Cover des Bloc Party Albums "Alpha Games".

Bloc Party – Alpha Games [Doppel-Review]

Sechs Jahre ist kein neues Bloc Party-Album erschienen. „Alpha Games“ nun ist die erste Platte, die Kele Okereke (Gesang, Gitarre) und Russel Lissack (Gitarre) gemeinsam mit den zwei Neuzugängen Justin Harris (Bass) und Louise Bartle (Schlagzeug) geschrieben haben. Grund genug sich dem Ganzen in einer Doppel-Review zu widmen.

Autor Jonas sagt:

Der Sturz war ein heftiger. Ein paar Zähne ausgeschlagen, eine Platzwunde an der Stirn, dröhnender Schädel. Als Bloc Party – einst bis in den Indie-Himmel gelobt – im Frühjahr … Weiterlesen

Cover des Paula Hartmann Debüt-Albums "Nie Verliebt".

Paula Hartmann – Nie Verliebt

Das 21. Jahrhundert bringe keine Pop-Stars mehr hervor, heißt es manchmal. Dabei müsste es eher lauten, dass das 21. Jahrhundert nur noch wenige universelle Pop-Stars hervorbringt. In Szene-Mikrokosmen gibt es nämlich doch immer wieder Musiker*innen, die zu heimlichen Szene-Sprachrohren mit Vorbildfunktion emporgehoben werden. Lil Peep zum Beispiel im Emo-Rap, Tyler. The Creator im amerikanischen Hip-Hop generell, Girl In Red im Bedroom-Pop. Die Künstlerin, um deren Debütalbum sich dieser Text dreht, wird wohl zukünftig zu einem solchen Mikro-Star emporsteigen: Paula Hartmann.… Weiterlesen

Cover des Bilderbuch-Albums "Gelb Ist Das Feld".

Bilderbuch – Gelb Ist Das Feld

Bilderbuch machen es ihren Fans niemals leicht. Der Durchbruch gelang den Österreichern mit dem Indie-goes-Hip-Hop-Querschlag „Schick Schock“, der Nachfolger „Magic Life“ dann stapelte Schicht auf Schicht, war weniger greifbar, experimenteller und doch unkonventionell eingängig. „Maschin“ und „Bungalow“ mauserten sich in den Jahren drauf zu Hits, die keine coole Indie-Party missen durfte. Der Jahresumbruch 2018 zu 2019 brachte dann nicht nur gleich zwei neue Bilderbuch-Alben, sondern auch eine Neuausrichtung. Waren Bilderbuch nach ihrer Gründung als Schulprojekt doch schrittweise vom klassischen Band-Sound … Weiterlesen

Bloc Party spielen live in der Garage in Nord-London.

Bloc Party, The Garage London, 30.03.2022

Knapp einen Monat vor Release beginnen die Live-Mühlen zu mahlen. Es knarzt noch ein wenig, stockt, aber dann greifen die Zahnräder flüssig ineinander. Ende April erscheint das neue, sechste Bloc Party-Album „Alpha Games“. Das möchte auch live gespielt werden. Deshalb leitet die Band diesen Releasezyklus offiziell mit einer Club-Show in der Heimat London ein. Knapp 600 Fans und neue Songs, die bislang nur Industrie-Interne und Journalist*innen zu Hören bekommen haben – der Abend ist also auch eine Probe für letztere.… Weiterlesen

Außenansicht der Islington Assembly Hall, in der Placebo spielten.

Placebo, Islington Assembly Hall London, 31.03.2022

Fünf Konzerte. Fünf europäische Städten. Allesamt handyfrei. Smartphones in kleinen Taschen verschlossen. Ungewohnt intim. 900 Menschen statt 15.000. Der Anlass: Das neue Album „Never Let Me Go“. Erschienen in der Vorwoche. Jetzt auf Nummer 1 in Deutschland. Die letzte dieser Shows in der Heimat London. Direkt ausverkauft, selbstredend. Islington Assembly Hall: Prunkvolle Halle aus den 1930er-Jahren samt Stuck und Wandverzierungen. Gespannte Menge, Altersschnitt um die 40, einige mit vielen Tattoos und Leder, früher alternativ. Kein Warmup, pünktlicher Beginn.

Licht aus, … Weiterlesen

Cover des Christian Lee Hutson Albums "Quitters".

Christian Lee Hutson – Quitters

Praktisch ein großer, überkreativer Haufen Freunde. Phoebe Bridgers, Lucy Dacus, Julien Baker, Conor Oberst – und auch Christian Lee Hutson. Sie alle Teil des amerikanischen Singer-Songwriter-Indies, kollaborieren, featuren, produzieren sich gegenseitig, sind eng befreundet. Auch das neue, zweite Album von Christian Lee Hutson profitiert von diesem dichten Kollaborationsnetz, denn es wurde gemeinsam von Bridgers und Oberst produziert wurde.

Schon „Beginners“, das niedlich-melancholische Debüt Hutsons, hatte damals Bridgers produziert. „Quitters“ nun ist nicht ganz so piano (aka behutsam und bedacht) gespielt … Weiterlesen

Cover des neuen Pup-Albums "The Unraveling Of Puptheband".

Pup – The Unraveling Of Puptheband

Es war an der Zeit frische Saiten aufzuziehen. „Morbid Stuff“ hatte den Sound der kanadischen Punk-Rock-Chaoten Pup auf die Spitze getrieben, was Härte und Melodiösität anging. Die EP „This Place Sucks Ass“ danach ließ ihn in die Sackgasse laufen: viel Neues zu entdecken gab es da nicht mehr in dem sarkastisch-humorvollen Noise-Punk des Quartetts. Es brauchte also neue Ausdrucksformen. Ausgerechnet eine altertümliche Holz-Villa in einer kleinen Großstadt nahe der US-Ostküste lies die Band diese ergründen. „The Unraveling Of Puptheband“ heißt … Weiterlesen

Cover des Denzel Curry-Albums "Melt My Eyez See Your Future".

Denzel Curry – Melt My Eyez, See Your Future

Sonnenbrille im Gesicht, Ziegenbart am Kinn, Poncho locker über den Schultern, zu Minispitzen gestyltes Haar. So wandert Denzel Curry im afro-futuristischen Video zu „Walkin“ erst durch ein Western-Dorf, dann durch die Wüste. Schritt für Schritt, dem großen Showdown entgegen. Über kilometerlange Dünen, durch Wüsten-Schluchten, vorbei an eingewehten Monumenten, brennenden Hütten und an Holzpfähle gefesselte Menschen. Hinter ihm einzig sein Schatten und seine Fußstapfen, nur gelegentlich sind auch andere Menschen zu sehen. Das Gehen generell ist ein Leitmotiv auf Currys fünftem, … Weiterlesen

Doppelreview: Mit ihrem 8. Album „Never Let Me Go“ sind Placebo zurück. So klingen die neuen Songs von Brian Molko und Stefan Olsdal!

Placebo – Never Let Me Go [Doppel-Review]

Neun Jahre lang haben sich Placebo für ihr achtes Studioalbum Zeit genommen. In der Zwischenzeit schrumpfte die Band um Brian Molko (Gitarre, Gesang) und Stefan Olsdal (Bass) zum Duo, veröffentlichte ein Best-Off und tourte mit diesem um die Welt. Achja: Eine Pandemie kam der Band auch noch dazwischen. Nun erscheint aber „Never Let Me Go“, Grund genug also sich dem Ganzen von zwei Seiten zu nähern. Uneinig sind sich unsere Autoren Christopher und Jonas schlussendlich aber nicht wirklich.

Christopher sagt Weiterlesen

Review: Auf "SZNZ: Spring" fabrizieren Weezer schießen Weezer meterweit an Zeitgeist und Feingefühl vorbei.

Weezer – SZNZ: Spring

Die gut dreißigjährige Karriere Weezers folgt einem stetigen Auf und Ab. Große Erfolge, gefühlte Flops, Hits, Mittelmäßigkeit, Aufrappeler. In der zweiten Hälfte der 2010er-Jahre etwa stand die Band vor allem für gewollt-zeitgenössischen Pop-Rock und (zugegebenermaßen gut ausgeführte) Cover. Dann, Anfang letzten Jahres, gelang den US-Amerikanern ein Befreiungsschlag, auf einmal interessierte sich wieder alle Welt für ihre Band. Der Grund: „OK Human”, ein peppiges Orchester-Album mit vielen gutlaunigen Sommer-Hits. Das war clever arrangiert, die Songs mitreißend und gleichermaßen kunstvoll. Gleich im … Weiterlesen