letzten anderthalb Jahre amerikanischer Politik an – wieder für Ordnung zu sorgen. Nicht Hass und Ausgrenzung bringe die Gesellschaft hier weiter, sondern sachlicher, politischer Diskurs. Die USA stellt für den Briten tatsächlich die Hauptinspiration für seine ersten politischen Songs seit über elf Jahren dar, als deren Auslöser die vielen Tourneen durch das Land in den letzten Jahren und die dadurch entwickelte Sympathie mit den Menschen und Landschaften gelten. Der Message entsprechend milde und versöhnlich kommt auch der Sound des neuen Langspielers des Musikers daher, auf dem man nur einen einzigen Punk-Song findet.

„1933“ heißt der Exot, auf dem Turner über sein Empfinden sich in die brisante Zeit des zweiten Weltkriegs zurückversetzt zu fühlen singt. Die anderen zwölf neuen Stücke fallen etwas gesitteter aus, treiben sich zwischen Pop und Rock, U2 und streichergetränkten Akustikballaden umher. Das Songwriting bleibt dabei oft sehr simpel, viele Melodien und vor allem die Gitarrenparts wiederholen sich gefühlte Ewigkeiten. So richtig Tanzen möchte man zu den Songs nicht – eigentlich für Turner sehr ungewöhnlich – eher erwischt man sich beim leichten mitschunkeln. Das deutet sich bereits beim von Clap-Beats getragenen Gute-Laune-Opener „Don’t Worry“ an. Vor allem die ruhigeren Stücke, wie der klimaktisch, gelassene Titeltrack „Be More Kind“, werden häufig von akustischen, dafür aber sehr simpel, fast elektronisch gespielten, Drums unterlegt. So kommt häufig das Gefühl auf, es handle sich um digitale Beats elektronischer Tanzmusik.

Frank Turner rutscht dabei mit seinem Team oft ganz knapp an der Grenze des Belanglospops vorbei. Stücke, wie der Amerika-Hymne „Make America Great Again“, sind jedoch so eingängig und konsequent umgesetzt, dass sie sich nur sehr schwer wieder aus dem Kopf verbannen lassen. „Blackout“ verfügt über einen ähnlichen Pop-Appeal, muss im direkten Vergleich aufgrund seines sehr simplen Gitarrenparts aber ein paar Einbußen einstecken. Im Gegensatz zu diesen doch eher tanzbaren, eingängigeren Pop-Rock-Nummern stehen die sehr vielen Balladen, die Turner diesmal für den Hörer bereithält und hauptsächlich in die zweite Hälfte des Werkes steckt. Hier dreht sich der Fokus der Texte auch immer häufiger in Richtung persönlicherer Themen, wie in „There She Is“, einem Stück über seine aktuell anscheinend sehr glückliche Beziehung.

Wer in der Zukunft bereits an den musikalischen Entwicklungen eines Frank Turner gezweifelt hatte, der wurde auf den Konzerten des Briten häufig eines besseren belehrt und verließ die Halle letzten Endes doch mit einem Grinsen auf den Lippen. Erst in der Live-Situation scheinen die Songs des tätowierten Herren nämlich richtig aufzugehen. Die Richtung, die man nun mit seinem bislang politischsten Werk einschlägt, mag einigen bitter aufstoßen, als schlecht lassen sich die Stücke jedoch absolut nicht betiteln. Genauso, wie man die Einstellungen Turners zwar kritisieren kann, aber schlussendlich akzeptieren muss, sieht es auch mit seiner musikalischen Entwicklung aus. Immerhin gelingt es dem Herren auch auf seinem siebten Album noch für Gesprächsstoff zu sorgen, was nicht vielen Punk-Songwritern gelingt.

Das Album „Be More Kind” kannst du hier kaufen.*

Und so hört sich das an:

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Frank Turner live 2018:

23.10. – Würzburg, Posthalle
24.10. – Stuttgart, LKA Longhorn
10.11. – Lingen, Emsland Arena
11.11. – Hannover, Capitol
13.11. – Bremen, Aladin
14.11. – Leipzig, Werk 2
16.11. – Hamburg, Sporthalle
17.11. – Wiesbaden, Schlachthof
20.11. – München, Tonhalle
22.11. – Berlin, Columbiahalle
23.11. – Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle

Tickets für die Tour kannst du hier kaufen.*

Die Rechte für das Cover liegen bei Universal Music.

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