Imagine Dragons – Mercury, Act 1

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„It’s Time“, “Whatever It Takes”, “Bad Liar”, “Radioactive”. Eine enorme Hit-Dichte und immense Erfolge. Seit ihrer Gründung im Jahr 2008 sind die Imagine Dragons nicht mehr aus der Musikwelt zurückzudenken. Wie auch? Ihre einzigartige Kombination aus Rock und Pop schafft immer wieder aufs Neue genial konzipierte Hymnen, die nicht mehr aus dem Ohr gehen wollen. Nachdem die aus Vegas stammende Band sich im vergangenen Jahr zurückgezogen hat, sind Frontman Dan Reynolds und Konsorten mit einem neuen Album zurück. Betitelt mit dem Namen „Mercury – Act 1“ präsentierten die Imagine Dragons ihr fünftes Studioalbum, versuchen viel und verwirren teilweise.

Lang ist es her, dass die Imagine Dragons 2012 mit „It’s Time“ erste internationale Erfolge feiern konnten. Seitdem ist viel passiert und die Jungs haben unglaubliche Erfolge verbuchen können. Immer wieder stand in der Vergangenheit aber auch die Kritik im Raum, die Band wäre gar keine Rockband mehr. Zu viel Mainstream, zu viel Radio-Tauglichkeit. Genau dem versucht die Band auf ihrem fünften Tonträger entgegenzuwirken. Mit diversen Genre-Wechseln.

Nahezu akustisch beginnt der erste Song des Albums „My Life“. Stellt die wunderbare Stimme von Dan Reynolds in den Vordergrund und baut sich weitergehend rhythmisch auf. Und auch die zwei darauffolgenden Songs bieten eben das, was man von den Imagine Dragons erwartet: Hymnen, die bis ins Mark gehen, die gleichzeitig powervoll, intensiv und ein wenig melodramatisch sind. Mit „Lonley“ liefern die Jungs einen Hit, der glatt von Ed Sherran hätte sein können. „Wrecked“ hingegen ist das Herzstück des Albums. Ein Imagine Dragons Song, wie er im Buche steht, genial konzipiert, mit einer gelungenen Mischung aus Pop und Rock. Der Hintergrund des Songs ist umso trauriger. Dan Reynolds besingt hier den Tod seiner Schwägerin, die an Krebs verstorben ist. Mit Lyrics und Melodien, die für Gänsehaut sorgen, einer der besten Imagine Dragons Song seit „Bad Liar“.

Genau an dieser Stelle endet die Lobpreisung des Albums aber abrupt. Mit „Monday“ leiten die Imagine Dragons einen ersten Genre-Wechsel ein, der überrascht. Und verwirrt. Der Track beinhaltet seltsam abgehackte Synthie-Klänge, gepaart mit für die Band ungewohnten 80er Vibes. Auch „#1“ kommt deutlich experimentierfreudiger daher, bietet aber im Gegensatz zusätzlich altbewährte Klänge. Wer dachte, dass damit schon alle Genres auf den 13 Songs des Albums abgedeckt sind, täuscht. „Dull Knives“ ist eine punkige, rockige Nummer, die trotzdem Pop-Elemente beinhaltet. Und mit „Cutthroat“ und „Giants“ setzen die Jungs dem Ganzen eine völlig neue Dimension auf. Deutlich aggressiver bewegen sich diese Lieder in der Rock-Schiene und kombinieren damit vor allem eines: viel Geschrei. Was wahrscheinlich das volle Potenzial der Band veranschaulichen sollte, kommt wahrlich mehr irritierend und fast schon lustig daher. Die Kombi aus Rock- und Pop-Elementen ist bei den Songs der Imagine Dragons nicht wegzudenken. Hier scheint es eher, als wolle man mit aller Kraft beweisen, dass man eben keine Mainstream-Songs kreieren würde.

Der nächste krasse Kontrast kommt mit „No Time For Toxic People“ daher. Hier scheint die Welt plötzlich wieder in Ordnung zu sein, jegliche Wut und Aggressivität sind verschwunden und der Song dümpelt so vor sich her. Dan Reynolds beschrieb das Album vorab als einen Mix aus zwei Seiten. Thematisch gibt es sowohl die dunklen Momente, die sich mit Verlust, Einsamkeit, Trauer und Depressionen beschäftigen. Auf der anderen Seite wird aber auch das Leben zelebriert.

In diesem Punkt hackt es auf „Mercury – Act 1“ gewaltig. Was zunächst als experimentierfreudig daherkommt, entpuppt sich als eine Kollektion von Songs aus viel zu vielen Genres. Die Imagine Dragons beweisen zwar ihre Vielfältigkeit, schaffen es aber nicht, ein stringentes Grundkonzept zu konzipieren. Während sie mit „Wrecked“ oder „Follow You“ altbewährte Tracks liefern, rufen andere Songs ein Fragezeichen nach dem anderen hervor. Dan Reynolds brilliert stimmlich alle Male, die Melodien sind top und auch die Intensität ist gegeben. Aber die Imagine Dragons wollen zu viel ohne ein wirkliches Konzept. Manchmal lohnt es sich halt doch da anzusetzen, wo man aufgehört hat.

Das Album „Mercury – Act 1“ bekommst du hier als Vinyl oder hier digital.*

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