Review zu Northlanes Album "Alien"

Northlane – Alien

Nach Ausflügen in poppigere Metalcore-Gefilde wenden sich Northlane mit ihrem Fünftling „Alien“ deutlich elektronischeren und düsteren Sounds zu und behandeln in dem Zuge ein unangenehmes Thema: die unglückliche Kindheit von Frontmann Marcus Bridge zwischen Drogen und physischer Gewalt. Ein solch persönliches Thema in einer Form anzugehen, die der breiten Öffentlichkeit zugänglich ist und somit viel Angriffsfläche bietet, ist mutig. Alleine, dass der Australier so offen über seine ersten Lebensjahre schreiben kann, zeigt jedoch: die biographische Geschichte beherbergt ein gutes Ende. … Weiterlesen

Swain – Negative Space

Ein „Negative Space“ (zu deutsch: Negativraum) ist in der Kunstwelt die Fläche, die das im Fokus stehende Subjekt eines Werkes umgibt. Dieser Freiraum enthält keine kleinen Details, keinen Inhalt. Er ist trotz seiner Banalität für die Existenz der Positivseite essentiell. Alleine durch diese Flächen wird die „aktive Seite“ der Darstellung erkennbar. Sie erhält durch den „Negative Space“ die nötige Aufmerksamkeit. Das wohl bekannteste Beispiel, das sich diesen „Negative Space“ zu nutzen macht, sind in schwarz-weiß gehaltene Darstellungen von Objekten, die … Weiterlesen

Angel Du$t, MTC Köln, 20.07.2019

Hardcore hat viele verschiedene Gesichter. Eines mit einer ekelhaft verzerrten Fratze ist das des unangenehmen Prollo-Verhaltens auf Konzerten. Eines mit einem einladenden Lächeln und warmen Zügen ist das der häufig propagierten Offenheit und Toleranz gegenüber Außenseitern und gesellschaftliche Randgruppen. Angel Du$t spielen auf ihrem aktuellen Album „Pretty Buff“ zwar genau genommen eher eine verspielte Punk-Rock-Gangart, die Hardcore-Vergangenheit des Quintettes scheint dabei jedoch noch immer durch. Im Rahmen der Tourneen zu der Platte schaute die Band gemeinsam mit Higher Power im … Weiterlesen

La Dispute, Schlachthof Wiesbaden, 08.07.2019

La Dispute, Schlachthof Wiesbaden, 08.07.2019

Der große Raum des Wiesbadener Schlachthofes ist heute bis auf die Hälfte seiner Ursprungskapazität verkleinert. An seiner angenehm weitläufigen Struktur ändert das nichts. Die Fläche, die man für das Publikum freigehalten hat, ist um 21.30 Uhr gut gefüllt. Es dröhnt elektronischer Indie aus den Boxen, während sich das Hallenlicht langsam dimmt. Das Bühnenbild ist schlicht: lediglich zwei große weiße Laken hängen hinter den Verstärkern, auf den Amps thronen drei leuchtende Kristalllampen. Nun ertönt „Rose Quartz“, das rein instrumentale Intro des … Weiterlesen

Suicideboys, E-Werk Koeln, 02.07.2019

Suicideboys, E-Werk Köln, 02.07.2019

In seinem „Das Lied vom Tod“ besingt der Schweizer Tausendsassa Bonaparte die engstirnige Konzeption von Musikgenres und kommt im gleichen Zug zum Schluss: wenn sich Hip-Hop und Punk nur noch selber reproduzieren, kann man sie gleich für tot erklären. Dafür dass Rap-Musik sowohl „punk“ sein, als auch dem Zeitgeist entsprechen kann, stehen die Suicideboys aus New Orleans ein. Das Duo vermischt zunehmend den rauen Spirit des einst so simplen Gitarren-Genres mit der spontanen Ader des Raps. Kein Wunder, dass die … Weiterlesen

Jamie Lenman - Shuffle

Jamie Lenman – Shuffle

Die „Shuffle-Funktion“ digitaler Musikabspielendgeräte ist schon lange nichts neues oder ungewöhnliches mehr. Gerade in Zeiten von Streaming-Playlisten und erfolgreichen Single-Veröffentlichungen mutiert das Produkt „Album“ immer mehr zur obligatorischen Nebensache. Die zufällige Wiedergabe rückt im Laufe dieser stetig fortschreitenden Entwicklung immer mehr in den Vordergrund. Jamie Lenman spielt mit dem Titel seines ersten Cover-Albums „Shuffle“ auf genau diese Abspielfunktion modernen Konsumverhaltens an. Einen passenderen Rahmen könnte man diesem bunten Pop-Kultur-Potpourri vermutlich nicht verschaffen.

Der ehemalige Reuben-Fronter arbeitet sich in vierzehn … Weiterlesen

Suicideboys Gewinnspiel Köln Leipzig Stuttgart 2019

Die Suicideboys gehen erneut auf Tour – und wir verlosen Tickets

Von den vielen aufstrebenden Amirap-Acts gehören die Suicideboys aus dem amerikanischen New Orleans wohl zu den unkonventionellsten und spannendsten. Den stetigen Aufstieg des Duos kann auch die schier unbändige Energie, die in Musik und Auftritten transportiert wird, sowie die in den Texten manifestierte Wut nicht aufhalten – dafür ist die Latte, die die Rap-Crew legt, einfach zu hoch. Mit ihrer aktuellen EP „Live Fast Die Whenever“ (erschien im vergangenen Mai), die in Zusammenarbeit mit Blink-182-Schlagzeuger Travis Barker und KornWeiterlesen

Mannequin Pussy - Patience

Mannequin Pussy – Patience

Mannequin Pussy könnten die nächste Szene-Hype-Band der Stunde sein. „Patience“ heißt das dritte Studioalbum des Quartettes aus der amerikanischen Großstadt Philadelphia. Auf dem arbeitet die Punk-Band erstmals mit Szene-Sternchen Will Yip zusammen, der in letzter Zeit unter anderem für La Dispute, die Menzingers und Angel Du$t an den Reglern saß. Diese Kooperation tut dem einst so ungestümen Sound der Band gut.

Wenn die ersten Töne von „Patience“ ertönen, mag man fast meinen man lausche einer unaufgeregt klingenden Indie-Punk-Band aus … Weiterlesen

Bonaparte - Was Mir Passiert

Bonaparte – Was Mir Passiert

Für Bonaparte alias Tobias Jundt war Stillstand noch nie eine Option. Vom anfänglich rauen, experimentellen Elektro-Punk bewegte sich der Songwriter schnell weg, wagte sich zunächst an elektronischeres („Bonaparte“), später an orchestrale Arrangements („The Return Of Stravinsky Wellington“). Auf seinem sechsten Studioalbum nimmt der Schweizer nun Afro-Beats in den Fokus, die er geschickt mit seinem Elektro-Indie-Soundkonstrukt vermischt. Auch diesmal scheint es den 41-Jährigen also nicht auf der Stelle zu halten.

Für die Arbeiten an „Was Mir Passiert“ quartierte sich Jundt in … Weiterlesen

Unsere Lieblingscover – nicht aus Südtirol!

Aufgrund einer aktuellen Veröffentlichung, die uns musikalisch genauso interessiert wie Fußpilz, servieren wir euch heute ein buntes Potpourri unserer Lieblingscover. Keine Sorge – es handelt sich hier ausschließlich um Qualitätsware. Aus Südtirol ist also musikalisch nichts dabei.

Adele – Lovesong

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