Run River North

Run River North – Creatures In Your Head

Wenn alle Monster im Kopf so aussehen wie die auf dem Cover von Run River North, wäre die Welt ein ganzes Stück angenehmer. Auf dem zugehörigen Soundtrack „Creatures In Your Head“ ist der Griff in die Farbpalette musikalisch parallel zur Cartoon-Optik äußerst bunt. Dabei scheint sich diese Hingabe zu mythischen Kreaturen bei dem Trio als fester Teil der DNA etabliert zu haben. Ursprünglich hieß die Band gar Monsters Calling Home, nach der Umbenennung in Run River North behielten sie den … Weiterlesen

Review: Das zweite Album von Search Yiu pflegt mit seinem besinnlichen Sound alte Wunden statt sie aufzureißen.

Search Yiu – SY (+ Gewinnspiel)

Leidvolle Kunst ist kein seltenes Gut: Von Munchs berühmtem „Der Schrei“ über einen Großteil des Emo-Segments der Musik hin zu Horror-Filmen gibt es eine Vielzahl prominenter Beispiele für äußerst populäre und doch erschreckend bedrückende Kunst. Doch warum zieht den Menschen das Leid an? Diese Frage treibt nicht nur Künstler*innen selber sowie verquere Feuilletonist*innen umher, sondern spielt auch in privaten Kontexten durchaus eine Rolle. Gibt uns das Erleben solcher Kunst vielleicht etwas mit, was wir alleine nicht aufbringen können? Das zweite … Weiterlesen

The Pretty Reckless

The Pretty Reckless – Death By Rock And Roll

Wenn Rock-Musiker*innen auf die Meta-Ebene klettern und ihr hochheiliges Genre als Thema wählen, schlittern nicht wenige in das karge Land der Fremdscham. Zu Pathos behaftet, zu altbacken romantisch wirkt dieser Gestus gerade in einer Zeit, wo der Rock seine einst revolutionäre Bedeutung ohnehin für die breite Masse eingebüßt hat. Wenn nun The Pretty Reckless auf ihrem mittlerweile vierten Album „Death By Rock And Roll“ dem großen Narrativ folgen und dazu fleißig die Bluesgitarren nöhlen lassen, birgt das ein gewisses Risiko. … Weiterlesen

Milliarden

Milliarden, Club100 Bremen, 05.02.2021 [Streaming-Konzert]

Man weiß, die Lage ist ernst, wenn sogar Bands wie Milliarden, deren Charme so sehr aus dem direkten Speichel- und Schweißaustausch mit ihren Fans besteht, Streaming-Konzerte anbieten. Wenn man sich diese dann aber auch mal wirklich anschaut, scheint all das Herzblut direkt aus dem WLAN-Router zu spritzen. Denn wie Frontmann Ben Hartmann schon in unserem Interview zur neuen Platte „Schuldig“ angedeutet hat – die Berliner haben sich wirklich mächtig ins Zeug gelegt, um dem Format entsprechend beste Unterhaltung zu liefern. … Weiterlesen

Steiner & Madlaina - Wünsch mir Glück

Steiner & Madlaina – Wünsch mir Glück

Hach, für das verflixte zweite Album hätte man einigen Acts wirklich mehr Glück wünschen sollen. Was da auf dem Debüt so liebevoll angelegt wurde, versemmelt der Zweitling nicht selten komplett. Vorbei der Traum von der neuen Lieblingsband. Vielleicht ist Steiner & Madlaina dieses Schicksal erspart geblieben, weil sie die Aufforderung zum Daumen Drücken direkt in den Titel nehmen, vielleicht aber auch wegen ihres unterhaltsamen Zynismus. Wahrscheinlich aber vor allem, weil sie einfach verdammt gute Musikerinnen sind. So haben Madlaina Pollina … Weiterlesen

Lüt - Mersmak

Lüt – Mersmak

Mit „Mersmak“ veröffentlichen Lüt in diesem noch jungen Jahr den bereits zweiten musikalischen Streich, der seinen Ursprung im hohen, rohen Norden Norwegens hat. Vor wenigen Tagen erblickte das wunderbare „Post People“ von Heave Blood & Die das Licht der Welt. Lüt und Heave Blood & Die stammen beide aus dem abgelegenen, von urtümlicher Natur umgebenen Tromsø. Musikalisch weisen beide Bands, bis auf ihre unkonventionelle Herangehensweise, wenig Gemeinsamkeiten auf. Wo Heave Blood & Die musikalisch über die Zukunft der Menschheit philosophieren, … Weiterlesen

Heave Blood & Die - Post People

Heave Blood & Die – Post People

Der Titel „Post People“ lässt reichlich Interpretationsspielraum – und gerade dadurch macht er neugierig. Selbst Heave Blood & Die waren sich zunächst nicht ganz sicher, was diese rätselhafte Betitelung bedeutet. Lange haben die Bandmitglieder über diesen Namen philosophiert und sich dabei Konzepte über postapokalyptische Universen und der Zukunft der Menschheit ausgedacht. Irgendwann sind sie dann zu dem Entschluss gekommen, dass „Post People“ synonym für eine Welt steht, in welcher die Menschheit den Kapitalismus hinter sich gelassen hat, ihre Klimaziele erreicht … Weiterlesen

Sia ist mit neuer Musik zurück! "Music" ist sowohl ihr neues Studioalbum als auch der Soundtrack zu ihrem ersten eigenen Film.

Sia – Music (Songs From And Inspired By The Motion Picture)

Kacke gelaufen! Da macht eine dermaßen erfolgreiche Sängerin wie Sia erstmalig einen Film, ist für Regie, Produktion und Drehbuch zuständig – und erlebt schon bevor der Streifen Music anläuft den Shitstorm ihres Lebens. Zwar darf er sich frisch über zwei GoldenGlobe-Nominierungen freuen und hat bestimmt auch Chancen, dass Mitte März noch mindestens eine Oscar-Nominierung nachrückt – gleichzeitig fallen Kritiken von Fans vernichtend aus, obwohl die den Film bisher nicht mal kennen.

Wie so etwas sein kann? … Weiterlesen

Review: Das Debütalbum von Claud bietet eine willkommene Oase der Besseren Zeiten. Können wir jetzt endlich Sommer haben?

Claud – Super Monster

Ein Lockdown-Album ist „Super Monster“ nicht. Dafür ruft das Debüt von Claud, dem ersten Signing von Phoebe Bridgers Label Saddest Factory, zu sehr nach sonnenreichen Park-Abenden mit vielen Freund*innen. Das Problem: Im Februar 2021 könnte nichts weiter weg erscheinen. Gerade deshalb bietet das Erstlingswerk der Amerikaner*in – Claud selbst schreibt sich die Pronomen they/them zu – Zuhörer*innen mit seinem melancholisch-verträumten Songs eine willkommene Oase der besseren Zeiten an.

Satte Farben dominieren das Soundbild: Das deutet schon das Cover an. … Weiterlesen

Review: Audio88 & Yassin setzen hinter 11 der 13 Punkte ihrer "Todesliste" einen Haken. Zwei Songs wollen aber nicht so wirklich überzeugen.

Audio88 & Yassin – Todesliste

Team Normal ist zurück und hat eine „Todesliste“ im Gepäck. Auf der: Namen von Mitläufern und innovationsarmen Newcomer*innen, von Dieter N*hr und Alice W**del. Doch geraten Audio88 & Yassin auf ihrem fünften Album in eine Wiederholungsschleife?

„WUP“ gibt als „Schellen“-Kopie eine eindeutige Antwort: Zu ähnlich sind die Perspektiven, zu vorhersehbar die ironischen Überzeichnungen, zu offensichtlich live-tauglich Beat und Mitgröhl-Hook. Dem Himmel sei Dank – es regnet Rapper-Pisse – setzen die 12 restlichen Songs zum Gegenbeweis an. Der gelingt bis auf … Weiterlesen