Jeremias – alma EP

Auf Deutsch über Liebe zu singen ist eine Sache, die man momentan wohl am ehesten bei Max Giesinger, Mark Forster, Lea und Co. verorten würde. Dass das Ganze aber auch deutlich innovativer und komplett ohne Kitsch geht, zeigen Jeremias: Eine junge Band aus Hannover, die zwar erst seit zwei Jahren in dieser Form existiert, im letzten Jahr in der deutschen Indie-Szene aber absolut durchgestartet ist. Nun erscheint mit “alma” ihre zweite EP, für die sie erneut mit der Produzentenlegende Tim Tautorat zusammengearbeitet haben und die laut eigener Aussage “ein Liebes-Ding” ist.

Mit einem reinen Instrumental-Intro, das zugegebenermaßen am Anfang ein bisschen an eine Videospiel-Musik aus den 90ern erinnert, startet die EP. Gegen Ende des fast zweiminütigen Tracks kristallisiert sich dann aber doch noch der klassische Jeremias-Sound heraus und liefert einen schönen Vorgeschmack, auf das was uns auf der EP noch so erwartet: Nämlich eine Hommage nach der anderen an die Liebe, eine Seelenverwandte, Trennungen, Herzschmerz, die Zeit danach und alles was dazugehört.

Aufgebaut ist die EP dabei wie eine Geschichte – es macht also durchaus Sinn, sie nicht im Shuffle-Modus, sondern in der Reihenfolge der Tracklist zu hören. Los geht es nach dem Instrumental-Intro (das laut Aussage von Sänger Jeremias übrigens lange Zeit “Fahrstuhl” hieß) mit “schon okay”, einem seichten und poppigen, groovy Gute-Laune-Track, der sofort ins Ohr geht und vom Verliebtsein handelt. Möchte das lyrische Ich in “schon okay” also noch Blumen für die Angebetete klauen und schwärmt von ihr und von seinem Verliebtsein in den höchsten Tönen, heißt der nächste Track “keine liebe”. Weiterhin begleitet von Synthies wird hier auf leichtfüßige Art von Bindungsangst, Unverständnis und dem Nicht-Wahrhaben-Wollen von Problemen.

Dann die Wende: Bahnte sich das Ende dieser EP-Romanze in unserer Geschichte bereits im letzten Track an, ist der Herzschmerz in “mit mir” deutlich zu spüren. Der funky Vibe der vorherigen Songs ist verschwunden, an seiner Stelle steht nun eine herzzerreißende Ballade mit reiner Klavierbegleitung, deren Text vom Umgang mit der Trennung handelt. Etwas hoffnungsvoller wird es dann allerdings wieder im letzten Track der EP. “lass dich”, ein anfangs eher ruhiger Track, der hintenraus aber noch nach klassischer Jeremias-Manier ziemlich an Fahrt aufnimmt, handelt vom Loslassen und vom Neuanfang.

Man kann “alma” also sozusagen als Rundumschlag einer Romanze oder Liebesbeziehung bezeichnen, mit allem drum und dran, vom anfänglichen Verliebtsein über Probleme und Trennung bis hin zum Abschließen damit. Sowohl textlich als auch musikalisch macht es unglaublich viel Spaß, sich auf die rund 16-minütige Reise durch diese EP einzulassen – vor allem wenn man auf ehrliche, liebevolle deutsche Texte und funky, poppigen, Disco-Indie-Sound steht.

Hier könnt ihr unser Interview mit Jeremias zur EP lesen. 

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Die Bildrechte für das Cover liegen bei Caroline International. 

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