King Gizzard & The Lizard Wizard – Butterfly 3000

Ohne große Vorab-Promo veröffentlichen King Gizzard ihr neues Album "Butterfly 3000". Das ist gut, aber nicht grandios.

Es ist ein King Gizzard-typischer Move: Ihr 18. Album kündigt die australische Band nur mit Titel und Veröffentlichungsdatum an. Den Rest – die Tracklist, die Musik, das Cover – erfahren Fans erst am Tag der Veröffentlichung selber. „Butterfly 3000“, wie das Studioalbum heißt, ist auch sonst wieder typisch untypisch, gerade in den Momenten aber am schwächsten, in dem es zu sehr an alte Muster erinnert.

Nach den fast schon wohlbekannten mikrotonalen Ausflügen auf dem Geschwister-Doppel „K.G.“ / „L.W.“ ist „Butterfly 3000“ nun ein betörender Soundtrip in knalligen Farben, auf dem die sechs Australier zehn weite Songauswüchse um modulare Synthesizer-Loops stricken. Gerade in der ersten Hälfte gelingt diese an Pop-Sensibilität missende Neu-Version von Kevin Parkers Tame Impala. Die psychedelischen Analog-Loops laden in Traumwelten, die Jams, die die Band um diese herumbaut sind bereichernd, die Strukturen lose. Für „Shanghai“ beschwört das Falsetto von Keyboarder Ambrose Kenny-Smith gar so etwas wie eingängigen Soul herauf und erinnert dabei an die besten Tage von Portugal. The Man. „Dreams“ und „Blue Morpho“ wiederum versuchen sich an eben jener Motiv-Verstrickerei, die so viele King Gizzard Alben auszeichnet: „Dreams“ lässt streckenweise bereits einen dystopischen Synth durch die Sounddecke brechen, der dann jedoch wieder unter den watteweichen Klangwolken verschwindet. „Blue Morpho“ im Anschluss ergreift dieses bedrückende Motiv, streckt es, wandelt es.

Von Hoch- zu Tiefpunkt

Nach dem 80er-Ausflug „Interior People“ gelangt „Butterfly 3000“ mit „Catching Smoke“ an seinen Hochpunkt. Derart unbeschwert und einladend klangen King Gizzard & The Lizard Wizard bislang zuletzt auf dem 2019er Boogie-Abenteuer „Fishing For Fishies“. Im Radio lässt sich die Band bei einer Songlänge von sechseinhalb Minuten wohl dennoch nicht platzieren. Wenig später schallen schon die altbekannten Akustik-Jams von „Black Hot Soup“ durch die Boxen, die so zuletzt vermehrt bei King Gizzard stattfanden: Die dumpfen Akustik-Spuren, die fuzzige Solo-Gitarre, die weitläufigen Synthesizer. Dementsprechend uninnovativ – gerade für Bandverhältnisse – steht der Song im Albumkontext.

„Ya Love“ führt die Band langsam wieder von den mittlerweile kaputtgespielten Nylon-Saiten an die Tasten heran und überlässt schlussendlich dem Titelsong die Aufgabe das Album zunächst mit Klavier, dann mit einem letzten Aufbäumen ins Ziel zu bringen. „Butterfly 3000“ bleibt ein gutes, aber kein grandioses Album.

Mehr King Gizzard & The Lizard Wizard gibt es hier.

Und so hört sich das an:

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Die Rechte für das Cover liegen bei Flightless Records.

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