Wallows – Remote

Seien wir mal ehrlich: Die Corona-Pandemie tut der Kreativ-Branche und damit auch der Musikszene alles andere als gut: Reihenweise abgesagte Konzerte und Festivals, tausende Künstler, die um ihre Existenz bangen müssen, und so weiter. Gleichzeitig ist während des „Lockdowns“ aber auch so einiges an neuer Musik entstanden. Und zu den Bands, die diese Zeit künstlerisch genutzt haben, gehören auch Wallows. Jetzt veröffentlichen die drei Jungs aus den USA also ihre „Quarantäne-EP“ namens „Remote“, die – wie man es von der Band gewohnt ist – vollgepackt ist mit grundsoliden Indiepop-Songs.

Da wäre zum Beispiel das poppige „Coastlines“, das durch eine eingängige Hook punkten kann, das fast schon tanzbare „Talk Like That“, das in den ersten Takten etwas an die frühen Songs von „Two Door Cinema Club“ erinnert oder das atmosphärische „Wish Me Luck“, das nicht ganz so aufgedreht wirkt, wie die restlichen Songs der EP und stattdessen etwas ruhigere Töne anschlägt. Alles mit dabei könnte man also meinen.

Das stimmt auch, aber trotzdem fehlt mir auf dieser EP etwas. Ich kann noch nicht einmal genau benennen was es ist – ob ich einen eingängigen Hit wie „Are You Bored Yet?“ von der letzten Platte vermisse, ob mir die Musik auf den meisten Songs zu abgedreht und aufgeregt ist oder ob ich mir einfach mehr glasklaren Indie-Sound wie auf „Talk Like That“ wünsche. Ich weiß es einfach nicht, aber mir fehlt das letzte Bisschen dazu, dass ich diese Platte wirklich gut finde.

Dabei finde ich die Songs keinesfalls alle schlecht. Zwar sind sie teils gewöhnungsbedürftig – oder haben zumindest gewöhnungsbedürftige Parts oder Einflüsse – aber im großen und ganzen gibt es keinen Song, der mir so gar nicht gefällt. Es ist einfach das Gesamtpaket, bei dem ich mir noch ein bisschen mehr gewünscht hätte. Aber die drei Jungs sind ja noch jung und die die EP erst ihre zweite größere Veröffentlichung – ich und alle anderen, denen es auch so geht wie mir, dürfen also optimistisch sein, dass die nächste Platte uns wieder mehr abholt als „Remote“. Hoffen wir nur, dass es dafür nicht noch eine globale Pandemie braucht.

Und so hört sich das an:

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Die Bildrechte für das Albumcover liegen bei Warner Music.

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