Birdy, Schlachthof Wiesbaden, 30.09.2016

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Mit ihrem bereits dritten Album „Beautiful Lies” im Gepäck zeigte Birdy im Schlachthof Wiesbaden, wie weit sie sich entwickelt hat.

Erlangte sie zu Beginn ihrer Karriere in erster Linie durch ihre herausragenden Coverversionen unterschiedlichster Künstler größere Bekanntheit, so hat sich die nun 20-jährige Birdy mittlerweile ein stattliches Repertoire an Eigenkompositionen angeeignet. Was ihr Schaffen durchzieht, ist die oft melancholische und doch so hoffnungsvolle Grundstimmung ihrer Lieder.

Wie überzeugt Birdy von ihrer neuen Musik ist, zeigte sich leicht anhand ihrer Songauswahl. Neben dem Großteil der Songs von „Beautiful Lies“ wurden gleich drei Bonustracks der Platte gespielt. Zu einer Flötenmelodie, die sich als Intro zum neuen Song „Shadow“ erwies, begann das etwa 90-minütige Programm, welches vor allem durch seine wunderschönen Balladen getragen wurde.
Das schlichte Bühnenbild beschränkte sich auf lange, von der Decke hängende Tücher, die im Zusammenspiel mit einer oft dezenten Beleuchtung für eine ruhige, intime Atmosphäre in der immerhin mehr als 2000 Menschen fassenden Konzerthalle sorgten.

Birdy, Beautiful Lies

Mit „People Help The People“ sorgte schon nach kurzer Zeit einer von Birdys frühen Coverhits für Begeisterung. Daneben war „Skinny Love“ (von Bon Iver) einer von nur wenigen weiteren Titeln des Debütalbums, die noch den Weg auf die Setlist fanden – verzeihlich, wenn man sieht, wie gut die neuen Songs doch funktionieren.
„Lost It All“, das Birdy an die Zeit erinnert, in der sie noch lernte, gute Songs zu schreiben, und das folgende „Unbroken“, einer ihrer Lieblingstitel, stellten Höhepunkte des Abends dar. Auch der Titeltrack „Beautiful Lies“ zählte zum Besten, was geboten wurde. Hierbei glänzte Birdy zunächst ganz alleine am Flügel, bevor der Einstieg der Band das fulminante und doch so fragile Finale des Titels untermalte. Ohnehin setzten die Musiker, zu denen auch ein Violinist zählte, Birdy und ihre Darbietung immer wieder wirkungsvoll in Szene.

Ein Cover des Kate Bush-Klassikers „Running Up That Hill“ und Birdys eigener Hit „Wings“ vom Album „Fire Within“ als letzter Song des Hauptsets wurden vom Publikum sehr gut aufgenommen, bevor noch ein abwechslungsreicher Zugabenblock wartete.
Nicht nur das Duett mit dem fabelhaften Support Act Lawrence Taylor, mit welchem Birdy „Let It All Go“ zum Besten gab, sorgte für Gänsehaut. Gerade der „Beautiful Lies“ – Bonustrack „Winter“ lieferte mit Birdy an der Akustikgitarre und seiner beinahe mystischen Wirkung den vielleicht denkwürdigsten Moment des Abends. Eindringlich steigerte sich die schwermütige Stimmung des Stücks zu einem ganz großen Gefühlsinferno. Für die letzte Nummer legte Birdy ihr Instrument dann zur Seite und konnte sich allein auf den Gesang konzentrieren. Die tanzbare Single „Keeping Your Head Up“ belebte die Zuhörer ein wenig und stellte einen runden Abschluss des Konzerts dar.
Zwar war das Publikum über den ganzen Abend hinweg meist auffällig ruhig, doch dem Musikgenuss war das eher zuträglich.

Auf Birdys Musik muss man sich einlassen – und staunen. Birdy hat nicht nur eine einzigartige Stimme, sondern auch das notwendige Talent für Songwriting und inhaltliche Tiefe. Hinzu kommt eine sehr angenehme Bühnenpräsenz. Ihre Konzerte laden ein, sich in Gefühlen des Träumens und der Sehnsüchte zu verlieren. Stundenlang möchte man ihrem Klavierspiel und dem rührend warmen Gesang lauschen.

So hört sich das an:

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https://www.youtube.com/watch?v=guNu0chjVgo

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Fotos von: Olivia Bee.

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