Cover des neuen Weezer Albums "Van Weezer".

Weezer – Van Weezer

Weezer Fans sind sie gewöhnt: Die qualitative Achterbahnfahrt, die jede Neuveröffentlichung der vier Amerikaner mit sich bringt. In den letzten fünf Jahren reichte der Hörgenuss von Weezer Neuveröffentlichungen dementsprechend von „grandios“ („OK Human“, „White Album“) über „kann man machen“ („Teal Album“) hin zu „das vergessen wir besser wieder“ („Pacific Daydream“, „Black Album“). Mit „Van Weezer“ setzt sich dieser holprige Ritt fort.

Stolperfallen

Der Plan ist schnell umschrieben: Auf „Van Weezer“ möchten die Südkalifornier den Ursprüngen … Weiterlesen

Review: Auf dem fünften Iceage Album „Seek Shelter“ erreichen die Experimente u. a. durch den Einsatz eines ganzen Gospelchores ein neues Niveau.

Iceage – Seek Shelter

Durch den genre-untypischen Anteil an Gospel hat es fast den Anschein als würden die geschundenen Post-Punk-Seelen von Iceage endlich in den Himmel auffahren können – nur dass sie dabei in der abgeranzten Kneipe vor den Pforten hängenbleiben, um ihren Poetenherzschmerz mal wieder in viel Rotwein und Düsterromantik zu ertränken.

An hardcorelastigem No-Wave ausgetobt und ihrer Zerstörungswut Luft gemacht haben sich die Dänen schließlich schon genug auf ihrem Debüt „New Brigade“ und dessen Nachfolger „You’re Nothing“. Seitdem heißt es dem jugendlichen … Weiterlesen

Review: Kaum ein Album wurde mehr von der LBTQI*-Community erwartet als das Debüt von girl in red. Autorin Emilia ist begeistert.

girl in red – if i could make it go quiet

Es gibt nicht viele Künstler*innen, die bereits mit ihrer Debütsingle so einen großen Hype auslösen, wie girl in red es mit „i wanna be your girlfriend“ 2018 getan hat – fast 170 Millionen mal wurde der Song bis heute auf Spotify gestreamt. Seitdem ist die Norwegerin aus sämtlichen Indie-Playlists und Listen der vielversprechendsten neuen Künstlerinnen kaum noch wegzudenken und hat mittlerweile über 2 Millionen Follower auf Instagram. Umso überraschender ist es eigentlich, dass erst jetzt, drei Jahre und zahlreiche Singles … Weiterlesen

Review: Autor Maximilian ist sich sicher – "Vital" ist ein atmosphärisches Meisterwerk, welches Big | Brave in all ihren Facetten zeigt.

Big | Brave – Vital

Dass Trios vielschichtigen Lärm machen können, haben bereits legendäre Bands wie Primus, Dinosaur Jr. oder Motörhead im Laufe ihrer Karrieren unter Beweis gestellt. Auch in der jüngeren Vergangenheit haben Gruppen wie Brutus und Marriages gezeigt, dass drei Menschen vielseitigere Klangexperimente hervorbringen können, als es so manch einer sechsköpfigen Band gelingt. Big | Brave stellen da keine Ausnahme dar. Das Trio aus Montreal führt auf seinem jüngsten Album „Vital“ Einflüsse verschiedenster Genres zusammen, um massive Klanggebilde zu errichten.

Zum Einstürzen gebaut

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Mine-Hinüber-Cover

Mine – Hinüber

Ein Ende ist etwas Düsteres, Finsteres, Ungemütliches. Es zieht uns entweder überraschend den Boden unter den Füßen weg oder wir laufen mit vollem Bewusstsein darauf zu. So oder so neigen wir dazu, lieber über hoffnungsvolle Anfänge zu sprechen als über das Ende, so unausweichlich es auch scheinen mag. Ganz anders ist es in der Kunst, die als Projektionsfläche besonders oft von Herzschmerz gezeichnet ist. Wenn Mine nun auf ihrem vierten Solo-Album die imposantesten Streicher zum zentralen Topos „Hinüber“ rausfährt, dann … Weiterlesen

Cover des dritten Royal Blood Albums "Typhoons".

Royal Blood – Typhoons

Dem Death From Above 1979-Vergleich müssen sich Royal Blood stellen. Immerhin waren die Kanadier die ersten, die auf den Duo-Hype damals Anfang der 2000er als Schlagzeug-Bass-Kombination aufsprangen und den Viersaiter dabei ungewohnt nah an den Gitarrensound brachten. Mike Kerr und Ben Thatcher aka Royal Blood übertrugen dieses Konzept dann in den 2010er-Jahren in den Mainstream, kamen statt dem Hardcore und Punk aber aus dem Alternative und Rock. Doch die Parallelen zwischen den Zweimannbands reichen noch weiter: Beide bringen nach … Weiterlesen

Danger Dan – Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt

Während es für die meisten Musiker:innen zur Pandemie vermutlich eher ruhig zugeht, liegen turbulente Wochen hinter Danger Dan. Eigentlich als Rapper der Antilopen Gang bekannt, feiert er Dank seines Solosongs „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“ seit Wochen mehr Erfolge als je zuvor. Fast drei Millionen YouTube-Klicks, 40.000 neue Instagram Follower, eine ausverkaufte Tour binnen weniger Minuten, ein Auftritt bei Jan Böhmermann, gemeinsam mit Starpianist Igor Levit und dem Rundfunktanzorchester Ehrenfeld, zahlreiche Artikel … Weiterlesen

Cover von Haftbefehls "Das schwarze Album".

Haftbefehl – Das schwarze Album

Das Feuilleton zu Füßen liegend veröffentlicht Haftbefehl „Das schwarze Album“. Das bedient die Erwartungen, die der Titel hervorruft, bietet erstmalig aber auch soetwas wie hoffnungsvolle Perspektiven.

Eins vorweg: „Das schwarze Album“ ist auch trotz seiner Autotune-Experimente härter und dreckiger als sein Vorgänger. Und es ist weniger kunstvoll. Die häufig knackig-produzierten Beats sind durchkühlt wie Schwermetall, gehen gleich zu Beginn voll nach vorn, fließen dann aber schlussendlich mit ausgedehnten Instrumentalpassagen aus. Zeit, in denen der Verstand ruhen kann. Die Besinnungspausen kommen … Weiterlesen

Review: Das vierte Cro-Album "trip" ist von vielen Ambivalenzen durchzogen – nicht nur im Sound. Das überzeugt Autor Jonas nur teilweise.

Cro – trip

Cros „trip“ (kurz für „Trapped In Paradies“) ist ein in Ambivalenzen ausgedrücktes Stück Musik. Auf der einen Seite: Die 11 Disco-Funk-Versatzstücke von „Solo“. Auf der anderen: Der psychedelische Band-Sound der namensgebenden zweiten Albumhälfte. Hier: Die sauber und mit viel Tiefgang ausgeführten Produktionen. Da: Die flachen Textfragmente, die scheinbar nur ein Thema kennen. Und sowohl: Der Wille sich als fortschrittlich zu präsentierten. Als auch: Die rückschrittlichen Posen.

Musik

Das vierte Cro-Album ist gleich eines mit zwei Teilen: Die ersten elf Stücke … Weiterlesen

Birdy – Young Heart [Doppel-Review]

Genau eine Dekade nach ihrem self-titled Debüt veröffentlicht die mittlerweile 24-jährige Birdy nach fünf Jahren kreativer Pause nun ihre vierte LP. Alina und Christopher haben sich „Young Heart“ etwas genauer angehört.

Das meint Alina:

Zehn Jahre ist es her, dass Jasmine van den Bogaerde alias Birdy mit dem Cover des Bon Iver-Songs „Skinny Love“ internationale Bekanntheit erlangte. Und das mit gerade einmal vierzehn Jahren. Ihr 2011 veröffentlichtes Debütalbum „Birdy“, das nur aus Indie-Coversongs bestand, knüpfte nahtlos an diesen … Weiterlesen