Daily Thompson – Oumuamua

Daily Thompson - Oumuamua

Die Kunst auf dem Artwork lädt schon zum Träumen ein: Eine Art Meteorit (oder Raumschiff?) passiert gerade eine gigantische Wolke im All. Womöglich ein kurzer Ausschnitt einer langen Reise. Getränkt ist das Ganze in eine wunderbar subtil gehaltene und gleichzeitig geschmacksvolle Farbpalette. In gleichem Maße geht von dem Kunstwerk ein angenehmer Retro-Hauch wie auch etwas Zukunfts-Sehnsucht aus. Insgesamt vermittelt das Cover-Artwork eine ziemlich gute Idee von dem, was auf dem Album zu hören ist.

Trocken, schwer und nostalgisch, vor allem aber souverän

Was Daily Thompson auf ihrem Noisolution-Debüt alles zusammenbringen, lässt sich wohl am ehesten als beachtlich umschreiben. Der Opener, „She’s So Cold“, eröffnet das Album souverän und stellt direkt einen haushohen Namen in den Raum: Sonic Youth, wobei hier vor allem auf die repetitiv-kuriosen Momente der Gruppe verwiesen werden muss. Alternative Rock bildet einen der wichtigsten Pfosten, auf welchem Daily Thompsons Musik steht. Mit jedem weiteren Stück, auf dem Album, offenbaren sich zusätzliche Stilrichtungen, welche ihren Weg in Daily Thompsons Sound gefunden haben: „Sad Frank“ kommt mit etwas trockenem Stoner Rock daher. „Slow Me Down“, „Half Thompson“ und „Cosmic Cigar“ pendeln zischen Proto Metal, Spacerock, bluesigen Passagen und psychedelischen Gefilden. Beschlossen wird „Oumuamua“ mit schwerem Delta-Blues in dem Song „River Of A Ghost“.

Getragen wird das insgesamt vierte Album der Band von einer dichten, träumerischen Atmosphäre. Als größte Stärke des Trios stellt sich schnell die Fähigkeit heraus, verschiedenste Einflüsse in einem stimmigen Klangbild zu verbinden. Experimente kommen auf der Platte nicht zu kurz und Angst vor unkonventionellen Entscheidungen hat die Gruppe keinesfalls. Einziger Wermutstropfen ist die Eintönigkeit, welche sich trotz kreativer Schübe gelegentlich breit macht.

Retrowellen reiten

Bei der Masse an Retro-KünstlerInnen und Stoner-Rock-Newcomern, welche in den letzten drei bis vier Jahren den alternativen Musikmarkt mit Neuveröffentlichungen überschwemmen, ist es schön Gruppen wie Daily Thompson zu finden, welche nicht in der Nostalgie-Welle untergehen, sondern sie reiten. „Oumuamua“ dürfte zum einen Fans von Gruppen wie Petyr und Earthless ansprechen. Zum anderen aber auch das Interesse von LiebhaberInnen von Bands wie Ritual King oder den Labelkollegen Nap wecken.

Das Album ist hier erhältlich.*

Und so hört sich das an:

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Die Rechte am Albumcover liegen bei Noisolution.

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