Banks & Steelz Anything But Words

Banks & Steelz – Anything But Words

Vorneweg: Ich bin nicht gerade der größte Interpol-Fan und auch beim Wu-Tang Clan ist für mich persönlich der Funke nie so richtig übergesprungen. Als ich jedoch erfahren habe, dass der Rapper RZA (tritt hier unter dem Synonym Steelz auf), der einer der Gründungsköpfe des berühmten Clans ist, und Paul Banks, Frontmann von Interpol, zusammen ein Album veröffentlichen, klang das auch in meinen Ohren interessant. Indierock und Rap gemischt auf einer Platte? Das könnte durchaus ein spannendes Projekt werden. Was kann ich nun also über "Anything But Words" nach mehrmaligem Anhören sagen? Erst einmal ist festzustellen, dass es sich wirklich gelohnt hat, sich mit diesem Album auseinander zu setzen, denn der Zuhörer kriegt auf insgesamt zwölf Songs nicht nur tolle, musikalische Werke geboten, sondern nebenbei mit Kool Keith, Ghostface Killah und Method Man spannende Feature-Gäste präsentiert. Hinzu kommt noch Florence Welch von Florence + the Machine, welche auf dem Song "Wild Season" große Teile der Gesangparts beigesteuert hat. "Anything But Words" ist ein hörenswertes Album mit einigen Highlight-Songs, aber auch zwei bis drei Stücken, die man sich hätte sparen können. Schade ist, dass der Song "Giant", welcher mit Abstand der größte Ohrwurm der CD ist, direkt als erstes Stück auf die Platte gepackt wurde. Ich empfehle es, den Opener einfach zu überspringen und ihn als allerletztes, als Abschluss des Albums, anzuhören, denn so wirkt "Anything But Words" von Banks & Steelz wie ein tolles, stimmiges Album, welches den Ansprüchen des Zuhörers gerecht wird.

So hört sich das an:

Weiterlesen...
Black Peaks - Statues

Black Peaks – Statues

In England hat sich in den letzten Jahren eine neue Szene von Bands herausgebildet, die Alternative-Rock mit Post-Hardcore und progressiven mathcorigen Elementen mischen. Zu dieser Szene gehören unter anderem Marmozets und Arcane Roots, aber auch Black Peaks, die ihr Debütalbum „Statues“ nun auch in Deutschland veröffentlichen.

„Statues“ ist mehr als eine Aneinanderreihung von Songs – vielmehr ist es ein Gesamtwerk, welches von vorne bis hinten extrem stimmig ist. Gekonnt wechselt man innerhalb von Sekunden von epischen hymnenartigen Chorussen über verzwickte Riffs mit Taktsprüngen

Weiterlesen...
Led Zeppelin_BBC 2016_ Fotocredit_Ron-Rafaelli

News: Acht bisher unveröffentlichte Aufnahmen von Led Zeppelin

Vor fast 20 Jahren stellten LED ZEPPELIN zum ersten Mal die BBC-Sessions vor, ein Doppel-CD-Set mit Live-Aufnahmen, die während der Auftritte für das BBC-Radio zwischen 1969 und 1971 entstanden. Am 16. September 2016 werden LED ZEPPELIN nun The Complete BBC Sessions enthüllen: Eine erweiterte Version der großartigen Mitschnitte, die unter der Regie von Jimmy Page vollkommen neu gemastert und mit acht bisher unveröffentlichten BBC-Aufnahmen ausgestattet wurden, darunter drei verschwunden geglaubte Songs aus einer "Lost Session" von 1969!

Die Vorfreude ist groß!

Einen Trailer dazu findet ihr hier:

Weiterlesen...
popNRW-Preis 2016

popNRW-Preis-Verleihung am Freitag in Köln!

Seit bereits fünf Jahren verleiht das Förderprogramm popNRW – dieses Jahr im Rahmen des c/o-Pop-Festivals in Köln – den popNRW-Preis. Hier werden Newcomer und besonders engagierte Künstler der Kategorie „Outstanding Artist“ aus Nordrhein-Westfalen geehrt. In beiden Kategorien wartet auf den Gewinner eine hübsche Gewinnsumme. Dieses Jahr findet die Verleihung an diesem Freitag – dem 26.08.2016 – statt. Nominiert sind in der Kategorie „Newcomer“ unter anderem LGoony, I Am Jerry und Astairre und in der Kategorie „Outstanding Artist“ die Donots, Golf, Kmpfsprt

Weiterlesen...
Apologies, I Have None - Pharmacie

Apologies, I Have None – Pharmacie

Wer gute Laune hat und diese auch beibehalten möchte, sollte das Album, welches nun vorgestellt wird, meiden. „Pharmacie“ ist das zweite Apologies, I Have None Album – der Nachfolger des 2012 erschienenen „London“ – und dreht sich besonders um traurige Themen: Depression, Selbstmord, Anti-Depressiva.

„Pharmacie“ ist jedoch kein langweiliges „mimimi“-Album, sondern ein hochemotionales Stück Kunst, welches in Zukunft dafür sorgen wird, dass Apologies, I Have None genügend Menschen vor die Bühnen locken, damit sie im Chor – zu einer Masse vereint – diese

Weiterlesen...
die höchste eisenbahn wer bringt mich jetzt zu den anderen

Die Höchste Eisenbahn – Wer bringt mich jetzt zu den Anderen

Noch dreimal schlafen. Knapp drei Jahre ist das Erstlingswerk der Höchsten Eisenbahn inzwischen alt, und da das Indie-Super-Band-Projekt eben irgendwie eigentlich nur ein Projekt war, wurde es dem einen oder anderen Hörer/Fan der zusammengewürfelten Konstellation vielleicht ein wenig Bange, dass es bei diesem ersten Album auch bleiben sollte. Aber dafür funktionierte das alles viel zu gut, bestimmt mehr als 150 Auftritte (keine Gewähr, nur Gefühl) haben Francesco Wilking, Moritz Krämer, Felix Weigt und Max Schröder in den vergangenen 3 Jahren zusammen absolviert und kaum einem Besucher dürfte entgangen sein, wie gut sie harmonierten. Also Erleichterung, als es im letzten Jahr hieß, sie seien beschäftigt mit den Arbeiten am zweiten Album.

Nun ist es also da, der Nachfolger und die Erwartungen waren sicherlich hoch, aber: Wir wurden nicht enttäuscht. Das Ende Juni veröffentlichte, mit Liebe zum Detail gespickte, Teaser-Video zum Album deutete diese Tatsache bereits an. Über Bands, die lange existieren, sagt man gern “Sie sind erwachsen geworden”. Jedoch war auch das erste Album der Jungs schon so erwachsen, dass diese Formulierung hier meiner Meinung nach den Nagel nicht auf den Kopf trifft. Es fühlt sich ein bisschen an wie ein gereifter Whisky nach einer Flasche Berliner Luft. Ein bisschen, als sei die Band jetzt endgültig bei sich angekommen.

“Wer bringt mich jetzt zu den Anderen” bleibt auf dem gleichen emotional klugen Niveau wie EP und Album 1. Die Lieder erzählen Geschichten, die zum Teil banal sind, aber doch erneut so wahr das Leben abbilden. Sie schaffen es auch jetzt noch ihre Generation treffend abzubilden, die um die 30, aber dafür irgendwie noch nicht bereit ist. Sie singen von Liebe, Freundschaft und Orientierung und sind so nah am Hörer, dass man sich an die Texte anlehnen möchte, wie an eine Schulter, wenn das Leben einen mal wieder herausfordert. Du stellst eine Frage, die Eisenbahn beantwortet sie dir.

Highlight-Zeilen: “Hör nicht auf, alles was du tust, das wird wunderschön, überflüssig, aber gut.” und “Frag mich, ob wir uns wieder verlieren, und sag nicht, auf jeden Fall.” und “Wo kommen die hin, die sich verlieren.” und “Ein Liter Bier sind vier Scheiben Brot.” Die beiden vorab veröffentlichten Songs “Lisbeth” und “Blume” sind perfekt ausgewählte Titel, um einen Eindruck für Neu-Zuhörer zu schaffen, versprühen sie doch beide so viel positive Energie und regen zum Mitschreien an. “Vier für die Liebe, verdient und geschenkt.”

Kaum etwas trifft mein Verhältnis zu dieser Band besser. Einsteigen, Abfahrt, und auf ins Grüne.

So hört sich das an:

Weiterlesen...

News: Casper Album verspätet sich

Wie eben bekannt wurde, wird die Veröffentlichung des kommenden Casper Albums Lange Lebe Der Tod auf unbestimmte Zeit verschoben. Casper entschuldigt sich für die Verspätung, möchte aber lieber ein fertiges Album herausbringen, das er vorzeigen kann, anstatt wegen Geldes am geplanten Termin festzuhalten.

Die geplante Clubtour im Winter findet dennoch statt.

Lies den ganzen Post hier:

Weiterlesen...
eau rouge nocturnal rapture

Eau Rouge – Nocturnal Rapture

Mich haben Holi-Festivals noch nie interessiert, geschweige denn begeistert. Aber eines haben sie uns doch noch einmal im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen geführt: Wie viel Farbe unser Leben eigentlich bestimmt. Nicht nur um Gefühle und Emotionen auszudrücken nutzen wir farbvolle Metaphern, sprechen von der hellen und dunklen Seite des Lebens, der rosaroten Brille, lügen das Blaue in den Himmel, werden gelb vor Neid und sind - egal, wie studiert oder gelehrt wir sind - in vielen Dingen bis zu unserem Lebensende grün hinter den Ohren. Nein, auch im Finanziellen versuchen wir schwarze Zahlen zu schreiben und vermeiden die roten, suchen stattdessen den gleichfarbigen Faden. Farben sind alltäglich, sie bestimmen und gestalten unser Leben mit und sind uns doch so egal, das wir nicht einmal mehr merken, was Farben eigentlich alles ausmachen. Ein Blinder weiß Farben wohl eher zu schätzen, als wir.

Auch in der Musik wird Farbe bzw. Klangfarbe oft benutzt, um den musikalischen Stil einer Band zu beschreiben. Bei den Indierockern Eau Rouge passt der Begriff "Klangfarbe" wie die Faust aufs Auge, das war nicht nur dem Promoter im Pressetext bewusst. Denn auch ich spiele in dieser Rezension mit dem Farbenbild, denn Eau Rouge vereinen eine schier unendliche Anzahl an Einflüssen, die zusammen ein stimmungsvolles Bild darstellt. Das kann man sich so ähnlich vorstellen, wie ein Gemälde, welches aus lauter kunterbunten, knalligen Farben besteht und insgesamt doch ziemlich perfekt aussieht. Nicht zu kitschig, nicht zu überdreht, sondern schlichtweg schön. Diese Vielfalt beginnt mit den ersten Songs des neuen Albums "Nocturnal Rapture" und schließt mit dem letzten. Das Gesamtbild passt zusammen und dennoch entfaltet sich keine Langeweile. Gemischt werden von Eau Rouge hierbei musikalische Einflüsse, die von Indierock mit elektronischen Facetten, wie man ihn von M83 gewohnt ist, inspiriert sind mit Vertretern der härteren Gangart, wie den Deftones. "Nocturnal Rapture" ist alles in allem ein hörenswertes Album, welches mit Sicherheit noch die eine oder andere Rotation bekommen wird.

So hört sich das an:

Weiterlesen...
Maxim_Das Bisschen was wir sind

Maxim – Das Bisschen was wir sind

Deutscher Pop - Immer noch so ein Thema, wo man gerne direkt aus Prinzip mit dem Kopf schütteln möchte. Sollte man dann aber doch nicht, denn wer sich wirklich damit beschäftigt, weiß, dass es neben den typischen, marketingtechnisch durchgeplanten Superstars auch noch ehrliche Musik gibt. Nun erblickt ein weiteres, tolles Deutschpop-Album das Licht der Welt. Maxim veröffentlicht sein Album "Das Bisschen was wir sind" und kann mich damit, wie schon bei seinem Vorgängerwerk begeistern. Songtexte, die beim ersten Hören schon spannend klingen, gleichzeitig aber noch so vieles offen lassen, welches sich erst nach mehrmaligem Anhören entfaltet. Intelligent getextet und doch sehr nah und emotional geschrieben. Ebenso mannigfaltig gestaltet sich die Beat- und Soundauswahl auf dem neuen Album. Wie bereits beim Vorgängeralbum "Staub" war Jochen Naaf maßgeblich an der Produktion von "Das Bisschen was wir sind" beteiligt und präsentiert eine ganze Palette an aufregenden Klängen und Melodien. Ein Bild davon machen, kann man sich besonders durch die Single-Auskopplung "Willkommen im Club", welche im übrigen auch mit einem äußerst sehenswerten Video versehen wurde:

Weiterlesen...
To The Rats And Wolves_Dethroned_Albumcover

To The Rats And Wolves – Dethroned

Die Breakdowntalente To The Rats And Wolves aus Essen sind mit Album Numero zwei zurück, das da heißt: Dethroned (VÖ: 2.9.). Auf knapp 39 Minuten zeigt das Sextett, warum es in der Core-Szene um Bring Me The Horizon, Enter Shikari oder We Butter The Bread With Butter um nichts nachsteht. Dabei wird auch an effektbeladenen Keyboard-Sounds nicht gespart. Die Refrains hooken den Zuhörer direkt, sodass sie tatsächlich als wahre Singalongs wunderbar funktionieren. Diese bunte Mischung ist es auch, die die Band so empfehlenswert macht. Besonders, wer sich im Core-Bereich gern austobt und im Refrain mitsingen möchte, ohne sich die Stimmbänder auszukugeln kaputt zu schreien, könnte mit To The Rats And Wolves seine neue Lieblingsband gefunden haben.

Und so hört sich das an und sieht es aus (krankes Video!):

Weiterlesen...