Review: Annelena Baerbock feiert LGoonys neue EP? Der inhaltlich Ausrichtung von "Go Green" wegen ist das gar nicht so unwahrscheinlich.

LGoony – Go Green EP

Es ist ein später Tag im September 2021. Die Partei Die Grünen gewinnt die Bundestagswahl. Auf der feierlichen Zeremonie läuft der Song „Go Green“ von LGoony. Annalena Baerbock, die neue Bundeskanzlerin, hebt eine Faust in die Luft, der Zeigefinger ist ausgestreckt, sie schwingt den Arm im Takt. Ihr anderer liegt um Robert Habecks Schulter. Er singt beschwingt mit: „Swagger fresh so wie Mint und mein Shirt ist so Green, yeah, yeah.“ Es ist die Hymne des Abends.… Weiterlesen

Review: Das dritte Turnstile-Album "Glow On" stellt die Regeln des Hardcore auf den Kopf. Was ein wohlig-warmes Blubber-Bad!

Turnstile – Glow On

Es blubbert, schimmert, umgarnt – all das sind keine typischen Umschreibungen für den Sound einer Hardcore-Platte. „Glow On“, das dritte Album der US-Amerikaner Turnstile, jedoch macht genau dies zu einem der spannendsten Genre-Alben der vergangenen zehn Jahre. Über fünfzehn Kapitel lädt die Band darauf in ein reinigendes Erholungsbad in Pastellfarben. Das hat – zwischen den Zeilen – jedoch auch seine kühlen Plätzchen, doch dazu an anderer Stelle mehr.

Schaumbad

Drei grobe Zutaten führt die Band um Sänger Brendan Yates beisammen, … Weiterlesen

Im Interview zu seinem schamlos guten Album "Exit Strategy" berichtet Drangsal von Aufbrüchen, Selbstsuche und Weiterentwicklung.

Interview mit Drangsal über „Exit Strategy“

Max Gruber sitzt vor seinem Computer. Auf seinem Kopf balanciert er ein Gipsmodell seines glatzköpfigen Schädels. Er lächelt zufrieden. Dann stellt er sein Ebenbild neben sich auf den Tisch. Fans von Grubers Musikprojekt Drangsal kennen seinen kahlrasierten Kopf mehr als gut: Er wird als Schlüsselanhänger vermarktet, im Video zu „Urlaub Von Mir“ hängt er sprichwörtlich von der Decke, in einem anderen Clip zum Song „Mädchen Sind Die Schönsten Jungs“ wiederum wird er eigenhändig mit einem stählernen Baseballschläger zertrümmert. „If Weiterlesen

Review:

Lorde – Solar Power [Doppel-Review]

„Solar Power“ ist ein untypisches Album für Lorde. Doch was erwartet uns auf dem neuen Album der Neuseeländerin? Alina und Jonas besprechen das Album ausführlich aus zwei Perspektiven.

Alina sieht das so:

Von der „Queen Bee“ zum „Writer in The Dark“, bis hin zum „Girl, Who’s Seen It All“. Kaum jemand hat in den vergangenen Jahren die Pop-Welt so eindrucksvoll geprägt wie Lorde. Mit gerade einmal 16 Jahren veröffentlichte die Neuseeländerin 2012 ihre Singles „Tennis Court“ sowie „Royals“. Noch im … Weiterlesen

Review: Wenn die Leoniden ein Doppel-Album veröffentlichen, dann verdient sich das auch eine Doppel-Review. Leonie und Jonas sind begeistert.

Leoniden – Complex Happenings Reduced To A Simple Design [Doppel-Review]

Wenn die Leoniden ein Doppel-Album veröffentlichen, dann verdient sich das auch eine Doppel-Review. Jonas fällt vor allem die musikalische Vielschichtigkeit des Albums ins Auge:

Die Leoniden sagten einst in einem Interview, dass sie wohl einfach weiter Platten veröffentlichen würden wie bislang. Diesen Plan hatte die Band ohne die Pandemie gemacht. „Complex Happenings Reduced To A Simple Design“ ist daher ein Album in vier Etappen geworden, das keine Grenzen kennt.

Complex Happenings: Episode 1 und 2

Zuallererst darf das dritte Album … Weiterlesen

Review: Das neue Deafheaven Album "Infinite Granite" beschneidet den Sound der Band und nimmt ihm damit seine Kontroverse.

Deafheaven – Infinite Granite

Gerade die Abstinenz von Live-Konzerten offenbart: Gitarrenmusik verfügt als Kunstform weniger denn je über Innovationskraft. Schon die wenigen letztjährigen Revolutionen der Gitarrensparte – man denke an das Emo-Revival in der Rap-Musik oder große Pop-Künstlerinnen, die in ganz klar 2000s-Einflüsse in ihre Musik einweben – kamen allesamt von außen. Wenn Rock-Musik also dank einer Pandemie auch nicht mehr dort lebendig werden darf, wo sie am buntesten aufblüht – im Club –, dann ergraut sie. Das neue Deafheaven Album „Infinite Granite“ ist … Weiterlesen

Interview: Leoniden Gitarrist Lennart Eicke gibt im Interview Aufschluss über das bislang komplexeste Album seiner Band.

Interview mit Leoniden über „Complex Happenings Reduced To A Simple Design“

Ganz normal: Als die Leoniden im kargen Dezember 2019 das erste Mal in ein Tonstudio fahren, um ihr drittes Album aufzunehmen, ahnen die fünf Kieler nicht, dass das Jahr 2020 alles auf den Kopf stellen würde. Der Pandemie sei Dank. In den Pre-Corona-Zeiten jedenfalls soll das Werk, aus dem schlussendlich das epochale „Complex Happenings Reduced To A Simple Design“ wird, im Ansatz gar nicht so vieles anders machen als seine knackig zusammengezimmerten Vorgänger. Doch es kommt anders: Erst über anderthalb … Weiterlesen

Billie Eilish – Happier Than Ever [Doppel-Review]

Kaum ein Album wurde dieses Jahr so sehr erwartet, wie der Zweitling von Billie Eilish. Grund genug dem Ganzen aus zwei Perspektiven zu begegnen. Christopher und Jonas sind sich tatsächlich in einigen Punkten uneinig:

Christopher sagt:

Billie Eilish ist glücklicher als je zuvor! Zumindest behauptet sie das in ihrem Titel zu ihrem zweiten Album Happier Than Ever. Auf dem Foto hingegen laufen ihr dicke Tränen übers Gesicht, ihr Blick ist gen nirgendwo gerichtet und trägt unglaublich viel Enttäuschung inne. … Weiterlesen

Review: Das Debüt des Peter Muffin Trios um Die Nerven Bassist Julian Knoth ist mehr als ein großer Spaß.

Peter Muffin Trio – Stuttgart 21

Im Januar noch veröffentlichte Julian Knoth aka Peter Muffin eine humorvolle Quatsch-Platte im Alleingang, nun steht er mit seinem Bruder Philipp Knoth und der Videokünstlerin Caroline d’Orville als das Peter Muffin Trio vor dem Mikrofon. „Stuttgart 21“ heißt das Debütalbum der drei Musiker*innen. Das wäre laut der Band ohne Produzent Nicolas Epe eine schrullige Punk-Platte geworden. Eigentlich.

Zu seiner eigen Glück ist das Debüt des Peter Muffin Trios nun doch weit mehr als stumpfer Punk. Mehr als deutlich macht das … Weiterlesen

Review: Das dritte Lucy Dacus Album ist in Albumform geschnittenes Rohmaterial der Nostalgie.

Lucy Dacus – Home Video

„Home Video“ von Lucy Dacus ist in Albumform geschnittenes Rohmaterial der Nostalgie.

Im Gegensatz zu so vielen verbitterten Rückblicken wagt die US-Amerikanerin mit ihrem dritten Studioalbum eine unaufgeregt verträumte Rekapitulation von Vergangenem. Ihre Musik transportiert das ebenfalls. „Partner In Crime“ etwa arbeitet zwar mit Autotune und fuzziger Soli-Gitarre, ist ansonsten jedoch unbeschwerter Indie in Reinform. Und selbst wenn in „Thumbs“ über flächige Keys nur Dacus kraftvolle Stimme ertönt und mit Zeilen wie „I would kill him if you let me“ … Weiterlesen