Schatzi – Animalia Parc

Gibt man “Schatzi” in die Suchmaske von YouTube ein, erscheint als einer der ersten Vorschläge der Ballermann-Song “Schatzi, schenk mir ein Foto” – das aber nur am Rande. Mit inhaltsloser, langweiliger und immergleicher Musik wie man sie im Schlager findet, haben Schatzi nämlich rein gar nichts zu tun. Ganz im Gegenteil: Die Indie-Band aus Deutschland, die man in den vergangenen Monaten immer mal wieder als Geheimtipp in der Szene oder in der einen oder anderen Playlist aufgeschnappt hat, macht Musik, die innovativer und spannender kaum sein könnte. Mir zumindest fällt im deutschsprachigen Raum keine Band mit einem vergleichbaren Sound ein.

Und das zeigt sich auch auf der Debüt-EP des Trios, “Animalia Parc”. Auf insgesamt 8 Songs zeigen sich die Jungs extrem facettenreich: Von Synthies, über Autotune, hämmernde Beats, Drums und Gitarrensounds, bis hin zu poppigen Melodien ist alles dabei. Diese Aufzählung mag für eine Indie-Band jetzt zwar nicht besonders spektakulär oder ungewöhnlich klingen – das Ergebnis ist es aber definitiv. Schatzi kombinieren verschiedenste elektronische, alternative, rockige und poppige Einflüsse so miteinander, dass ein völlig neuer Sound entsteht. Ein unterkühlter, sphärischer Sound, der sich durch die ganze EP zieht.

Lediglich ein kleinen Ausreißer lässt sich bei genauerem Hinhören entdecken: Rita. Zwar dominiert auch hier der unverkennbare Schatzi-Sound, aber dennoch klingt der Song etwas poppiger, eingängiger, melodischer und sanfter als die übrigen Tracks des Debüts. Der Stilbruch tut der EP gut, gibt es doch sicherlich einige Hörer*innen, die ihren Zugang zu der Musik von Schatzi über diesen Track eher finden können, als über die anderen, eher unkonventionellen Songs.

Eines sind Schatzi definitiv: Ein Hoffnungsschimmer, der durch die Decke an langweiligen und verbrauchten Indie-Pop-Mustern schimmert und der deutschen Indie-Szene wieder einmal einen Schubs in eine andere Richtung geben könnte. Wir dürfen gespannt sein, was diese daraus macht.

Hier geht es zum Interview mit Schatzi.

Hier könnt ihr “Animalia Parc” kaufen. *

Und so hört sich das an:

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Die Bildrechte für das Albumcover liegen bei Downbeat Rec/Warner Music.

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