Petrol Girls

Petrol Girls, Tsunami Club Köln, 13.02.2020

Stereotypen von Genres verfestigen sich durch Repitition und Bevorteilung bestimmter Abläufe und Protagonisten gegenüber marginalisierten Gruppen. Kein Wunder also, dass man beim Wort „Post-Hardcore“ schlanke weiße Männer vor Augen hat, die sich zwischen Sprechgesang und Schreieinlagen über emotionale Befindlichkeiten auslassen. Dabei konnte diese Spielart doch schon immer mehr als die klassische The-Wave-Struktur und sollte gerade im Jahr 2020 auch offen für Reformation sein. Einen besonderen Dienst an der Sache trägt hier das queerfeministische Kollektiv Petrol Girls, die sich im vergangenen … Weiterlesen

Cover von The Deadnotes zweitem Studioalbum "Courage"

The Deadnotes – Courage

Musik muss ein Gefühl vermitteln. Wenn eine Band mich mit ihrer Kunst erreichen möchte, muss sie mich in eine bestimmte Stimmung versetzen, mir unangenehm aufstoßen oder auch einfach eine Identifikationsfläche bieten. Die Songs der aus verschiedenen Orten Deutschlands stammenden Band The Deadnotes konnten das leider bislang nicht schaffen. Das ändert sich nun mit „Courage“, dem zweiten Album des Trios.

Vermutlich könnte ich nun einen ellenlangen Aufsatz mit vagen Vermutungen füllen, warum die Musik der jungen Band mich bislang nicht berühren … Weiterlesen

Zensiertes Cover von Green Days "Father Of All..."

Green Day – Father Of All…

Knapp dreieinhalb Jahre ließen sich Green Day für den Nachfolger von „Revolution Radio“ Zeit. Das Ergebnis dieses Schaffensprozesses – in Realität saß die Band natürlich neben Tourneen und Familienangelegenheiten wohl deutlich kürzer an dem Endresultat – ist „Father Of All…“, ein 25-minütiger Disco-Punk-Ritt. Darauf reichert die Kalifornische Band ihren Punk-Rock mit etwas Indie, Rock’n Roll und Soul an und verpackt diesen in knackige Zwei-Minüter. Platz für Ruhepausen oder Balladen bleibt da nur wenig.

Unterstützung bekommt die Band dabei von der … Weiterlesen

The Murder Capital

The Murder Capital, Gleis 22 Münster, 04.02.2020

Musik gewordene Finsternis, bedrückende Melancholie, von tiefen Bässen getragener Klagegesag. Was The Murder Capital auf ihrem Debütalbum „When I Have Fears“ an atmosphärischer Dichte erzeugen, sorgte selbst in der überbordernden Post-Punk-Welle der Stunde für Aufsehen. Live müssen sich die Briten aber zumindest in Deutschland noch mit den kleinen Clubs, was irgendwie nicht so recht zusammen passen will. Diese gigantischen Soundwänden, diese bodenlose Tiefe eingesperrt im kleinen Gleis 22?

Junior Brother

Schwierige Umstände, bestmöglicher Output

Die Skepsis gewinnt noch an Gewicht, als sich … Weiterlesen

Martha

Indie-Punk zum Schockverlieben: Martha auf Tour

Manche Bands brauchen nur einen Takt zu spielen, damit man sich so richtig in sie verliebt. „Love Keeps Kicking“, das dritte Album der Brit*innen Martha, quillt nahezu über vor solchen unvergesslichen Momenten. Das Quartett macht es Indie-Punk-Fans aber auch fernab von den immens eingängigen Songs leicht, das Herz zu verlieren: Die bedingungslose DIY-Ästhetik sorgt für herrlich ungekünstelte Sounds und ungemein authentische Außenwirkung. Und obwohl hier eine Menge Punk drin steckt, ist von den Genre-typischen bellenden, latent aggressiven Ansagen keine … Weiterlesen

Cover von "Sorry For The Late Reply" von Sløtface.

Sløtface – Sorry For The Late Reply

Junge Menschen treibt vieles umher. Der Klima-Wandel, Rechtsruck-Tendenzen, hinzu kommen das Zurechtfinden in scheinbar erwachsenen Lebenssituationen, zerbröselnde Liebesbeziehungen sowie die Planung der eigenen Zukunft. „Sorry For The Late Reply“, das zweite Studioalbum der Indie-Punker Sløtface, schnappt sich für seinen Titel nicht nur eine Phrase, die den Zeitgeist junger Erwachsene griffiger nicht fassen könnte, sondern reißt in gleichem Zuge eben jene Themenbereiche an, die diese Gesellschaftsgruppe scheinbar in den Wahnsinn zu treiben scheinen. Das alles packt die Band aus der norwegischen … Weiterlesen

Sum 41, MEH Düsseldorf, 23.01.2020

Sum 41, Mitsubishi Electric Halle Düsseldorf, 23.01.2020

Sie haben einen Lauf: Seit 2016 sind Sum 41 zurück. Die Kanadier sind in den letzten Jahren größer geworden als je zuvor und bespielten mit ihrem Comeback-Album „13 Voices“ mehrfach große europäische Hallen. Im vergangenen Sommer legten sie mit „Order in Decline“ ein Nachfolgeralbum hin, mit dem sie jetzt schon wieder unterwegs sind. Nach zehn Jahren führte ihr Weg dabei auch nach Düsseldorf.

Die wunderbare, nie zu warm werdende Mitsubishi Electric Halle ist nicht ausverkauft, wirkt jedoch (abzüglich der obersten … Weiterlesen

Vukovi Fall Better Cover

Vukovi – Fall Better

VUKOVI sind nicht nur laut, sondern auch ein bisschen verrückt – und genau dafür steht die aus Glasgow stammende Rockband auch. Sängerin Janine Shilstone erklärte, dass die Musik ihr dabei helfe, über eigene Mental Health Probleme zu schreiben und diese ein Stück weit zu verarbeiten. Sie hoffe deshalb, dass sie mit ihrem neuen Album „Fall Better„, das am 24.01.2020 erscheint, auch andere Menschen erreichen kann um ihnen zu zeigen, dass sie nicht alleine Sind. Über ihre Fans sprechen … Weiterlesen

Radio Havanna, MS Riverstar Düsseldorf, 17.01.2020

Für den Release ihres mittlerweile siebten Studioalbums hatten Radio Havanna sich etwas ganz Besonderes überlegt: am 17.01.2020, den Tag der Veröffentlichung, spielte die Thüringer Punkband nicht nur eine exklusive Releaseshow in Düsseldorf, sondern veranstaltete das Ganze einfach mal auf einem Schiff! Während Radio Havanna also Songs ihres neuen Albums „Veto“ präsentierten, legte die MS Riverstar am Düsseldorfer Messegelände ab und fuhr anschließend bei romantischer Abendbeleuchtung den Rhein einmal hoch und wieder herunter. Für eine ausgelassene Partystimmung sorgte neben … Weiterlesen

Anti-Flag

Anti-Flag – 20/20 Vision

Wenn eine Punk-Band ihr 11. Album veröffentlicht, hoffen wohl die wenigsten auf eine klangliche Revolution, sondern viel eher darauf, dass die alten Helden immer noch etwas zu sagen haben – und sich mit ordentlich Dampf Gehör verschaffen. Wie gut dass Anti-Flag gelingt, beweisen die nackten Fakten: Obwohl das Quartett bereits seit 27 (!) Jahren fester Bestandteil der Punkwelt ist, können sich auch 2020 noch alte Hasen und junge Nachwuchsfans auf die Musiker aus Pittsburgh einigen. Und dennoch – „20/20 Vision“
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