Interview mit PVRIS über “Use Me”

PVRIS

(ENGLISH VERSION BELOW) Eigentlich sollte “Use Me”, das dritte Album der Genre-Sprenger*innen PVRIS, schon vor einigen Monaten auf den Regalen und Streamingplattformen bereit stehen. Dann kamen Corona und die Black-Lives-Matter-Bewegung – neues Release-Datum ist der 28. August. Dabei ist der Drittling nicht nur musikalisch eine Weiterentwicklung des ohnehin schon sehr wandelbaren Sounds der Band, auch auf strategischer Ebene hat sich etwas getan: Frontfrau Lynn Gunn ziert erstmalig alleine das Albumcover, nahm noch mehr als zuvor ihre Rolle als Produzentin und treibende Kreativkraft an. Im Gespräch begegneten wir der Alternative-Ikone auf einer Ebene, die auch dem neuen Album gleicht: Wohl wissend um die Finsternis der Welt, aber dennoch einen Schritt näher an einem gesunden Verhältnis zur eigenen Person und dem Kern der Band, irgendwo zwischen einer Grundmelancholie und einem leichten Hoffnungsschimmer.

minutenmusik: Die Veröffentlichung von “Use Me” wurde einige Male verschoben. Glaubst du, dass das im Vergleich zu euren anderen Alben einen Einfluss auf das Gefühl bei der Veröffentlichung hatte? Seid ihr jetzt nervöser oder weniger nervös als zuvor?

Lynn Gunn: Angesichts des Zustands der Welt – ich meine die Pandemie und die Quarantäne, alles ist ja irgendwie in Trümmern – bin ich gar nicht nervös, jetzt ein Album zu veröffentlichen. Obwohl es sich seltsam anfühlt, es in diesem Moment herauszubringen. Aber ich bin schon aufgeregt, dass es bald da draußen in der Welt ist. Hoffentlich kann es jeder*m, der es im Album finden kann, etwas Trost spenden.

minutenmusik: Ja, es ist definitiv eine schwierige Zeit, um ein Album zu veröffentlichen.

Lynn Gunn: Auf jeden Fall, aber da gibt es auch diese gemeinsame Kraft. Wir sind alle in derselben Situation, niemand ist alleine.

minutenmusik: Ja, und wir alle könnten wohl gerade jetzt ein wenig positive Energie gebrauchen. Für diese Platte habt ihr euer Label von Rise zu Warner gewechselt. Symbolisiert das auch irgendwie eine neue Ära von PVRIS?

Lynn Gunn: Nein, es ist einfach irgendwie passiert. Wir beschlossen, unser altes Label zu verlassen und wollten mit einem neuen zusammenarbeiten, und Warner war für unser nächstes Kapitel am besten geeignet. Das war keine künstlerische Entscheidung oder so etwas, wir wollten einfach etwas Neues mit einem neuen Team ausprobieren, und es war großartig.

minutenmusik: Rise Records hat auch immer an eure Anfänge in der Metalcore-Szene erinnert. Glaubst du, dass euer Publikum von Anfang an sehr aufgeschlossen war oder hat sich die Zielgruppe komplett verändert, als euer Sound immer poppiger wurde?

Lynn Gunn: Ehrlich gesagt, versuche ich, nicht zu viel darüber nachzudenken. Mein Fokus beim Schaffen von Musik liegt darauf, das einzufangen, was sich für mich aufregend anfühlt, und ich hoffe nur, dass ich das irgendwie nach außen transportieren kann. Wenn jemand da an Bord ist, finde ich das natürlich aufregend, aber wenn jemand nicht dabei ist oder es nicht genießt, dann ist das auch völlig in Ordnung. Ich werde nicht allzu viele Gedanken daran verlieren oder mich darüber großartig aufregen. Ich denke, Entwicklung und Wachstum sind überlebenswichtig, besonders als Künstlerin. Das gehört alles dazu, aber ich freue mich trotzdem immer, neue Fans zu gewinnen und alte Fans zu behalten.

minutenmusik: Dieses Konzept von strikt voneinander getrennten Szenen scheint dir also nicht zu gefallen? Wie diese Rock-gegen-Pop-Sache? Da ihr so viele verschiedene Genres in euren Sound integriert: Glaubst du, dass ihr als Band zu einer dieser Szenen gehört?

Lynn Gunn: Um ehrlich zu sein, habe ich nicht das Gefühl, dass wir zu einer Szene gehören. Ich will auch gar nicht, dass wir irgendworein passen oder dass wir in irgendeine Szene oder ein Genre eingeordnet werden. Diejenigen, die unsere Musik gut finden, sollen sie mögen, ohne dass es eine Rolle spielet, was sie sonst für Musik hören, wie sie aussehen oder welcher Szene sie angehören. Ich wünsche mir einfach, dass wir eine Umgebung und eine Show erschaffen, einen Ort, zu dem alle, denen unsere Musik etwas bedeutet, kommen können. Aber ich verstehe und mag die Szene, in der wir groß geworden sind. Und ich bin sehr dankbar dafür, dass sie uns die Shows gab, auf denen wir spielen konnten und auch Tourneen ermöglichte. Aber ich fühle mich nicht gezwungen, bei dieser Szene zu bleiben oder mich auf eine bestimmte Vergangenheit oder Gegenwart zu fokussieren. Ich möchte nur, dass unser PVRIS das ist, was es ist. Daher glaube ich nicht, dass irgendetwas in der Lage sein sollte, es für sich zu beanspruchen. Unser PVRIS sollte einfach frei sein.

minutenmusik: Ja, auf jeden Fall. Ich glaube, dass es fürs Songwriting sehr befreiend sein kann, wenn man nicht gezwungen zu einer Szene gehören will.

Lynn Gunn: Defintiv, sogar sehr befreiend!

minutenmusik: Für “Use Me” hast du zum ersten Mal deine dominante Rolle als die kreative Kraft der Band angenommen, die sich auch im Albumcover zeigt. Die Gesellschaft ist leider nicht so sehr an starke führende Frauen gewöhnt. Hast du irgendeine Art von negativem Feedback für diesen Schritt erhalten? Oder hattest du den Eindruck, dass es einigen Leuten nicht gefiel, dass du endlich dein Recht zurückforderst, an dieser Machtposition zu sein?

Lynn Gunn: Ich glaube, egal, was ich tue oder was PVRIS tut, es wird einen Rückschlag oder Widerstand gegen jede Art von Entscheidung geben. Das ist einfach immer so, ob es nun mit PVRIS oder mit dem Lebensmittelgeschäft ist, das seltsame Lebensmittel verkauft. Egal was los ist, es gibt immer Leute, die ein Problem damit haben. Aber die Mehrheit unserer Fans war größtenteils sehr unterstützend und verständnisvoll. Ich habe aber nicht wirklich viel darüber nachgedacht. Das ist das Beste für uns, das Beste für mich und das Beste für die Band. Und das ist auch die Dynamik, die funktioniert hat und funktioniert und auch für die Zukunft funktionieren wird. Noch einmal: Die Leute können bei uns bleiben oder, wenn sie sich dadurch gestört fühlen, gehen, und das ist so oder so kein Problem. Aber wir werden weiterhin das tun, was für uns funktioniert, und damit hat sich’s.

minutenmusik: Ja, ich denke, es ist wirklich wichtig, weiterhin das zu tun, was man tun will, und nicht an andere zu denken, besonders wenn man in einer Band spielt. Aber auf welche Art und Weise hat die Akzeptanz deiner Führungsrolle dich zu neuen Möglichkeiten beim Songschreiben geführt? Gibt es Dinge, die du für diese Platte ganz anders gemacht hast als früher?

Lynn Gunn: Ehrlich gesagt, nein. Es ist so ziemlich die gleiche Dynamik wie zuvor. Ich habe für dieses Album aber mit einem anderen Produzenten gearbeitet. Er hat mich mein Augenmerk noch viel mehr auf die Produktion richten lassen, ich durfte jedes Instrument nachverfolgen, und ich hatte einfach die volle Kontrolle über die Richtung jedes Songs, jedes Instruments und jedes Stückes. Es war wirklich schön. Er ist ein wirklich großartiger Kollaborateur und sehr unterstützend, und es war eine sehr friedliche, einfache und unterhaltsame Zusammenarbeit. Ich bin sehr dankbar, mit ihm arbeiten zu dürfen.

minutenmusik: Das klingt ja perfekt! In dem Lied “Use Me”, aber auch im Albumtitel singst du von einer ganz bestimmten Art der Liebe, die viel damit zu tun hat, sich für den geliebten Menschen vollständig aufzuopfern. Welche Bedeutung hat dieser Titel für dich und siehst du Gefahren in dieser Art von sehr extremer Liebe?

Lynn Gunn: Ich sehe die Gefahren, die damit verbunden sind, auf jeden Fall. Das war ein Muster, das sich in meinem Leben abgezeichnet hat. In den letzten Jahren fiel es mir wirklich schwer, die Grenzen zwischen mir und meinen Lieben zu ziehen und zu beobachten, wie zerstörerisch das für einen selbst sein kann, ganz gleich, ob man denen, die man liebt, nur aus Liebe etwas geben möchte. Aber am Ende des Tages muss man seine eigenen Grenzen haben und in der Lage sein, sich Zeit für sich selbst zu nehmen und sich zurückzuziehen, wenn es nötig ist. Das war also eine Lektion, die ich in den letzten Jahren gelernt habe. Aber “Use Me” offenbart eine Art zweischneidiges Gefühl. Es trägt diese freche, komische, sarkastische Energie in sich, aber dann offenbart es auch eine sehr aufrichtige, fürsorgliche, liebevolle Art. Und ich fühle beide diese beiden Richtungen selbst, daher finde ich die Dynamik des Titels sehr cool.

minutenmusik: Was mich schon zu meiner nächsten Frage führt, denn im Gegensatz dazu sprichst du in “Gimme a Minute” davon, dass man sich verzweifelt eine Pause von den eigenen Dämonen wünscht. Und vor allem dieses Jahr war für alle sehr hart mit den Lockdowns und der Pandemie. Was war eure Strategie für als Band, aber auch für euch als Freund*innen, um mit einer solchen Situation umzugehen?

Lynn Gunn: Trotz der offensichtlichen Finsternis und des Ernstes der Situation ist auch ein wenig Ruhe eingekehrt, dadurch dass wir zu Hause geblieben sind und unser gesamter Zeitplan für das nächste Jahr abgesagt oder verschoben wurde. Ich hatte in den letzten Jahren mit vielen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, und ich war ein wenig nervös vor dem nächsten Jahr, mit all diesen Tourneen und dem vollen Terminkalender, es ist wirklich schwer, sich in diesem Rahmen um sich selbst zu kümmern. Und ich bin sehr gespannt, wie das nächste Jahr verlaufen wird, und ein Teil von mir ist trotz der offensichtlichen Dunkelheit der Pandemie wirklich dankbar, dass ich die Zeit und den Raum habe, mich besser um meinen Körper zu kümmern und einige Wunden zu heilen. Es war also eine Zeit, in der ich die Kraft gefunden habe, mich auch mal für eine Sekunde auszuruhen ohne diese Schuldgefühle, die in mir während unserer gesamten Karriere einen großen inneren Kampf ausgelöst haben. Das wäre das einzig Positive an dieser Zeit.

minutenmusik: Ich glaube, das passt dann ja ganz gut zur grundsätzlichen Idee hinter “Gimme a Minute”.

Lynn Gunn: (lacht) Ja. Das Lied wurde natürlich geschrieben, bevor man sich überhaupt Gedanken über eine Pandemie gemacht hat, aber es ging absolut um dieses Gefühl und darum, einfach wirklich eine Zeit zum Ausruhen zu wollen. Eine Zeit, um aufzuholen und dies ohne äußeren Druck zu tun, um weiterzumachen. Es ist interessant, wie sich das jetzt eine andere Ebene in sich trägt.

minutenmusik: Ein Grund für die vielen Verschiebungen war die Black-Lives Matter-Bewegung. Wie denkst du, können Bands wie eure dazu beitragen , den Schmerz und die Unterdrückung marginalisierter Gruppen langfristig sichtbar zu machen, und wie würdest du die Auswirkungen dieser Zeit auf dich beschreiben?

Lynn Gunn: Vor allem für die Vereinigten Staaten war es eine sehr schwere und nachdenkliche Zeit. Aber ich denke, dass dies eine lebenslange Verpflichtung sein muss, um sicherzustellen, dass es eine Gleichheit und Gerechtigkeit für diejenigen gibt, die an den Rand gedrängt werden. Ich denke, für Bands wie uns geht es darum, die eigene Plattform zu nutzen und Wege zu finden, die es erleichtern, auf besonders marginalisierte Gemeinschaften Rücksicht zu nehmen und mit ihnen solidarisch zu sein. Und auch, um einen sicheren Raum innerhalb unserer Shows und unserer  Familien und der Umgebung, in der wir spielen, zu schaffen. Ich denke, es geht darum, ein*e Verbündete*r zu sein, und es ist eine lebenslange Verpflichtung. Wir dürfen nicht nachlassen.

minutenmusik: Ja, auf jeden Fall ist es wichtig, dabei zu bleiben. Obwohl die Zeiten derzeit sehr hart und unvorhersehbar sind, wie würdest du dir die nächsten Monate wünschen und was sind deine nächsten Schritte und Träume für PVRIS als Band?

Lynn Gunn: Für die Gesellschaft und vor allem die Staaten als Kollektiv,  hoffe ich wirklich, dass meine Wünsche, dass alle wählen gehen und dabei die richtige Entscheidung treffen, in Erfüllung gehen. Hoffentlich sind wir dann zumindest etwas auf dem Weg zur Behebung der ganzen Fehler und toxischer Systeme. Aber das wird offensichtlich sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Aber ich denke, es beginnt damit, die richtige Entscheidung zu treffen und die richtigen Führungskräfte auszuwählen. Und mit “right” meine ich nicht “rechts”, sondern die richtigen Führungskräfte, denjenigen, die Einfühlungsvermögen haben, mitfühlend sind und Gleichheit für alle wollen. Das ist also mein Wunsch. Und als PVRIS ist es mein Wunsch, geistig gesund und kreativ zu bleiben und hoffentlich weiterhin mit allen in Verbindung zu bleiben. Und ganz allgemein, dass alle einfach sicher und gesund bleiben.

Unsere Review von “Use Me” gibt es hier.

Und so hört sich das an:

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(ENGLISH VERSION) Originally “Use Me”, the third album of the genre-breakers PVRIS, should have been on the shelves and streaming platforms a few months ago. But then Corona and the Black Lives Matter movement took over. Not only musically, the third record is a further development of the already very versatile sound of the band, but also on a strategic level something has changed: front woman Lynn Gunn adorns the album cover alone for the first time, taking on her role as producer and driving creative force even more than before. In conversation, we met the alternative icon on a level that also resembles the new album: well aware of the darkness of the world, but still one step closer to a healthy relationship to herself and the core of the band, somewhere between a basic melancholy and a slight glimmer of hope.

minutenmusik: There were some postponements for this album. Do you think that they had an influence on your experience of the release in contrast to your other albums? Are you more nervous or less nervous than before?

Lynn Gunn: Just the state of the world given, I mean the pandemic and quarantine, everything is in shambles, I don’t feel too nervous to release an album right now. Though it feels strange to release it at this moment. But I’m excited for it to be out there in the world. Hopefully it can bring some comfort to anybody who can find it in the album.

minutenmusik: Yes, sure it’s a very difficult time to release an album.

Lynn Gunn: Definitely, but there’s also this collective strength. We’re all in the same situation, nobody is alone here.

minutenmusik: Yes and we could all use a bit of positive energy right now. For this record you have changed your labels from Rise to Warner. Does this symbolize a new era of PVRIS for you?

Lynn Gunn: No, it just kind of happend. We decided to leave our old label and wanted to collaborate with a new one and Warner was the best fit for our next chapter. It wasn’t really an artistic choice or anything, we just wanted to try something new with a new team and it’s been great.

minutenmusik: Rise Records still reminds one of your beginnings in the metalcore scene. Do you think that your audience was very open-minded from the beginning on or did the audience change while your sound became poppier?

Lynn Gunn: Honestly, I try not to think too much about it. My main attention while creating music is to create what feels exciting for me and just hope that this can transport to the outside. Whoever is on board, that is exciting, but whoever isn’t or doesn’t enjoy it, that’s also totally okay. I’m not gonna lose too many thoughts about that or get to upset. I think evolution and growth is vital, especially as an artist. That’s an even flow and I’m happy to make new fans and to keep old ones.

minutenmusik: So you don’t like this thought of scenes that are separate from each other? Like this rock vs pop thing? Since you incorporate so many different genres into your sound: Do you think that you as a band belong to one of those scenes?

Lynn Gunn: I don’t feel like we belong to anything to be honest. I don’t want us to fit any where. I don’t want us to be pigeonholed to any scene or any genre. I just want the ones who like our music to like it and it shouldn’t matter what they listen to  or what they look like or which scene they belong to. I just want us to build an environment and a show, a place where everybody who enjoys our music can come to. But I do understand and like and am grateful for the scene that we came up with. The scene that gave us shows to play, that gave us tours to tour on. But I don’t feel compelled to stay or gravitate to any particular past or present. I just want our PVRIS to be what it is. I don’t think that anything should be able to claim it. I just want it to be free.

minutenmusik: Yes, sure, I think it must be very liberating for songwriting if you don’t want to fit in one scene.

Lynn Gunn: Definitely very liberating.

minutenmusik: For “Use Me” you have for the first time embraced your dominant role for the creative force of the band which is also shown in the album cover. Society is unfortunately not that accustomed to strong leading women. Did you receive any kind of negative feedback for this step? Or did you get the impression that some people didn’t like that you were finally reclaiming your right to be in this place of power?

Lynn Gunn: I think no matter what I do or what PVRIS does, there’s going to be some push-back or some resistance to any kind of decision. That’s just always like that whether it is with PVRIS or with the grocery store that is selling weird food. I think no matter what there’s always people that have an issue with it. But for the most part the majority of our fans have been very supportive and understanding. I haven’t really thought too much about it. This is what’s best for us and best for me and best for the band. That’s the dynamic that has worked and works and will be working for moving on. Again: people can stay on for the ride or if they feel bothered by it, they can leave and that’s no problem either way. But we’re gonna keep doing what works for us and that’s that.

minutenmusik: Yes I think that’s really important to keep doing what you want to do and not to think of others, especially when you’re in a band. But in which way did your acceptance of your leader role lead you to further possibilities when it comes to songwriting? Are there any things you did totally different for this record than before?

Lynn Gunn: Honestly, no. It’s pretty much the same dynamic as it has been before. I’ve been working with a different producer for this album. He really let me take more eyes on the production, I got to track every instrument and I got just full control over the direction of every song and every instrument and every track. It was really nice. He’s a really great collaborator and very supportive and it was a very peaceful, easy, fun album run with him. He’s amazing. I’m so grateful to have worked with him.

minutenmusik: That sounds perfect! Within the song “Use Me” but also within the album title you you sing about a very certain kind of love that has much to do with sacrificing oneself for the loved one. What meaning does this title have for you and where do you see the dangers for this kind of very extreme love?

Lynn Gunn: I do see the dangers of it, totally. That was kind of a big pattern for me. In the past few years I had a really hard time to draw the boundaries between me and my loved ones and observing how destructive this can be for yourself, no matter whether you’re giving something to the ones you love out of love. But at the end of the day you need to have your own boundaries and be able to take time for yourself and separate when you need to. That was a big pattern and a lesson I’ve learned in the last few years. But “Use Me” has kind of a double-edged feeling to it. There’s a really kind of cheeky, comical, sarcastic energy in it, but then also very genuine, caring, loving way to look at it. And I feel both ways, so I think it’s a cool dynamic with both of this.

minutenmusik: Which already leads me to my next question because in contrast in “Gimme a Minute” you talk about desperately wanting a pause from one’s own demons. And especially this year was very hard for everybody with the lockdowns and pandemic going on. What was your strategy for you as a band but also for you as friends to deal with this kind of situation?

Lynn Gunn: Despite the obvious darkness and severity of the situation, there has been kind a bit of tranquility just because of staying at home and having our entire schedule for the next year cancelled or postponed. I’ve been dealing with a lot of health issues in the last few years and I was definitely a little nervous for the next year with all this touring and the busy schedule, it’s really hard to take care of oneself within that. And I’m definitely nervous about how the next year is going to go, so a part of me despite of the obvious darkness of the pandemic is really grateful to have the time and space to take better care of my body and heal some things that I needed to and be able to rest for a second and not have that guilt around it which has been a big struggle for me for our entire career. So it was a time where I had to find the power to rest without feeling guilty for it. So that would be the one positive thing within it.

minutenmusik: I think that kind of matches the idea behind “Gimme a Minute”.

Lynn Gunn: (laughing) Yeah. The song was obviously written before the pandemic was even a thought, but it was absolutely about that feeling and about just really wanting a time to rest. A time to catch up and to do that without outside pressures to keep going. It is interesting how it lines up like that.

minutenmusik: One reason for your postponements was the Black Lives Matter-movement. How do you think that bands like yours can help to make the pain and oppression of marginalized groups visual in the long term and how would you describe the impacts of these times on you?

Lynn Gunn: It’s been a very heavy and reflective time for the United States especially. But I think that this needs to be a life long commitment to making sure that there is an equality and equity for those who are marginalized. I think for bands like us it’s using your platform and finding ways to facilitate ways to get back to particularly marginalized communities and stand in solidarity with them. And also to create a safe space within your shows and your families and the environments that you are playing in. I think it’s about being an ally and it’s a lifelong commitment. We can’t lose steam.

minutenmusik: Yeah sure, it’s very important to keep track on this. Although the times are currently very hard and unpredictable, how would you wish the next months to be like and what are your next steps and dreams for PVRIS as a band?

Lynn Gunn: I mean as a society and especially in the States as a collective, I really hope that my wishes for everybody to vote and make the right decision about it and hopefully being slightly on our way to progress of mending a lot of wrongs and a lot of toxic systems do come true. But that’s obviously going to take a lot of time. But I think that starts with making the right decision and choosing the right leaders. But right not as in ‘right’ but as in proper leaders, the ones who have empathy and are compassionate and want equality for everybody. So that’s my wish. And as PVRIS my wish is to stay sane and stay creative and hopefully keep connecting to everybody. And just in general for everybody to just stay safe and healthy.

Rechte am Beitragsbild liegen bei Sasha Samsonova.

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