Halie, Laing, The Bongo Club, Turnstile – Wochenrückblick KW 8 2018

minutenmusik Wochenrückblick Nummer 1!

Während in unserer Redaktion die einen wieder auf großer Tour sind, um wunderbare Konzerte genießen zu dürfen, sitzen die anderen verzweifelt vor ihren Hausarbeiten – Student muss man sein! Dennoch haben wir es uns nicht nehmen lassen auch diese Woche wieder unsere Highlights im Musikhimmel zusammenzusuchen:

The Bongo Club – Anybody Have A Lighter?

The Bongo Club - Anybody Have A Lighter?Gerne weint man der Indie-Schrammel-Hochphase Anfang der 2000er nach, als Künstler, wie The Wombats oder auch die Arctic Monkeys, noch schön coole, tanzbare Rock-Musik schrieben. Wirklich viele Bands gibt es heutzutage nicht mehr, die diesem Stil, vielleicht seiner schnellen Abnutzung wegen, treu geblieben sind. Nun kommt ganz einfach mal eine kleine Band aus Schweden an und zeigt, dass Coolness auch aus Skandinavien kommen kann. The Bongo Club heißt das Quartett und beschert uns mit seinem Debütalbum „Anybody Have A Lighter?“ ein gut 35-minütiges Stück Indie-Party, das genauso auch das zweite Album der Arctic Monkeys Anfang der 2000er gewesen sein könnte. Wirklich Innovativ ist das nicht, gut umgesetzt und vor allem unterhaltsam aber dennoch. Gerade deshalb könnten The Bongo Club die Newcomer des Jahres für alle in der Indie-Hochphase stecken gebliebenen, mittlerweile erwachsen gewordenen Szene-Kiddies sein. Jetzt aber locker das Tanzbein schwingen! (Jonas)

Halie – Youth

Gerade einmal 17 Jahre ist die Norwegerin Halie, die mit „Youth“ nun ihre zweite Single herausbringt. Bereits mit ihrer Debütsingle „Echo“ konnte Halie begeistern, weswegen sie in diesem Jahr schon jetzt für mehrere Festivals gebucht wurde. Stimmlich beeindruckt Halie auf „Youth“ ziemlich. Mit viel Power, Feingefühl und einer tollen Stimmfarbe macht sie „Youth“ zu einem grandiosen Pop-Song. Bei dem warmen, sehr ausdrucksstarken Unterton vermag man zunächst gar nicht meinen, dass sie noch so jung ist.  Der Track ist super rhythmisch, macht Spaß beim Zuhören und beinhaltet die sehr gute Message, dass man sich nicht immer um das kümmern muss, was andere von einem halten. Halie macht damit definitiv Spaß auf mehr und beeindruckt absolut mit ihrem Talent. Gerne mehr davon! (Alina)

Laing – Nieselregen

Die Comeback-Single von Laing ist seit Freitag am Start! Laing… Laing… klingelt es nicht? „Ich bin morgens immer müde“ – und zack, Ohrwurm garantiert! Das dritte Album soll demnächst erscheinen. Titel und genaues Datum bisher noch unbekannt. Als erste Promo gibt es nun einen Happen namens „Nieselregen“. Damit huldigen die Berliner Mädels, die ihre Musik selbst als Electric Ladysound bezeichnen, dem stets schlechten Wetter der Hauptstadt. Nette Idee, leider aber eine enttäuschende Umsetzung: die Stimmen wurden herunter gepitcht, sodass das Gefühl aufkommt, ein Mann wäre am Mikro. Laing kündigten bereits vor einigen Tagen an, dass es wieder einen Besetzungsaustausch gebe – ist alles nur gekonnte Verwirrung oder hat die Band nun wirklich eine männliche Person am Start? Hoffentlich nicht. So oder so bietet der Track zwar gewohnt originelle Textpassagen, dafür aber keine Melodie. Die Abmischung ist ebenso fragwürdig, da der Beat an manchen Stellen das Wort so stark übertüncht, dass dieses fast unverständlich bleibt. Nach fast drei Jahren Stille eine ernüchternde Single. Möge der Nieselregen bis zum Album bitte schnell weggezogen sein. (Christopher)

Turnstile – Time & Space

Turnstile - Time And SpaceMit seinem ersten Album „Nonstop Feeling“ gelang es dem amerikanischen Hardcore-Fünfer Turnstile sich innerhalb der Szene einen Namen zu machen. Der Hardcore-Punk, den man auf seinem Debüt darbot, war rau und erinnerte an eine der vielen Hochphasen des Genres in den 90er. Nun legt man mit „Time & Space“ sein Zweitwerk vor, auf dem man dem stumpfen Hardcore etwas weniger, dafür aber progressiveren Sounds mehr Platz einräumt. Oftmals sind es genau diese an Genregrenzen kratzenden Werke, die einige Jahre später als wegweisende Meilensteine gelten und den Grundstein für die Arbeit vieler weiterer Bands legen. Auch „Time & Space“ ist in sich derart ausgeklügelt, das es langjährigen Fans und der „Trve-Hardcore-Fraktion“ vielleicht etwas bitter aufstoßen wird, darüber hinaus aber auch über den Genre-Tellerrand hinweg Menschen erreichen und begeistern wird. Turnstile gelingt nämlich ein beeindruckender Spagat zwischen Progressivität, wie dem loungemäßigen Interlude „Bomb“, und traditionell groovenden Passagen. Einen Großteil tragen zu dieser Mischung auch die immer häufiger eingestreuten Vocals von Bassist Franz Lyons, die im Kontrast zu dem schneidenden Stimmorgan von Sänger Brendan Yates stehen, bei. Vielleicht liegt hier ja tatsächlich der nächste Hardcore-Meilenstein vor einem? Dies wird sich mit der Zeit zeigen. (Jonas)

Die Bildrechte liegen bei Universal Music, Roadrunner Records und Motor Entertainment.

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