Trixsi

Interview mit Trixsi über „Frau Gott“

So klingt also das uneheliche Kind von Love A, Herrenmagazin, Findus und Jupiter Jones: Die Supergroup Trixsi vermählt auf dem Debüt „Frau Gott“ luftigen 90er Indie mit pessimistischen Introspektiven und beißender Gesellschaftskritik. Im Gespräch mit Sänger Jörkk Mechenbier (Love A, Schreng, Schreng & La La) und Gitarrist Torben Leske (Herrenmagazin) ging es um die Auflösung von vermeintlichen Dichotomien: In Würde altern vs. Jungbrunnen, Aktivismus vs. Laissez-Faire, Hunde vs. Katzen, Helmut Kohl vs. Intersektionalität, Rap vs. Punk, Leichtigkeit vs. Leistungsdruck. Schnell … Weiterlesen

Haim

Haim – Women in Music Part III

Sein Album als eine der weltweit erfolgreichsten Bands des vergangenen Jahrzehnts plump „Women in Music Part III“ zu nennen, zeugt von einer großen Portion Galgenhumor. So unselbstverständlich wie es auch 2020 noch ist als selbstständige Frau eine beeindruckende Karriere auf die Beine zu stellen, so selbstverständlich ist es leider, all jene, die es dann all der Hürden zum Trotz doch schaffen, eben als „Frauen im Musikbusiness“ zu beurteilen. Während Gitarristin Danielle  und Bassistin Este den Titel vor allem lustig finden, … Weiterlesen

Trixsi

Trixsi – Frau Gott

Fünf weiße Cis-Dudes aus etablierten Indie-Punk-Kreisen gründen eine neue Supergroup. Das sorgt bei den vielen Fans der involvierten Bands wie Herrenmagazin, Love A, Findus und Jupiter Jones durchaus für Vorfreude und Erwartungen, auf der anderen Seite klingen die rein demographischen Merkmale jetzt erstmal nicht nach der großen Offenbarung. Was die Truppe um Frontmann Jörkk Mechenbier aber von grundauf sympathisch und damit auch überzeugend macht, ist ihre allgegenwärtige Selbstironie. So schrammelt sich Trixsi im kurzen Closer „Iro City Express“ durch eine … Weiterlesen

wargirl

Wargirl – Dancing Gold

Inmitten der mit Ellbogen umkämpften Musikindustrie bieten Wargirl ein kleines, unbekümmertes Fleckchen Utopie. Das Sextett arbeitet vollkommen hierarchiefrei, spielt worauf es eben Lust hat, vereint Musiker*innen aus den unterschiedlichsten Kulturen und Genres miteinander. Ihr Hauptantrieb klingt dabei so hippieesk wie die dazugehörige Musik: „Wir sind keine Fans von machthungrigen Regierungen. Wir bevorzugen Liebe, Freundlichkeit und füreinander da zu sein. Wir hoffen, dass wir etwas erschaffen, das empowernd auf andere wirkt.“ Auch wenn diese doch recht genügsame Mentalität bei Wargirl weit … Weiterlesen

Jehnny Beth

Jehnny Beth – To Love Is To Live

Der in westlichen Kulturen verankerten Vorstellung von Liebe steht das kühle, selbstbewusste Cover von „To Love Is To Live“ nahezu diametral entgegen. Im literarischen und kulturellen westlichen Kanon wird Liebe als sinnliches, verletzliches Gefühl zwischen mindestens zwei Personen verstanden, symbolische Entsprechungen durch die Farbe rot, Herzen und Rosen verdeutlicht. Am besten gleich durch alle drei auf einmal – und bloß scharf von anrüchiger Sexualität und Körperlichkeit getrennt. Und dann steht da Jehnny Beth unbekleidet, mit einer zielstrebigen Körpersprache, das Farbschema … Weiterlesen

Sports Team

Sports Team – Deep Down Happy

Schon lange vor dem Erscheinen ihres Debütalbums haben sich Sports Team die Clubs der gesamten UK vorgeknöpft und jede noch so kleine Bühne erbeben lassen. Bei den ganzen Vorschusslorbeeren als einer der vielversprechendsten Underground-Acts gilt es also nun auch mit Studioversionen zu begeistern. Ganz so chaotisch wie Patchwork-Cover und die furiosen Live-Shows es vermuten lassen, wird es auf „Deep Down Happy“ aber tatsächlich gar nicht. Stattdessen orientieren sich die jungen Brit*innen an ihrem großen Vorbild John Bentjeman und dessen authentischer … Weiterlesen

Hinds

Hinds – The Prettiest Curse

Was ist denn da passiert? Wo die ersten beiden Alben der spanischen Slack-Queens Hinds noch optisch und Sound technisch mürrisch „Lo-Fi“ in den Pullikragen nuschelten, erstrahlt „The Prettiest Curse“ in satten Farben und einer schicken Produktion. Anstelle von austauschbarem Hochglanz-Einerlei legt das Quartett aber einen lupenreinen Spagat zwischen unpolierter Eigenwilligkeit und einem Plus an Eingängigkeit hin. Vielleicht könnte ein Anruf bei Produzentin Jenn Decilveo (u.a. Beth Ditto, Bat For Lashes) eine Erklärung liefern, wie die Hinds gleichzeitig so verdammt gelassen … Weiterlesen

Lady Gaga – Chromatica [Doppel-Review]

Mit Chromatica liegt nach langer Wartezeit endlich das sechste Studioalbum von der großen Lady Gaga vor. Unsere beiden Hardcore-Fans Julia und Christopher haben sich das Werk zur Brust genommen.

Julia kann der Platte nur in manchen Punkten etwas abgewinnen:

Vielsagende Albencover gehören in der Karriere des Gesamtkunstwerks Lady Gaga einfach dazu. In der Ära der schlichten schwarz-weiß-Selbstporträts auf “The Fame Monster” und “Born This Way” hatte sich Lady Gaga im Mainstream als exzentrische, aber eben auch stilbewusste Gallionsfigur der LGBTQI*-Gemeinde … Weiterlesen

Tim Vantol

Tim Vantol – Better Days

Müsste Tim Vantol jedem deutschen Club, in dem er bisher noch nicht aufgetreten ist, einen Euro spenden, würde der Niederländer kaum Verluste verzeichnen. Unermüdlich reist Vantol seit Jahren durch die Lande, nahm jedes Festival, jede Bühne, jeden Supportslot mit. Bei so einer Omnipräsenz kann auch schnell eine Übermüdung seitens des Publikums aufkommen, vor allem da der Markt von Holzfällerhemd-meets-Reibeisen-Stimme-Melancholie überflutet ist. Aus der breiten Masse an Bartträgern mit Tiefsinn sticht Vantol aber vor allem live mit seiner unbändigen Energie hervor, … Weiterlesen

Hayley Williams

Hayley Williams – Petals for Armor

Als Chamäleon der Class of late-00’s-Emo mauserte sich Hayley Williams zu einer der wichtigsten Figuren der alternativen Musikszene. Mit ihrer Band Paramore begann die Gratwanderung noch im LoFi-Emo, tauchte dann mit dem Erfolgsalbum „Riot!“ in kantigen Pop-Punk, bis die folgenden Alben Schritt für Schritt den Weg vom Melodie getränkten Rock zum bislang aktuellen „After Laughter“ ebneten. Von den introspektivischen Teenie-Dramen des Debüts „All We Know Is Falling“ waren Paramore 2017 inhaltlich und musikalisch Meilen entfernt. Dass sich Williams schon 2010 … Weiterlesen