The Sonder Bombs Clothbound

The Sonder Bombs – Clothbound

„In Leinen gebunden“, was „Clothbound“ auf Englisch bedeutet, klingt nach elegischer, zerdachter Musik. Quasi nach dem musikalischen Äquivalent eines eingestaubten Folianten, den konservative Professor*innen noch als das Aushängeschild gelungener Wissenschaft empfinden. Gerade deswegen ist es schon beinahe ulkig, dass gerade die queerfeministischen Sonder Bombs diesen Titel für ihr zweites Album wählen. Aber nach dem mit satten Farben und Cartoon-Ästhetik geschmückten Debüt „Modern Female Rockstar“ geht es auch auf dem Cover von „Clothbound“ plötzlich verdächtig ruhig zu. Schicken sich die Indie-Punker*innen … Weiterlesen

Annisokay - Aurora

Annisokay – AURORA

Was passiert, wenn sich eine Band von einem Mitglied trennt? Es muss Ersatz her. Bei den Instrumenten ist bei bestehenden Songs kein großer Unterschied zu erkennen. Das ist also in der Regel gar nicht so problematisch. Doch geschieht die Trennung vom Sänger oder der Sängerin und das auch noch vor anstehenden Shows, ist das schwer. Jedenfalls meistens. Bei der 2007 gegründeten Metalcore-Band Annisokay verlief die Trennung von Shouter Dave Grunewald nach dem Festival-Sommer 2019 ziemlich glatt. Die drei übrigen Jungs … Weiterlesen

Review: Portrayal Of Guilt treiben ihren nihilistischen Brachial-Hardcore auf "We Are Always Alone" in die Extreme.

Portrayal Of Guilt – We Are Always Alone

Das zweite Portrayal Of Guilt Album „We Are Always Alone“ treibt den brachialen Hardcore der Band weiter in seine Extreme: Von Nihilismus, düsteren Stimmungslagen und unkonventioneller Eingängigkeit.

Es ist ein harsches Statement einem Album in Pandemie-Zeiten einen Titel wie „We Are Always Alone“ zu geben. Portrayal Of Guilt Sänger Matt King jedoch nimmt solch nihilistische Posen nicht erst seit dem gesellschaftlichen Ausnahmezustand ein, durch den aktuell so viele Länder weltweit gehen: Seit jeher durchzog seine Textfragmente ein gewisser Hang zum … Weiterlesen

Suzane – Toï Toï Toï (+ Gewinnspiel)

„Alors on danse“, „Avenir“, „Desolé“, „Je veux“ – es sind nur wenige, aber dennoch echt große französischsprachige Hits, die sogar in den deutschen Charts bis auf die vordersten Plätze klettern konnten. Bekannterweise klingt die „Sprache der Liebe“ in vielerlei Ohren automatisch so, wie ein fluffiges Croissant vor dem La Tour Eiffel schmeckt. Stimmt dann auch noch der Sound, kann nicht mehr viel schief gehen. Die 30-jährige Suzane, bürgerlich Océane Colom, bringt einige raffinierte Finessen mit, die mit einem … Weiterlesen

Arlo Parks

Arlo Parks – Collapsed in Sunbeams

Längst vergangen scheinen die Zeiten, in denen Newcomer*innen mächtig Eindruck mit einem Debütalbum schinden mussten. Wenn dieses Erstwerk heute erscheint, haben die meisten längst Millionen Fans im Rücken, die über die vereinzelten Single-Releases angelockt wurden. Social Media tut sein übriges und so verbreitet sich die Nachricht vom neuesten Hype wie zuletzt bei Olivia Rodrigos „drivers license“ oder Billie Eilishs ersten EPs in Windeseile. So geschah es auch mit Arlo Parks, die mal eben Fans wie eben Eilish, aber auch Phoebe … Weiterlesen

Sperling

Sperling – Zweifel

In großen roten Lettern prangt das Wort „Zweifel“ auf dem Cover des Debüts von Sperling. Gerade für eine erste Platte ein bedeutsamer Titel, hausiert er doch weniger mit einer gewissen Arroganz denn mit einem Bewusstsein für die eigenen Unzulänglichkeiten. Dabei hätten Sperling durchaus das Recht, auch mal mit Stolz geschwellter Brust herumzustolzieren, wie der Langspieler eindrucksvoll beweist. Aber das junge Quintett ist vielleicht auch zu reflektiert für oberflächliche Selbstlobhudelei. Das übernehmen dann lieber die gängigen Online- und Printmedien, die Sperling … Weiterlesen

Passenger_Songsforthedrunk

Passenger – Songs for the Drunk and Broken Hearted

Und jährlich grüßt das Murmeltier. Man kann Sänger Mike Rosenberg alias Passenger vieles nachsagen. Dass er nicht kreativ sei oder nicht regelmäßig Musik veröffentlichen würde, allerdings weniger. Seit dem Jahr 2009 bringt der Sänger mit einer beeindruckenden Beständigkeit jedes Jahr ein neues Album heraus. Ausnahmen bestätigen die Regel. Und obwohl es nur wenige Songs wie „Let Her Go“ oder „Holes“ an die Spitze der Charts und das Bewusstsein vieler Menschen geschafft haben, beeindruckt Mike Rosenberg immer wieder aufs Neue mit … Weiterlesen

You Me At Six

You Me At Six – Suckapunch

Im Kollektiv den eigenen Dämonen den Kampf ansagen. Das machen You Me At Six nach ihrem, nun sagen wir mal schwierigen, sechsten Album „VI“ und möchten einen Schritt Richtung Zufriedenheit gehen. Dafür heuern sie aber tatsächlich noch einmal denselben Produzenten Dan Austin an. Was jetzt vielleicht nicht gerade nach einem hoffnungsvollen Rahmen für eine Rückkehr zur alten Stärke klingt, offenbart doch eine ziemlich erfrischende Richtung. „VI“ als Nährboden für die Zukunft einer einstigen Alternative-Institution?

Unerwartete Schläge und miese Laune

Ganz … Weiterlesen

Review: Da es mit My Chemical Romance gerade nicht weitergehen kann, veröffentlicht Gitarrist Frank Iero einfach noch eine Solo-EP.

Frank Iero And The Future Violents – Heaven Is A Place, This Is A Place EP

Frank Iero beschließt die nächste Era: Mit der „Heaven Is A Place, This Is A Place“-EP verabschiedet der My Chemical Romance-Gitarrist – wo es einer Pandemie wegen mit der Band doch nicht weitergehen kann, müssen wieder die Solo-Sachen ran – seine bereits dritte Live-Band-Besetzung: Die Future Violents. Das ist schlussendlich vor allem etwas für Fans.

Drei Eigenkompositionen und ein Cover vereinen sich auf der EP und teilen das Ganze in zwei Hälften: „Violence“ und „Sewerwolf“ klingen schwer, arbeiten mit … Weiterlesen

Review: Das dritte Blackout Problems-Album "Dark" legt weite Entfernungen in Richtung Eigenständigkeit zurück.

Blackout Problems – Dark

„Dark“ ist das Werk einer Band, die sich zunehmend mit den Prädikaten „selbstsicher“ und „eigenständig“ schmücken darf. Nach dem stellenweise grandios atmosphärischen, aber gerade in den Refrains teils flachen „Kaos“ legt das dritte Album der Münchener Blackout Problems weite Entfernungen zurück: Was die Qualität, aber auch was die Stilentwicklung angeht.

Sein Album bei all der textlichen Härte sowie bedrückend eindringlichen Atmosphäre mit einem Song wie „Murderer“ zu eröffnen, ist ein Statement. Doch Erwartungen scheinen bei Mario Radetzky, Marcus SchwarzbachWeiterlesen