Review: Juicy Gay und mrbx laden in ihre "Rainbow Trap", eine – zumindest meist – kunterbunte Utopie des Optimismus.

Juicy Gay & mrbx – Rainbow Trap

„Rainbow Trap“ ist eines dieser Alben, die die Stärken der beteiligten Künstler*innen auf den Punkt bringen. Rap-Sonnenschein Juicy Gay und Produzent mrbx geben darauf ein Abbild ihrer ganz eigenen Kunstutopie: Der Rainbow Trap.

Juicy Gay beherrscht sie beide: Sommerliche, fast schon aufdringlich eingängige Gute Laune-Hymnen und energetisierend antreibende Trap-Banger. Für beides lässt Kollaborateur mrbx mit seinen luftigen, aber druckvollen Produktionen auf „Rainbow Trap“ Raum. „Cornflakes“ beispielsweise ist eine dieser verschmitzt-lockeren Juicy Gay-Hymnen, die nach langen Sonnenbrand-Tagen in vollen Parks rufen. … Weiterlesen

Review: Auf ihrer neuen EP "Broken Heart Economy Class" liefern DOTE frischen und keinesfalls belanglosen Indie-Pop.

DOTE – Broken Heart Economy Class EP

„Coming-of-Age-Indie“ – das klingt für mich erstmal eher nach kitschigem Highschool-Film mit passendem Soundtrack. So weit, so unspannend, wenn man in die teilweise doch sehr langweilige Filmmusik so mancher Netflix-Produktionen denkt. Tatsächlich verbirgt sich hinter dem Begriff aber etwas ganz anderes: Nämlich der Sound der Indie-Band DOTE aus Essen – also zumindest bezeichnen sie selbst ihre Musik so. Dass das aber eigentlich ganz gut passt, merkt man spätestens beim Hören ihrer neuen EP „Broken Heart Economy Class“.

Darauf befinden … Weiterlesen

Part-Time Friends

Part-Time Friends – Weddings & Funerals

Ganz schön pfiffig: Abgesehen davon, dass man manche Verwandte ausschließlich auf Hochzeiten und Beerdigungen antrifft, sind die beiden Veranstaltungen grundsätzlich konträr. Eine wahre Spielwiese an Gegensätzen, die sich die  Part-Time Friends mit diesem Albumtitel also ausgesucht haben. Noch pfiffiger: Blumen als Albumcover zu wählen, die in beiden Kontexten eine tragende Rolle spielen. So entsteht trotz all der Unterschiede doch eine Gemeinsamkeit, ein Mantra, das auch musikalisch auf „Weddings & Funerals“ zutrifft. Denn die deutliche Zäsur, die die Platte in zwei … Weiterlesen

Review: Das Einzige was am 24/7 Diva Heaven-Debüt "Stress" neben seiner Qualität Konstant bleibt, ist das Träumen von den 90ern.

24/7 Diva Heaven – Stress

Die einen hassen ihn, die anderen brauchen ihn. Mal taucht er urplötzlich auf, mal kann er verdrängt werden. Fest steht, alle kennen ihn. Die Rede ist von Stress.

Diesem Stress widmen 24/7 Diva Heaven nun ihr Debütalbum. Dabei kombiniert die Berliner Gruppe die nötige Menge Nostalgie mit Leidenschaft, einer lebhaften Produktion, Späti-Romantik und vielem mehr. In Zeiten, in denen Corona die Welt in Atem hält, macht ein energiegeladenes und vor Spielfreude triefendes Werk wie „Stress“ besonders Lust auf Live-Shows. Durch … Weiterlesen

Speaking into existence Calvin Stone Michael Dreilich

Calvin Stone x Michael Dreilich – speaking into existence

Es ist eine der schönen Geschichten aus dem letzten Jahr. Während persönliche Treffen nicht möglich waren, haben Calvin Stone aus den USA und Michael Dreilich von Deutschland aus sich online verbunden und es trotzdem geschafft zusammen Musik zu machen. Über Sprachnachrichten und Videocalls haben sie gemeinsam eine EP produziert, ohne sich je persönlich getroffen zu haben.

Calvin Stone lebt in Columbus, Ohio und hat 2016 mit „Seven Seven“ sein erstes Album rausgebracht. Michael ist 2017 über YouTube darauf … Weiterlesen

Review: Das vierte Citizen-Album "Life In Your Glass World" sucht nach neuen Wegen und stößt dabei auf einen Sound, der Grammys gewinnt.

Citizen – Life In Your Glass World

Der Einstieg in das vierte Citizen Album ist ein gewaltiger: Am Anfang der Reise steht eine dicht zusammengezimmerte Post-Hardcore-Soundwand. Doch der anfängliche Krach täuscht, denn „Life In Your Glass World“ ist alles andere als eine Rückkehr zu alten Grunge-Tagen. Wenige Momente nach dem eindrucksvollen Start macht das selbst das Eröffnungsstück „Death Dance Approximately“ deutlich, wenn Krach und Lärm sich fix in ein tanzbares Indie-Rock-Monstrum verwandeln. Und auch das anschließende „I Want To Kill You“ macht es ganz gegensätzlich zum harschen … Weiterlesen

Review: Das neue LANDMVRKS Album "Lost In The Waves" bringt einen erfrischenden Stil-Mix.

LANDMVRKS – Lost In The Waves

In der Metal- und Hardcore-Szene steht dieses Jahr bei vielen Bands eine Neu-Definition mit reichlichen Veränderungen an. Das kommt bei den Fans allerdings mal mehr mal weniger gut an. Die französische Band LANDMVRKS macht jedenfalls auf „Lost In The Waves“ im gewohnten Stil ohne großen Wandel weiter. Doch geht die 2014 gegründete Gruppe dabei in den Wellen des Genres unter oder kann sie ihr Plätzchen weiter festigen?

Schon auf dem Vorgänger „Fantasy“ präsentieren die fünf Jungs einen Sound, der sich … Weiterlesen

Middle Kids (2)

Middle Kids – Today We’re The Greatest

Wisst ihr noch, als ich die Middle Kids vor knapp zwei Jahren als Geheimtipps aus Down Under bezeichnet habe? Seitdem ist einiges passiert und die Band kann mittlerweile über eine weltweit beachtliche Fanbase zurückschauen. Dabei ist der musikalische Sprung seit der EP „New Songs For Old Problems“, über die ich diesen Satz verlor, bis zum heutigen „Today We’re The Greatest“ gleichzeitig gigantisch und minimal. Wagt man nur einen Blick auf die unterschiedlichen Titel, zeichnet sich schon ab, in welche … Weiterlesen

Review: Auf „Der Frühling“ glänzt Kapelle Petra mit einem gut gelaunten wirkenden Indie-Sound. Doch der Schein trügt...

Kapelle Petra – Der Frühling EP

Dass das klassische Album nicht mehr als der alleinige Weg angesehen wird und man gerne mal rumprobiert, auf welchen anderen Wegen man sein Werk unter die Hörerschaft bringen kann, ist sicherlich längst nichts Neues mehr. Aber es sei an dieser Stelle noch einmal erwähnt, denn genau das macht nun auch die Kapelle Petra: Sänger Opa, Bassist Der Tägliche Siepe und Schlagzeuger Ficken Schmidt (eindeutig: Namen wie Poesie) haben sich statt eines Albums für vier EPs entschieden. Die erste davon heißt … Weiterlesen

Friedberg

Friedberg – Yeah Yeah Yeah Yeah Yeah Yeah Yeah Yeah

Da kann man schonmal jubeln! Erst legt Anna Friedberg eine ziemlich vielversprechende Indie-Solokarriere hin, dann startet sie mit ihren Bandkolleginnen Emily Linden, Cheryl Pinero und Laura Williams auch noch als Quartett mehr als energetisch durch. Die Anzahl der Yeahs im Titel der Debüt-EP steigt dabei proportional zu den Vorschusslorbeeren der Band. Inmitten der Popkultur konnten sich Friedberg nämlich sowohl Platzierungen bei der BBC-Adaption „Normal People“, als auch der Netflix-Serie „Biohackers“ und sogar bei FIFA20 sichern. Für den Mix von „Yeah … Weiterlesen