half·alive – now, not yet

Seien wir mal ehrlich: Die „Summertime Sadness“ besingt nur Lana Del Rey mit genügend Überzeugung, um auch in der hellsten Jahreszeit Trübsal blasen zu wollen. Sperrige, melancholische und elegische Werke passen nun mal viel besser zur heißen Tasse Kakao auf der heimischen Couch als zur großen Gartenparty, zu ausgelassenen Sommernächten oder dem lauten Freibad. Umso passender scheinen hingegen lockerflockige Kompositionen, wie sie Half·alive aus dem Stehgreif beherrschen. Auf ihrem Debütalbum tragen sie jedenfalls gleich zehn Songs im Jutebeutel, zu denen … Weiterlesen

The Murder Capital – When I Have Fears

Im straff getakteten und immens überladenen Social-Media-Dschungel verliert man schnell den Überblick. Hypes entstehen hier viel schneller als noch vor Jahren, jedoch gehen genau so viele Musiker*innen dank der stets präsenten Konkurrenz auch viel schneller wieder unter. Bei dem großen Online-Wettrüsten spielen The Murder Capital nicht mit. Das britische Quintett hüllt sich bewusst in Schweigen und erzeugt dank der wirklich beeindruckenden Musik etwas, das der modernen Musikindustrie sehr oft abhanden kommt: Magie, Spannung, etwas Geheimnisvolles. Auf ihrem Debüt „When I … Weiterlesen

Burna Boy – African Giant

Burna Boy, der aktuell bestimmt größte aufsteigende Stern des afrikanischen Kontinents setzte am 26.7. mit „African Giant“ ein dickes, fettes Ausrufezeichen in die Musiklandschaft. Obwohl Album Nummer Eins schon 2013 erschienen ist, schaffte es der gebürtige Nigerianer leider erst mit Nummer Drei (Outside – 2018) auf ein Major-Label und zu US-Ruhm und schließlich mit „African Giant“, Nummer Vier, in die weltweiten Playlisten – will sagen, die Playlists der westlichen Welt. Das, liebe Leser, lädt zum Nachdenken ein.

Dass Burna Boy … Weiterlesen

Freya Ridings – Freya Ridings

Es ist selten ein guter Einstieg, eine Rezension mit einem „für Fans von“-Vergleich zu beginnen, doch in diesem Fall liegt die Parallele einfach auf den Hand. Ähnlich wie die britische Indie-Pop-Band London Grammar überzeugt nämlich auch die britische Newcomerin Freya Ridings vor allem mit ihrer fesselnden, dunklen Singstimme.

Streng genommen ist Freya Ridings allerdings gar keine Newcomerin mehr, denn bereits seit 2017 machte die Singer-Songwriterin durch erste Veröffentlichungen und Support Slots für Szenegrößen wie Lewis Capaldi und Tash Weiterlesen

Julia Michaels – Inner Monologue Part 2

Als Singer-Songwriterin hat Julia Michals in der Vergangenheit bereits bei so einigen großen Projekten mitgewirkt und konnte sich dadurch immer wieder einen Namen machen. Egal ob Demi Lovato, Fifth Harmony, Justin Bieber, Gwen Stefani, Shawn Mendes, John Legend, Selena Gomez, Rita Ora oder Kelly Clarkson – sie alle durften schon in den Genuss der kreativen Ergüsse von Julia Michaels kommen. Mit ihrer Debütsingle „Issues“ aus dem Jahr 2017 konnte sie erstmals auch selber als Solo-Sängerin einen riesigen Erfolg feiern, den … Weiterlesen

Review zu Northlanes Album "Alien"

Northlane – Alien

Nach Ausflügen in poppigere Metalcore-Gefilde wenden sich Northlane mit ihrem Fünftling „Alien“ deutlich elektronischeren und düsteren Sounds zu und behandeln in dem Zuge ein unangenehmes Thema: die unglückliche Kindheit von Frontmann Marcus Bridge zwischen Drogen und physischer Gewalt. Ein solch persönliches Thema in einer Form anzugehen, die der breiten Öffentlichkeit zugänglich ist und somit viel Angriffsfläche bietet, ist mutig. Alleine, dass der Australier so offen über seine ersten Lebensjahre schreiben kann, zeigt jedoch: die biographische Geschichte beherbergt ein gutes Ende. … Weiterlesen

Various Artists – Tiny Changes: A Celebration Of Frightened Rabbit’s „The Midnight Organ Fight“

Vor rund 11 Jahren erschien „The Midnight Organ Fight“, ein Album, das einem Manifest der Selbstzweifel und Angstzustände gleich kam. Vielen Menschen dienten die 14 Songs als helfende Hand, als warme Umarmung in den düstersten Stunden, als bester Freund, der immer verstand, wie es einem geht – und das bis heute. Viel zu oft neigt man dazu, zu vergessen, dass hinter diesen tieftraurigen Texten häufig auch zerschundene, einsame Seelen stecken. Genau dies war auch bei Scott Hutchinson der Fall, dem … Weiterlesen

Swain – Negative Space

Ein „Negative Space“ (zu deutsch: Negativraum) ist in der Kunstwelt die Fläche, die das im Fokus stehende Subjekt eines Werkes umgibt. Dieser Freiraum enthält keine kleinen Details, keinen Inhalt. Er ist trotz seiner Banalität für die Existenz der Positivseite essentiell. Alleine durch diese Flächen wird die „aktive Seite“ der Darstellung erkennbar. Sie erhält durch den „Negative Space“ die nötige Aufmerksamkeit. Das wohl bekannteste Beispiel, das sich diesen „Negative Space“ zu nutzen macht, sind in schwarz-weiß gehaltene Darstellungen von Objekten, die … Weiterlesen

Beyoncé/Various Artists – The Lion King: The Gift

Das war ihr offensichtlich nicht genug Aufmerksamkeit: Beyoncé durfte eine der Rollen in einem der meisterwarteten Kinofilme 2019 sprechen – allerdings keine wirkliche Schlüsselfigur. The Lion King zieht seit dem 17.7. wieder Millionen ins Kino. Auch 25 Jahre nach dem Original ist die Magie um Simba und seinen bevorstehenden Aufstieg als Anführer der Tiere Afrikas nicht verblassen. Disney hat voll aufgefahren und weder Kosten noch Mühe gescheut. Die Animationen zeigen neuste Techniken und hauen alles raus, was geht.

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Soundtrack: Various Artists – Der König der Löwen

Es ist schon erstaunlich, wie hoch die Trefferquote bei Disney-Filmen ist. Natürlich fühlt sich der eine oder andere bei dem oftmals an Cuteness überfrachteten Spektakel etwas überzuckert, letztendlich steht die größte Industrie für Animationsfilme aber seit fast 100 (!) Jahren stets für Kreativität und einfach blendende Familienunterhaltung. Dabei hat jede Generation ihren ganz persönlichen Film. Kinder der 90er sind sich wahrscheinlich einig. Zwar liegen Die Schöne und das Biest, Aladdin oder Arielle – Die Meerjungfrau alle ganz gut … Weiterlesen