March

March – Set Loose

Am internationalen Weltfrauentag machten viele Memes und Symbolbilder in den sozialen Netzwerken die Runde, in denen auf die weiterhin ungleichen Machtverhältnisse der verschiedenen Geschlechter aufmerksam gemacht wurde. Gern geteilt wurde dabei die große Liste, der Dinge, die sich Frauen für die Gleichberechtigung wünschen würden, unter anderem Chancengleichheit im Berufsleben und die Bekämpfung der Gender Pay Gap. Auf der anderen Seite stand die eine Sache, die Frauen stattdessen am Weltfrauentag bekommen: Rosen. Wie passend also, dass sich mit March die angepissteste … Weiterlesen

The Guilt – New Knives

Tanzen war schon immer eine wirkungsvolle Waffe der Revolution. Und wenn ein Album in den AZs der Welt noch jedes Tanzbein zum Schwingen bringen könnte, dann mit ziemlicher Sicherheit „New Knives“. Mit ihrem ungestüm zuckenden Lazerpunk-Entwurf reist das schwedische Duo schon seit 2012 über die kleinen Bühnen des Kontinents und setzte mit dem Debüt „The Guilt“ 2017 eine Funken sprühende Discokugel in die Welt. Ihren eigenen Trademark-Sound aus dem kompromisslosen Drumcomputer, störrischen Riffs und Emmas Reibeisen-Stimme hatten sie dort bereits … Weiterlesen

Porridge Radio

Porridge Radio – Every Bad

Man sollte sich von dem ulkigen Bandnamen und niedlichen Songtiteln wie „Sweet“ oder „Pop Song“ nicht in die Irre führen lassen. „Every Bad“ schmeißt die Hörer*innen kopfüber in die tiefste Melancholie, am Grund schürfen Suizidgedanken, Todeswünsche, dekonstruierende Geschlechterrollen und eine verzweifelte Suche nach dem eigenen Platz in der Welt Beine, Herz und Kopf auf. Gestartet hatte Sängerin Dana Margolin Porridge Radio als Solo-Projekt, auf ein Quartett herangewachsen haben die Brit*innen schon 2016 ein selbstaufgenommenes Album namens „Rice, Pasta and Other … Weiterlesen

Orchards

Orchards – Lovecore

„Sincerely Overwhelmed“ heißt der Opener des Orchards-Debüts treffenderweise, denn genau so fühlt man sich nach dem ersten Hördurchlauf von „Lovecore“, wenn auch im besten Sinne. Mit ihrem ganz eigenen Stil, zuckrige Refrains á la Pip Blom mit wild zuckenden Riffs zu verbinden, konnte das Quartett aus Brighton immerhin schon vor Release des ersten Langspielers auf sich aufmerksam machen, gerade die „Losers/Lovers“-EP von 2018 setzte ein funkelndes Ausrufezeichen im bunten Indie-Zirkus. Mit dem auf den ersten Blick recht wirschen Oxymoron des … Weiterlesen

Tones and I

Tones and I, Live Music Hall Köln, 09.03.2020

„In L.A. hat mich letztens ein ganz toller Produzent angesprochen und gefragt, ob ich Interesse daran hätte, den Gesang zu einem seiner Songs beizusteuern,“ erzählt Toni Watson aka Tones and I in der Mitte ihres Sets mit einem kaum kaschierten Augenrollen bei den Worten „ganz toller“. „Hätte er sich mit mir auseinander gesetzt, wüsste er, dass ich alle meine Songs komplett selbst schreibe und kein Interesse daran habe, nur meine Stimme zu leihen.“ Annekdoten wie diese mögen vielleicht selbstüberzeugt oder … Weiterlesen

Phantogram

Phantogram – Ceremony

Ein weiteres Paradebeispiel für Cover, die einen ganzen Bandsalat sprechen: Sarah Barthel und Josh Carter stehen in schwarz gekleidet nebeneinander, ihr Anblick wird jedoch durch in Streifen überlappende Aufnahmen erschwert, in unscheinbaren Lettern prangen Albumtitel und Bandname im Vordergrund. Von der intensiven Naturkatastrophe des Vorgängers „Three“ ist das vierte Album von Phantogram optisch also Meilen entfernt, ein Wesenszug, der sich auch im Klangbild der elf neuen Songs manifestiert. Auch wenn sich das bislang aktuelle Album „Three“ noch direkt um den … Weiterlesen

Body Count - Carnivore

Body Count – Carnivore [Doppel-Review]

Body Count thematisieren auf ihrem siebtem Album „Carnivore“ immer noch die selben Probleme wie sie es schon auf ihrem Debüt aus dem Jahre 1992 taten. Sie sprechen über komplexe Thematiken und spielen energischen Crossover der direkt aus den frühen 90ern kommen könnte. Grund genug für uns das Album aus zwei Blickwinkeln zu betrachten.

Maximilian beleuchtet die Beweggründe und den musikalischen Output:

Ice-T möchte nicht mehr Ice-T genannt werden. Ice-T möchte auch nicht mehr Ice-mothafuckin-T genannt werden. Ice-T möchte nun Ice-mothafuckin-T-Bitch! … Weiterlesen

Bloodhype

Zurück in die Zukunft mit Bloodhype und „Violent Heart“

Zu welcher Musik lässt es sich bitte besser tanzen als zu den in Synth getränkten Hits der 80er? Eben! Ein cleverer Schachzug vom Berliner Quartett Bloodhype also, den Sound dieser Dekade als pulsierende Hintergrundfläche für ihre enorm hymnischen Alternative-Songs zu wählen. Was auch in peinlichem Kitsch hätte ausarten können, führt dank des bemerkenswerten Stilbewusstseins der Band ziemlich lässig auf die Tanzflächen. Schon bei der „Wolves“-EP 2018 sprangen dabei drei knackige Ohrwürmer raus, im vergangenen Jahr folgte dann der große Hit … Weiterlesen

Johnossi

Johnossi – Torch // Flame

Als Band mit einer 16-jährigen Karriere auf dem Buckel und einem Majorlabel-Deal in der Kralle mag es vielleicht etwas prätentiös anmuten, eine Lo-Fi-Kelleraufnahme in schwarz-weiß-Tönen als Cover zu wählen. Immerhin ist „Torch//Flame“ nun auch schon das sechste Album des schwedischen Duos Johnossi und als solches weit von den Kellerräumen junger Gitarrenbands entfernt. Im Gegensatz zum doch sehr poppigen Vorgänger „Blood Jungle“ haben sich John Engelbert und Oskar „Ossi“ Bonde nun aber die Rückkehr zu den Rock-Wurzeln auf die Fahnen geschrieben. … Weiterlesen

Nova Twins

Nova Twins – Who Are The Girls?

Von der Diversität, die die Popkultur der 10er-Jahre so maßgeblich geprägt hat, ist die Rockszene aller vermeintlich offenen Parolen zum Trotz auch 2020 noch weit entfernt. Das zeigen Blicke auf Festival-Lineups genau so wie die erfolgreichsten Alben. People Of Colour, LGBTQ*-Menschen oder auch schlicht Frauen finden nur ganz am Rand der öffentlichen Wahrnehmung statt, was auch vielleicht dazu beiträgt, dass die Rockmusik immer weiter in ihrem öffentlichen Ansehen schrumpft, zu einem von weißen Männern getragenen, langweiligen Abziehbild ihrer selbst verkommt. … Weiterlesen