The Hunna – Dare

Mit “100” veröffentlichten The Hunna aus England vor zwei Jahren ein vielversprechendes Debüt. Ohrwurmgarantie trifft auf abwechslungsreiche Songs trifft auf eine tolle Stimme trifft auf spannenden Sound. Wie so oft ist das zweite Album das schwerere, insbesondere bei einem derart grandiosen Start steigt der Druck auf die vier Musiker immens. Alles wagen, anstatt auf Nummer sicher gehen, sagt der Titel “Dare” aus – doch so wirklich passen der Titel und das Album dann doch nicht zusammen.

Als Opener wird direkt der Titeltrack gewählt, der mit einer zackigen Gitarre beginnt, eine ruhige Strophe als Einleitung wählt und dann erst im Refrain lauter und schneller wird – klingt wie einige der guten Tracks des ersten Albums. Problematisch wird es dann, wenn man genau diesen Satz bei den meisten der zehn Songs so hinschreiben könnte. Denn tatsächlich schlagen die meisten Songs in diese Kerbe, ob nun “One”, “Fever” oder “NY to LA”. Eher kontraproduktiv ist da, dass auch textlich der letzte Schwung herausgenommen wird – die Musiker wirken sehr verliebt. Und sagen das in jedem einzelnen Song. So wirkt das ganze Album doch weniger wie ein zusammenhängendes Werk und selbst die relativ niedrige Songanzahl doch zu lang. Überzeugen können da sogar eher die ruhigeren Stücke wie “Lover”, der sehr schöne Chöre einbaut oder “Mother”, der größtenteils auf Schlagzeug verzichtet und mit sehr verhallten Gitarren arbeitet. Diese brechen erst gegen Ende wirklich auf, was dem Song extrem gut tut. Als Closer wird dann tatsächlich noch der stärkste Songs des Albums rausgehauen: “Y.D.W.I.W.M.” (klingt ominös, heißt aber einfach You Don’t Want It With Me) beginnt mit einem schon beinahe an Classic Rock erinnernden Gitarrenriff und kann dieses Tempo tatsächlich auf ganzer Länge beibehalten. Auch das Schlagzeug wirkt hier gänzlich befreit und findet schnell in einen spannenden Groove. Und bei der letzten, wirklich genialen Bridge fragt man sich unweigerlich, wieso “Dare” hier aufhört und nicht erst anfängt. Denn statt dieses Niveau beizubehalten, wird auf teils wirklich komische Songwriting-Bausteine zurückgegriffen – “Summer Summer Summer” (im Song “Summer”) – hieß es nicht im Song “Brother” des Debüts “Brother Brother Brother”? Nun, generell herrschen große “Gab’s schon mal”-Momente vor.

Keine Frage – The Hunna haben Talent. Und einige Songs machen auch wirklich Spaß. Auf Albumlänge liegt das zweite Werk aber Meilen hinter dem Debüt. Schade, denn die abwechslungsreicheren Stücke haben wirklich großes Potenzial gezeigt. Es bleibt abzuwarten, welche Richtung die Band in Zukunft einschlagen will!

Das Album “Dare” kannst du dir hier kaufen.*

Und so hört sich das an:

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The Hunna live 2019:

  • 07.02.2018 Gebäude 9 Köln
  • 09.02.2018 Knust Hamburg
  • 15.02.2018 Lido Berlin
  • 20.02.2018 Ampere München

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Rechte am Albumcover liegen bei Warner Music.