Review: Autorin Lucie sieht in der Soundentwicklung des neuen Architects-Albums einen ganz klaren Trend rein in die Arenen.

Architects – For Those That Wish To Exist

Neben „wann finden endlich wieder Konzerte statt?“ ist eine der größten Fragen in der Szene, wie es mit der Metalcore-Band Architects weitergeht. Denn die vervollständigte vor etwa 2 Jahren die Album Triologie „Lost Forever//Lost Together“ (2014), „All Our Gods Have Abandoned Us“ (2016) und „Holy Hell“. Die ersten zwei Platten drehen sich um das Leben des Gitarristen und Songwriters Tom Searle nach einer Krebs-Diagnose. 2016 verstarb der gerade mal 28 Jahre alte Hauptcharakter der britischen Gruppe. Für „Holy Hell“ verwendeten … Weiterlesen

Review: Auch das "K.G."-Schwesteralbum bringt gewohnt hochklassige King Gizzard & The Lizard Wizard-Kost.

King Gizzard & The Lizard Wizard – L.W.

Natürlich dauert die Wartezeit auf das nächste King Gizzard & The Lizard Wizard Album gerade mal ein Vierteljahr an. Und natürlich musste auf den mikrotonalen Vorgänger „K.G.” auch das obligatorische Schwesteralbum „L.W.” folgen. Und natürlich vollzieht auch das wieder den bandtypichen Genre- und Einflussspagat. Und natürlich ist das auch wieder durchweg gut.

Brücken schlägt „L.W.” viele. Schon der Opener „If Not Now, Then When“ beginnt da, wo der erste Albumteil aufhörte. Bloß um dann die Spur zu wechseln und einem … Weiterlesen

Wolf Alice

Wolf Alice sind zurück mit „The Last Man on Earth“

Was macht man eigentlich, wenn man mit dem zweiten Album schon einen der begehrtesten Musikpreise der Welt gewinnt? Wenn es nach Wolf Alice geht, die für „Visions of a Life“ 2018 den renommierten Mercury Award entgegen nehmen durften, erstmal ein paar Monate zurückziehen und auf die eigenen Herzen hören. Worauf die Fans ohnehin sehnsüchtig warteten, bekommt nun inmitten des Lockdowns eine noch bedeutsamere Wirkung: Mit dem sphärischen „The Last Man on Earth“ kündigen Wolf Alice nun das dritte … Weiterlesen

Review: Julien Baker veröffentlicht mit "Little Oblivions" ihr Magnum Opus – zumindest in den Augen von Autor Jonas.

Julien Baker – Little Oblivions

Konnte „Turn Out The Lights“ noch als „überladen-reduziert“ umschrieben werden, aber blieb dem reduzierten Soundbild treu, so hängt Julien Baker mit „Little Oblivions“ nun endgültig den Songwriter-Perso an den Haken und meldet auf „Bandproduktion“ um.

Natürlich war „Turn Out The Lights“ kein schlechtes Album. Den Lofi-Charme des Debüts ertränkte das zweite Album der Musikerin aus dem US-Bundesstaat Tennessee aber dennoch im Pomp. Zu breit waren die Streicher, die im Mix mit Bakers angekratzter Stimme kuschelten, zu reduziert die Songideen, um … Weiterlesen

NOFX - Single Album

NOFX – Single Album

Mit „Single Album“ meldet sich der trotzige Punkrock-Pöbel rund um Mastermind Fat Mike zurück. Dabei gibt sich das kalifornische Quartett aufmüpfig und unbequem wie eh und je. Produziert wurde ihr aktuelles Werk von Descendents-Trommler Bill Stevenson. Natürlich erscheint das Werk auf Fat Wreck Chords, dem Label mit dem besten Labelnamen der Welt. „Single Album“ zeigt die Band von ihrer gewohnt schamfreien Seite. Wobei in den vergangenen Jahren durchaus der Anschein geweckt wurde, dass sich die Gruppe etwas von ihren Wurzeln … Weiterlesen

MOMOLAND x Chromance: via TikTok Hymne als K-Pop Band in die internationalen Charts

Denkt man an K-Pop, so kommen den meisten Gelegenheitshörer:innen vermutlich als erstes BTS und BLACKPINK in den Sinn. Die koreanische Musikszene hat natürlich weitaus mehr talentierte Gruppen zu bieten als nur diese beiden Namen, doch wie verschafft man sich als Band Gehör, wenn die Menschen in anderen Ländern die Sprache der Texte nicht verstehen?

Die Lösung ist ganz einfach: immer mehr asiatische Künstler:innen versuchen, sich mit beachtlichen Features auch international einen Namen zu machen.

Eine der K-Pop-Bands, die diese Taktik … Weiterlesen

Review: Wie ein Mixtape bringt Title Fight Co-Leader Ned Russin auf dem zweiten Glitterer Album verschiedenste Stile zusammen.

Glitterer – Life Is Not A Lesson

„Life Is Not A Lesson“ ist knackig zusammengeschustert wie ein Mixtape mit dem Besten aus Indie, Punk und Rock. Doch wer braucht heutzutage noch liebevoll kuratierte, auf individuelle Interessen zugeschnittene, Songsammlungen?

Personalisierte Mixtapes haben in der verführerisch glitzernden Streaming-Welt tatsächlich kaum eine Chance. In der haben algorithmusbasierte Playlists die Aufgabe übernommen, Freund*innen neue Musik nahe zu bringen. Richtig gute Mixtapes hingegen für bestimmte Stimmungslagen, ein ganz anderes Phänomen, für die gibt es Platz. Der Mensch schlägt eben noch immer den … Weiterlesen

Turnstile live im Kölner Gebäude 9 im März 2020

Turnstile, Gebäude 9 Köln, 03.03.2020

Eine Subkultur funktioniert in erster Linie immer über Abgrenzung zum Obersystem und zu anderen Subkulturen. Nach einer gewissen Zeit verschwimmen diese Grenzen, sodass die Abspaltung von anderen Untersystemen nur noch schwerlich zu erkennen ist. Dieser Prozess kann sich über mehrere Jahrzehnte ziehen. Der Hardcore hat seine Ursprünge im flotten US-Punk der späten 1970er-Jahre. Bereits seit Ende der 80er entwickeln sich aus dem harten Punk-Ableger weitere Subgenres. So öffneten Bands wie Hüsker Dü und Fugazi die simple Hardcore-Formel in den kommenden … Weiterlesen

Normandie - Dark & Beautiful Secrets

Normandie – Dark & Beautiful Secrets

Es ist nicht leicht sich seinen Ängsten und Geheimnisse zu stellen: „It’s buried deep, a state of mind But I won’t coward out of this fight“, singt Normandie Sänger Philip Strand im Song „Jericho“, der genau diese Schwierigkeit fokusiert. Das ganze Album „Dark & Beautiful Secrets“ des schwedischen Trios behandelt diese Thematik. Die Band, die sich in keine Schublade stecken lässt, wagt mit dem dritten Album einen Schritt ins Unbekannte. Strand erforscht therapeutisch sein Inneres und stößt auf dunkle Geheimnisse. … Weiterlesen

Eut - Party Time

Eut – Party Time

Ein Albumcover mit Statement-Charakter trifft auf einen Titel, der sich ja schon fast lächerlich offensichtlich gegen den aktuellen Zeitgeist stellt. Eut scheint es auf ihrem zweiten Album nun wirklich nicht an Selbstbewusstsein zu mangeln. Aber dafür gäbe es offensichtlich auch gar keinen Anlass. Denn wären Viren kleine Partytiere, läge es in der Macht von „Party Time“, die ganze Welt in zehn Songs von Corona freizutanzen. Aber da die kleinen Viecher ja leider kleine Spielverderber sind, können sich wenigstens die menschlichen … Weiterlesen