Bosse – Alles ist jetzt

In der deutschen Indie-Pop Landschaft gab es in den letzten Jahren kaum eine Möglichkeit an einem Mann vorbeizukommen. Die Rede ist von Axel „Aki“ Bosse, oder kurz: Bosse. Veröffentlichte er zwar bereits 2005, also vor ganzen 13 Jahren sein Debütalbum, gelang ihm der endgültige Durchbruch 2013 mit der Single „Schönste Zeit“, die auf seinem fünften Album „Kraniche“ zu finden ist. Fünf Jahre, ein Platz-1-Album und unzählige ausverkaufte Konzerte später steht nun seine siebte Platte „Alles ist jetzt“ in den Startlöchern, auf dem sich der Braunschweiger an modernere Klänge heranwagt und so seinen Stil gekonnt weiterentwickelt.

Bereits in den Vorab-Singles deutet Bosse darauf hin, dass es musikalisch in eine etwas andere Richtung gehen wird, als noch auf den Vorgängeralben. Und das setzt sich auch auf der gesamten Platte so fort: Synthesizer ersetzen Bläser und Streicher, der Sound wirkt elektronischer, moderner und klarer. Daran muss man sich zwar erst ein bisschen gewöhnen, dieser „neue“ Stil verschmilzt jedoch sehr schnell mit Bosses eigener Art, in Songs Geschichten zu erzählen und bildet einen schönen Kontrast zu seinen bisherigen Songs.

Während man diese Weiterentwicklung vor allem in den ersten drei Songs der Platte bemerkt, die eher poppiger sind, kommt mit dem vierten Track ein leichter Umschwung zum melancholischen und leicht pathetischen „Robert de Niro“, das das Gefühl von Ratlosigkeit, Fassungslosigkeit und sich fehl am Platz fühlen mit der Metapher „wie Robert de Niro bei Berlin Tag und Nacht“ wundervoll auf den Punkt bringt. Unterbrochen von der groovigen Fernweh-Hymne „Wanderer“ geht es dann auch schon mit feinsten Herzschmerz-Balladen weiter. So erzählt Bosse in „Ich warte auf dich“ herzzerreißend von schlaflosen Liebeskummer-Nächten, bevor mit „Die Befreiung“ dann doch wieder alles gut wird.

Und so ganz scheint Bosse den Streichern dann doch nicht abgeschworen zu haben, erklingt in der Ballade „Indianer“ hier und da doch die eine oder andere Streichbegleitung. Doch ansonsten wird auch in der zweiten Hälfte des Albums der modernere Stil aufrecht erhalten, so etwa im Beat von „Overkill“, der fast schon an britische Indie-Pop-Bands erinnert. Lediglich das Outro „Ich bereue nichts“ könnte sich genauso auch auf „Kraniche“ oder „Engtanz“ befinden.

Einziges Manko: Der Platte fehlt ein richtiger Hit, wie es beispielsweise “Schönste Zeit”, “3 Millionen” oder “Steine” auf den Vorgängeralben waren. Aber das ist nun wirklich Meckern auf hohem Niveau.

Denn trotz der musikalischen Weiterentwicklung ist Bosse seinen persönlichen und auf den Punkt gebrachten Texten und wunderschönen Metaphern treu geblieben und kann somit bestimmt auch Fans seiner letzten Alben erneut überzeugen. Denn auch wenn „Alles ist jetzt“ vielleicht nicht seine stärkste Platte bisher ist, kommen mit ihr so einige neue Ohrwürmer, catchy Refrains und Tracks mit Lieblingssong-Potenzial.

Das Album “Alles Ist Jetzt” kannst du dir hier kaufen.*

Und so hört sich das an:

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https://www.youtube.com/watch?v=RWOE7_bRXSs

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Bosse live 2018:
01.11. – Cottbus, Gladhouse
02.11. – Chemnitz, AJZ Talschock
05.11. – Dortmund, FZW Freizeitzentrum West
06.11. – Bremen, Schlachthof
07.11. – Rostock, M.A.U. Club
09.11. – Kiel, Halle 400
10.11. – Hamburg, Große Freiheit 36
11.11. – Berlin, ASTRA Kulturhaus
22.11. – Fulda, Kreuz
24.11. – Freiburg, E-Werk
26.11. – Ravensburg, Konzerthaus
27.11. – Nürnberg, Löwensaal
28.11. – Regensburg, Eventhall-Airport
02.12. – Heidelberg, halle02

Bosse live 2019:
11.03. – Stuttgart, Liederhalle Beethovensaal
12.03. – München, Tonhalle
13.03. – Saarbrücken, Saarlandhalle
15.03. – Offenbach, Stadthalle
16.03. – Münster, MCC Halle Münsterland
17.03. – Erfurt, Thüringen-Halle
19.03. – Berlin, Columbiahalle
20.03. – Berlin, Columbiahalle
22.03. – Hamburg, Sporthalle
23.03. – Hamburg, Sporthalle
25.03. – Leipzig, Haus Auensee
26.03. – Hannover, Swiss Life Hall
27.03. – Bremen, Pier 2
29.03. – Köln, Palladium
30.03. – Köln, Palladium
22.08. – Bochum, Zeltfestival Ruhr
23.08. – Dresden, Junge Garde
24.08. – Braunschweig, Volksbank BraWo Bühne

Die Rechte für das Albumcover liegen bei Universal Music.

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