Jahresrückblick 2019: Lucie

Wenn ich auf das Jahr zurückblicke, habe ich das Gefühl dauergestresst gewesen zu sein (und bin es immer noch). Irgendwie kann 2019 nicht mit 2018 mithalten. Wahrscheinlich liegt das daran, dass ich nichts wirklich in Ruhe genießen konnte, ohne dass irgendwas an meinem Gewissen nagte. Mal mehr mal weniger zurecht. Naja. Glücklicherweise durfte ich mich über tolle neue Alben, Lieder und legendäre Konzerte freuen. Oft in Zusammenarbeit mit Promotern und Veranstaltern – vielen Dank! Mein zweites minutenmusik Jahr war also trotz schwierigen Prüfungen, Umzug und sehr holprigem Einstieg in die Masterthesis schon schön! Los geht’s jetzt mit meinen Lieblingsalben:

While She Sleeps – So What?

While She Sleeps So What

Schon seit ihrer ersten EP „The North Stands For Nothing“ begeistert mich die britische Metalcore-Band While She Sleeps. Besonders musikalisch zählen die fünf Jungs einfach zu meinen Lieblingen. Nach dem letzten Album „You Are We“ dachte ich nicht, dass es noch irgendwie besser werden könnte. Jedes Album zeigte zwar eine deutliche Entwicklung aber „You Are We“ schien der Höhepunkt zu sein. Da hatte ich wohl falsch gedacht. Mit „So What?“ legen die Jungs einfach noch eine Schüppe drauf. Sie zeigen sich darauf experimenteller, mutiger und noch provokanter!

 

Polar – Nova (für die Rezension einfach Klicken)

Polar - NovaPolar gehört zu den Bands, die ich erst bei einem Konzert lieben gelernt habe. Die Aufnahmen hab ich dann erst nach und nach angefangen zu hören. Sowohl „Shadowed by Vultures“ als auch „No Cure No Savior“ landeten immer regelmäßiger in der Wiedergabeliste und sind jetzt fester Bestandteil. Das aktuelle Album „Nova“ konnte mich aber auch direkt beim ersten Hören überzeugen. Die Platte lässt sich nicht so einfach einem Genre zuordnen. Das macht „Nova“ so interessant. Die 12 Lieder sind gut durchdacht und jedes einzelne bietet etwas andere Nuancen aus dem Bereich des Metal- und Hardcores. Grenzen setzten sich Polar dabei nicht.

Counterparts – Nothing Left To Love

Endlich ein neues Counterparts Album! Die drei Songs der „Private Room“ EP von letztem Jahr sind zwar allesamt echt genial, aber halt doch nur zusammen 6:40 Minuten lang. Das verlangte nach mehr. „Nothing Left To Love“ bietet nun 32 Minuten lang tolles Songwriting, so wie man es von den fünf Kanadiern kennt. Leichte Kost ist das Ganze nicht, wie schon der Titel vermuten lässt. Es geht traurig, depressiv und düster auf dem Album her.

 

 

The Narrator – Dark Rails (für die Rezension einfach Klicken)

The Narrator - Dark Rails

„Dark Rails“ ist zwar nur eine EP, kann aber mit fünf qualitativ hochwertigen Songs auf ganzer Linie überzeugen. The Narrator sind eine Hardcore-Band aus dem Ruhrgebiet und Bekannte von mir. Dass ihre zweite EP so gut gelungen ist, macht mich also schon etwas stolz. Die fünf Jungs schaffen es ohne viel Schnick-Schnack, dass jedes Lied im Kopf hängen bleibt. Besonders cool sind die Gastauftritte von Jay Kucera (Skywalker) und Christoph Koterzina (Callejon).

 

 

Neben den ganzen neuen Alben wurden 2019 natürlich auch jede Menge Lieder veröffentlicht, die einen Geschmack auf zukünftige Platten geben. Hier sind vier von denen, die ich sehr oft gehört habe bzw. höre:

    • Polaris – Masochist
    • Halsey – Graveyard
    • While She Sleeps – Fakers Plague
    • Bury Tomorrow – The Grey (VIXI)

Wenn man viel auf Hardcore, Metalcore oder auch Pop-Punk Konzerten unterwegs ist, ist es leider irgendwie ein Fluch und ein Segen, dass immer mindestens zwei wenn nicht sogar drei Vorbands auftreten. Der Abend ist verdammt lang, die einzelnen Spielzeiten aber zu kurz. Besonders der Headliner spielt dann meist nie viel länger als eine Stunde. Dafür kann man sich aber oft über Bands, die man eh selber mag, freuen oder kann Neue für sich entdecken. Jedenfalls gab es auch 2019 wieder Konzerte, bei denen das Line-Up wirklich toll war. Zum einen war das das Mildtfest, ein Pop-Punk Traum in Eindhoven mit Boston Manor, Real Friends, Belmont, Greyscale und co. Belmont gehen mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf. Ich mag zwar ein Spätsünder sein, aber die gefallen mir echt gut! Zum anderen fand ich die Kombination aus While She Sleeps zusammen mit Stray From The Path und Landmvrks in Köln echt fantastisch. Das war definitiv auch eins der besten Konzerte 2019 (Habe dazu auch einen Bericht geschrieben).

Weitere Top-Konzerte:

    • Bury Tomorrow am 11. & 13.08.2019 in Dortmund bzw. Aachen
    • Don Broco am 27.01.2019 in Köln (Bericht)
    • Polar am 06. & 11.05.2019 in Köln bzw. Essen (Bericht)
    • Never Say Die Tour am 09.11.2019 in Eindhoven

The Ghost Inside Los Angeles

Besonders in Erinnerung wird allerdings das Comeback von The Ghost Inside bleiben. Mein Freund und ich reisten an die Ostküste Amerikas, um das innerhalb weniger Minuten ausverkaufte Konzert der Hardcore-Band mitzuerleben. Was soll ich sagen? Es war beeindruckend! Leute aus aller Welt waren dort. Die Jungs haben ein ausgiebiges Set mit sage und schreibe 19 Songs zum Besten gegeben. Es war zunächst nicht klar, ob es noch weitere Konzerte geben wird, oder ob das die einzige Show nach ihrem Unfall war. Doch man spürte es; Die Band genoss den Auftritt, hatte Spaß und war nach fast vier Jahren endlich wieder dort, wo sie hin gehört: Auf der Bühne. Für nächstes Jahr sind auch schon exklusive Auftritte in Europa angekündigt! Es war also wirklich ein richtiges Comeback, auch wenn The Ghost Inside es jetzt erstmal langsam angehen lassen.

Bleibt jetzt nur noch zu erwähnen, auf was ich mich so in 2020 freue:

  • Halsey am 09.02.2020 in Frankfurt
  • Polaris – „The Death of Me“ am 21.02.2020
  • Bury Tomorrow’s neues Album voraussichtlich im April
  • Hoffentlich wieder ein tolles Festival mit meinen Freunden zu besuchen

Ich bin sehr glücklich darüber hier bei minutenmusik immer mal wieder Beiträge aus den etwas härteren Kreisen der weiten Welt der Musik beisteuern zu dürfen. Mal sehen, was 2020 so alles bringt!

Die Rechte der Beitragsbilder liegen bei Sleeps Brothers, Arising Empires, Pure Noise, Niko Brinkmann und Lucie.

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