We Were Promised Jetpacks – The More I Sleep The Less I Dream

We Were Promised Jetpacks - The More I Sleep The Less I Dream - Artwork

In sachten Pastelltönen gehaltene Wolken schieben sich über eine Berglandschaft, die von weißen Strichen durchzogen ist. Über der idyllischen Szenerie schwebt in weißen Buchstaben der Titel “The More I Sleep, The Less I Dream”. Dieses Mal gilt tatsächlich, dass die Verpackung viel über den Inhalt zu sagen weiß, denn beim vierten Album der Indie-Band We Were Promised Jetpacks stehen alle Zeichen auf Melancholie. Knapp 9 Jahre ist es her, dass die Briten mit “Quiet Little Voices” einen der schönsten Indie-Songs überhaupt veröffentlicht haben – was hat die Band ein Jahrzehnt später zu bieten?

Anstatt das Publikum kopfüber in ein Werk zu schubsen, entscheidet sich die britische Band für ein Intro, das eher einem fragmentarischen Werk als einem wirklichen Song gleicht. Verhuschte Klänge rauschen durch die Hörgänge, hallende Gitarren werden eingesetzt, irgendwann schält sich ein sanftes Schlagzeug aus der Trägheit hervor, das sich schließlich in einem Trommel-Wirbel ähnlichen Beat fängt. Im Laufe des Songs entsteht eine immer dichtere Soundwand, die einen unweigerlich ergreift. Diese Stimmung wird auch im Folgenden beibehalten, auch wenn die Songs immer wieder nach vorne preschen. “In Light” wird durch die E-Gitarren in den Refrain getrieben, nur um dann wieder zurückzufallen und in Melancholie zu tauchen. Zur Mitte der Platte darf bei “Hanging In” endlich mal die Sonne durch die Wolken brechen, die Melancholie wird für kurze Zeit abgestreift, zum ersten Mal dominieren die Dur-Klänge, das Herz wird tatsächlich etwas leichter. Ansonsten dominiert die pastellfarbene Idylle, die zwar immer wieder angeknackst wird, aber am Ende doch die gesamte Platte umspannt. Besonders hervorzuheben ist die abwechslungsreiche Gitarrenarbeit, die jedem einzelnen Song eine ganz besondere Struktur verleiht. In “Someone Else’s Problem” werden sie so sanft und hell angeschlagen, als wären sie eigentlich Harfen, in “When I Know More” klingen sie plötzlich nach Interpol. Als man schon vollends in die Melancholie eingetaucht ist, reißt “Repeating Patterns” nochmal das Segel in eine gänzlich andere Richtung. Ein vertrackter Beat, eine zappelnde Gitarre, Adam Thompson singt plötzlich in Kopfstimme, der Song schreit so nach Indie-Party, dass man sich fragt, wo das plötzlich herkommt. Lange hält diese Stimmung jedoch nicht an, als Outro fungiert der Titeltrack, der ganz unklar und unbestimmt dahin plätschert und mit leisen Gitarren und Worten verklingt. Wie in einem Traum.

Auch 2018 ist noch eine Menge Platz für Melancholie, We Were Promised Jetpacks nutzen diesen sehr gerne aus. Langweilig wird die Platte dafür jedoch an keiner Stelle, dafür sorgen spannende Rhythmuswechseln und eine unglaublich abwechslungsreiche Instrumental-Arbeit. So wird man gerne in den Schlaf gesungen!

Das Album “The More I Sleep The Less I Dream” kannst du dir hier kaufen.*

Und so hört sich das an:

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von YouTube nachzuladen.
Inhalt laden

PGlmcmFtZSBhbGxvdz0iYXV0b3BsYXk7IGZ1bGxzY3JlZW4iIGFsbG93ZnVsbHNjcmVlbiBjbGFzcz0iYXJ2ZS1pZnJhbWUgZml0dmlkc2lnbm9yZSIgZnJhbWVib3JkZXI9IjAiIG5hbWUgc2FuZGJveD0iYWxsb3ctc2NyaXB0cyBhbGxvdy1zYW1lLW9yaWdpbiBhbGxvdy1wcmVzZW50YXRpb24gYWxsb3ctcG9wdXBzIiBzY3JvbGxpbmc9Im5vIiBzcmM9Imh0dHBzOi8vd3d3LnlvdXR1YmUtbm9jb29raWUuY29tL2VtYmVkLzI3N1ZmTkkxRGJnP2l2X2xvYWRfcG9saWN5PTMmIiB3aWR0aD0iNDgwIiBoZWlnaHQ9IjI3MCI+PC9pZnJhbWU+

 

 

Website / Facebook / Instagram / Twitter

We Were Promised Jetpacks 2018:

  • 30.11.2018 Lido Berlin
  • 26.11.2018 Chelsea Wien
  • 27.11.2018 Orpheum Graz
  • 28.11.2018 Ampere / Muffatwerk München
  • 29.11.2018 Kulturhaus Karlstorbahnhof Heidelberg
  • 30.11.2018 Luxor Köln

Rechte am Albumcover liegen bei Big Scary Monsters.