Kategorie: Rezension
Scharfe Worte, ungezügelte Lobeshymnen, gemischte Gefühle – unsere Autoren zeigen schonungslos ehrlich und äußerst persönlich ihre Meinungen über das, was gerade frisch den Musikmarkt bereichert.
Chefket – 2112
Ein neues Chefket-Album steht in den Startlöchern. Das verspricht technisch versierten Rap mit Mut zu leisen Tönen, große Emotionen, wichtige Themen und sanfte Gesangspassagen über organischen Klängen. Der Wahlberliner mit türkischen Wurzeln schaffte es im Jahr 2018 mit seinem dritten Solo-Album „Alles Liebe (Nach dem Ende des Kampfes)“ textlich wie musikalisch eine gemütliche Wohlfühlatmosphäre zu schaffen, ohne dabei Haltung vermissen zu lassen. Auf der Platte klingen Balladen nicht nach Schnulze und Gesellschaftskritik nicht nach erhobenem Zeigefinger. Kaum jemand vermittelt das
Biffy Clyro – A Celebration Of Endings
Let’s take the road back to weird city! Nach dem zahmen „Ellipsis“ treten Biffy Clyro ein paar Schritte zurück, rutschen auf dem saftigen Fladen aus, den die Pop-Industrie zuvor gesetzt hat, und landen mit dem Po nahezu elegant auf der bereits beigelegten Picknickdecke: Punktlandung. Komische Metapher? Passt ja ganz hervorragend zu Album Nummer acht der Rock-Olymp Schotten!
Denn, dass das Trio um den Sympathie-Bolzen Simon Neil nahezu alles richtig macht, liegt vorrangig an einem: Man erlaubt sich als Band wieder, … Weiterlesen
Maxim – Grüne Papageien
„Muss ich erst auf die harte Tour lernen wie man loslässt/ Weil ich allmählich glaube, dass ich das gar nicht kann /Und so komm ich doch nie irgendwo an“
Vom Reggae zum Pop, zu nachdenklichen, teils sehr düsteren Texten. Wenn man in der Öffentlichkeit über Sänger Maxim redet, dann nicken die meisten ganz begeistert und geben Sätze von sich wie „Ach ja, das ist doch der Sänger von „Meine Soldaten“, oder?“ Ja, richtig. Aber halt nicht nur! Bereits im Jahr … Weiterlesen
Daily Thompson – Oumuamua
Die Kunst auf dem Artwork lädt schon zum Träumen ein: Eine Art Meteorit (oder Raumschiff?) passiert gerade eine gigantische Wolke im All. Womöglich ein kurzer Ausschnitt einer langen Reise. Getränkt ist das Ganze in eine wunderbar subtil gehaltene und gleichzeitig geschmacksvolle Farbpalette. In gleichem Maße geht von dem Kunstwerk ein angenehmer Retro-Hauch wie auch etwas Zukunfts-Sehnsucht aus. Insgesamt vermittelt das Cover-Artwork eine ziemlich gute Idee von dem, was auf dem Album zu hören ist.
Trocken, schwer und nostalgisch, vor allem
… WeiterlesenOsi And The Jupiter – Appalachia
Bei der Betrachtung des Coverartworks kommt schnell die Idee auf, dass es sich hierbei um nihilistischen Aussteiger-Black-Metal handeln könnte. Diese EP teilt sich tatsächlich Einiges mit verschiedenen Black-Metal-Ströumgen. Jedoch sind es nicht die Blastbeats und Blutkehlen. Der Titel kommt da schon eher zur Sache und verrät konkreter, worum es hier geht. Osi And The Jupiter thematisieren auf ihrer jüngsten EP ungebändigte Natur in ihrer reinsten Form.
Tagesanbruch in den Appalachen
Wie die aufgehende Sonne einen neuen Tag in den Appalachen … Weiterlesen
Crack Ignaz – Sturm & Drang
Weg mit der Rationalität, lang lebe die Emotion! Ganz getreu Herders einflussreichem Mantra – „Die Stimme des Herzens ist ausschlaggebend für die vernünftige Entscheidung“ – richtet Crack Ignaz sein viertes Solo-Album „Sturm & Drang“ nach den Signalen, die seine Intuition und seine Gefühle ihm vermitteln. Ein konzeptuelles Rap-Album über die Liebe: Darf das vor Kitsch triefen?
Die Antwort Ignaz’ lautet eindeutig: Ja! Getreu der Anti-Traditions-Haltung der literarischen Gattung des Sturm und Drang wendet sich der Österreicher deshalb gegen … Weiterlesen
The Neptune Power Federation – Can You Dig Europe
Ihre Europatour mussten die australischen Okkultisten zwar aufgrund der Corona-Pandemie verschieben, die extra für diese Tour aufgenommene seven-inch veröffentlichen sie trotzdem. The Neptune Power Federationen bringen vier nette Cover-Songs raus, die garantiert gegen schlechte Laune in Zeiten der Einsamkeit und Isolation helfen. Dabei nehmen sie sich direkt zwei Bands aus dem Rock-Olymp vor. Um genauer zu sein spielt das Quintett jeweils zwei Stücke der Hard-Rock-Ikonen Rainbow und Stadionrock-Giganten Queen. Vier Songs auf gut 16 Minuten, insgesamt eine nette EP.
Lang
… WeiterlesenZugezogen Maskulin – 10 Jahre Abfuck
„Mach’s doch wie vorher!“, fordert eine Männerstimme. Ein verwaschenes Instrumental setzt ein. Anschließend scharfe Drums. Moritz Wilken aka Grim104 berappt den legendären Auftritt seiner Gruppe zum dreißigjährigen Mauerfall-Jubiläum. Im Publikum: Angela Merkel. Auf der Bühne marschieren die zwei Rapper mit als Maschinenpistolen modellierten CO2-Kanonen umher. Buh-Rufe. Dann dreht Wilken die Zeit zurück: Was ist eigentlich in der schnelllebigen letzten Dekade – der Spanne seit der Bandgründung von Zugezogen Maskulin – in Gesellschaft und Politik passiert? Die Antwort … Weiterlesen
Alanis Morissette – Such Pretty Forks In The Road
Corona hindert Künstler daran, Musik zu machen? Das mag teilweise mit Sicherheit stimmen – doch Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regeln. Alanis Morissette hat dieses Jahr ordentlich was zu feiern. 25 Jahre ist ihr internationales Debütalbum „Jagged Little Pill“ nun alt und bis heute Platz 11 der bestverkauften Alben aller Zeiten weltweit. Das sollte eigentlich auch mit mehreren Liveauftritten zelebriert werden. Die können bekanntlich nicht stattfinden, dafür gibt es seit Ende Juni das Re-Issue (lest HIER nochmal unsere Rezension) mit einem … Weiterlesen