Jahresrückblick 2020: Yvonne

Yvonne Jahresrückblick 2020

Wir sind uns wohl alle einig, dass 2020 nicht das beste Jahr gewesen ist.

Statt sich auf all die negativen Aspekte zu konzentrieren, möchte ich in meinem Rückblick aber lieber das Positive hervorheben. Für mich persönlich war 2020 tatsächlich ein sehr gutes Jahr, in dem ich viele Meilensteine in meinem Leben erreichen konnte. Zudem habe ich – quasi als Nebeneffekt der Pandemie – alte, kreative Hobbies wiederbelebt und nach einem eher schwachen Musikjahr 2019 meine Freude an der Musik wiedergefunden .

In diesem Jahr konnten mich erstaunlich viele Alben und Songs begeistern, aber auch einige Künstler:innen und ein ganz neues Genre in ihren Bann ziehen. In diesem Sinne: hey ho, let’s go!

Meine Song-Highlights 2020

Dein Jahr mit Nudeln und Klopapier“ fasste Spotify meine Jahrescharts vor ein paar Wochen lustigerweise zusammen. Eine insgesamt ganz treffende Beschreibung für die Pandemie-geprägten Monate, auch wenn hier eigentlich nur die Quarantäne-Ballade „Nudeln und Klopapier“ von Antilopen Gang-Mitglied Danger Dan gemeint war. Ebenso maßgeblich für meinen Start ins neue Jahr war aber auch der Ohrwurm „I Miss Having Sex But At Least I Don’t Wanna Die Anymore“. Diesen hatten die Pop-Punker von Waterparks bereits 2019 veröffentlicht, doch erst in diesem Jahr fand er seinen Weg in meine Playlist. Im Frühling war es dann vor allem der Lockdown-Hit „Zuhause“ von Fatoni, Juse Ju, Mauli und Panik Panzer, der die Quarantäne musikalisch untermauerte. Außerdem veröffentlichte meine Lieblingssängerin Delta Goodrem ihre neue Single “Keep Climbing“, die ebenfalls sehr gut ins aktuelle Geschehen passte.

Doch auch abseits der ganzen Corona-Thematik gab es zum Glück einige musikalische Highlights: so verliebte ich mich zum Beispiel sehr in die neue Leoniden Single „L.O.V.E.“ und entdeckte durch Zufall in einer Spotify-Playlist Ryan Caraveo mit seinem melodischen Indierap-Song „Peanut Butter Waffles“. Zum Ende des Jahres liefen dann vor allem zwei Songs auf Repeat: zum einen meine Umzugshymne „Man’s World“ von MARINA (aka Marina And The Diamonds) und zum anderen die Gänsehaut-Ballade „Paralysed“ von Ex-Counterfeit-Frontmann Jamie Bower. Einige weitere Songs (“Kranich Kick“, “Wenn die Party vorbei ist“, “Dynamite“, etc.) lasse ich an dieser Stelle mal außen vor, da sie später noch in einem anderen Kontext auftauchen werden. (Man merkt, an dieser Stelle könnte ich vermutlich bereits eine ganze Compilation füllen!)

Meine Album-Highlights 2020

Wenn die Lieblingsband gleich zwei neue Alben in einem Jahr veröffentlicht, müssen diese natürlich auch entsprechend gewürdigt werden: so erschien im Januar mit „Abbruch Abbruch“ das dritte Studioalbum der Antilopen Gang (Rezension hier), das für mich alle Erwartungen erfüllte und diese Dank seiner musikalischen und thematischen Vielfalt sogar übertraf. Angetrieben von Quarantäne und Lockdown veröffentlichten die Antilopen im Herbst schließlich ein weiteres Album: „Adrenochrom“ (Rezension von Lukas). Die Songs, die mit ihrem Mixtape-Charakter eher an ältere Veröffentlichungen der Gang erinnern, befassen sich vor allem mit der Problematik und der musikalischen Vernichtung von Querdenkern und Impfgegnern. Beide Alben liefen 2020 bei mir rauf und runter – je nach Stimmung eher das emotional durchwachsene “Abbruch Abbruch” oder ansonsten “Adrenochrom” zum Abschalten.

Unterbrochen wurde meine Antilopen-Dauerrotation Anfang des Jahres vor allem vom Hamilton Soundtrack. Nachdem ich das Kult-Musical kurz vor der Pandemie noch in London gesehen hatte, lief vor allem die erste CD des Hip-Hop und R’n’B-geprägten Soundtracks in Dauerschleife. Songs wie “Non-Stop” erwiesen sich dabei aber auch als äußerst hartnäckige Ohrwürmer… An wem Hamilton in diesem Jahr vorbeigezogen ist, sollte sich unbedingt noch das Broadway-Recording auf Disney+ ansehen!

Aus dem gleichen Genre wie die Antilopen und der Hamilton Soundtrack entspringt auch Rapper Juse Ju, der in diesem Jahr mit seinem Album „Millennium“ eine musikalische Biografie seiner Zwanziger veröffentlichte (die Rezension dazu gibt es hier). Vor allem die Singles „Kranich Kick“ und „Claras Verhältnis“ ließen das Album regelmäßig zurück in meine Playlist wandern, sodass am Ende sogar meine Mutti einige der Songs textsicher mitrappen konnte.

2020 sollte DAS Jahr für Provinz werden: Debütalbum, erste große Tour, Festivalauftritte und der ganz große Durchbruch. Tatsächlich schaffte es die Band aus Ravensburg trotz der Pandemie, einige Punkte dieser Liste erfolgreich abzuhaken. Dem Album „Wir bauten uns Amerika“ konnte ich anfangs nur mittelmäßig viel Begeisterung entgegen bringen (siehe Rezension hier), doch je häufiger ich die melancholischen Melodien des Albums hörte, desto mehr lernte ich Songs wie „Tanz für mich“ und „Wenn die Party vorbei ist“ zu lieben. Fazit: Großartige Platte!

Meine Konzert-Highlights 2020

Irgendwie scheint es absurd, in diesem Jahr seine Konzert-Highlights Revue passieren zu lassen. Glücklicherweise konnte ich in den ersten Monaten jedoch noch einige Konzerte besuchen – unter anderem die „Abbruch Abbruch“ Tour zum gleichnamigen Album der Antilopen Gang. Hierbei entpuppte sich vor allem das Konzert im Substage in Karlsruhe Dank meiner großartigen Begleitung, der kleinen Location und diversen Fails als erinnerungswürdiges Konzerthighlight.

Während des Sommers wurden dann die verschiedensten Corona-konformen Hygienekonzepte aus dem Boden gestampft. Anfangs fanden die meisten dieser neuartigen Shows im Auto statt (einen Bericht dazu findet ihr hier) – dass ich hier Dank gebrochenem Fuß dennoch Fatoni & Special Guests, sowie Die Orsons in Bonn erleben konnte, verdanke ich vor allem meiner liebsten Freundin und Coronakonzert-Begleitung Andrea. ♥ Doch irgendwie kam bei den Auto- und Sitzkonzerten nur selten eine wirklich ausgelassene Stimmung auf. Deshalb war es vor allem das Konzert von Die Orsons in Mainz, das in diesem Sommer ganz besonders in Erinnerung geblieben ist. Hier gab es zwar auch eine Bestuhlung, aber im Laufe der Songs durfte man sich von seinen Klappstühlen erheben und an seinem Platz mitsingen und tanzen. Es klingt völlig absurd, doch die Möglichkeit, endlich wieder ein Konzert mit Bewegung zu erleben, löste an diesem Abend ein unglaubliches Glücksgefühl aus, und machte noch einmal deutlich, wie sehr man das Privileg von regelmäßigen Livekonzerten bisland oftmals nicht zu schätzen wusste.

Das schönste Corona-Konzept lieferte in diesem Jahr aber wohl Landstreicher Booking mit seinen Picknickkonzerten. Auf festen Plätzen mit seinen Picknickdecken, Snacks und Freunden im Gepäck, fühlten sich Shows wie Faber oder Provinz fast schon noch einem normalen Festivalauftritt an. Hier konnten mich Provinz nach dem grandiosen Album dann auch von ihrer herausragenden Live-Qualität überzeugen.

Meine Neuentdeckung 2020

Dass sich Provinz als Newcomer in diesem Jahr einen dauerhaften Platz in meinem Herzen gesichert haben, erwähne ich an dieser Stelle nur noch kurz.

Dank Andrea konnten sich auch Rikas einen neuen und wohlverdienten Platz in meinem Herzen erspielen. Mit ihren Corona-konformen Konzerten und dem außergewöhnlichen Sound lieferte die Stuttgarter Band für mich den Soundtrack – und die Ohrwürmer – des Sommers.

Die größte Neuentdeckung in diesem Jahr war für mich aber tatsächlich ein ganzes Genre: K-Pop! In der Vergangenheit hatte ich zwar immer mal wieder einige Berührungspunkte mit der gehypten Musik aus Korea gehabt, doch erst 2020 sprang der Funke vollkommen über. Vielleicht lag es daran, dass man in diesem Jahr etwas mehr Zeit gefunden hat, sich mit neuen Themen auseinanderzusetzen und sich dadurch auch in noch unbekannten Gebieten weiterzubilden. Ich lernte in diesem Jahr, dass es mehr gibt als nur BTS (Bericht zu BTS hier), dass K-Pop stark von Rapmusik gezeichnet wird und die Idols sich mit ihrem Look oftmals von toxischer Maskulinität abheben. Außerdem bewiesen K-Pop Fans weltweit ihr politisches Engagement, als sie unter anderem gemeinsam auf twitter einen rechten Hashtag im Rahmen der #BlackLivesMatter Bewegung lahmlegten. Musikalisch stachen für mich im K-Pop Genre gleich mehrere Bands heraus: so lieferten BTS mit “Dynamite” eine international erfolgreiche Radiohymne, bei der es einige Zeit dauerte, bis mir klar wurde, dass das K-Pop und nicht Bruno Mars ist, Stray Kids faszinierten mich vor allem mit der Power in ihrem Rap und ihren Choreografien, Blackpink bewiesen, dass sie zurecht die erfolgreichste Girlband aus dem Genre sind, TXT zeigten sich quasi als die Nachfolger von BTS und WayV überzeugten mich als chinesischsprachige Band und Sub-Group der Formation NCT. Wow.

Ansonsten zählten die australische Indie-Pop Künstlerin G-Flip, die britische Alternative-/Electronic-Musikerin Bishop Briggs (Danke Julia für deine Empfehlung und Rezensionen), sowie der amerikanische Hip-Hop/R&B/Soul-Sänger blackbear zu meinen Neuentdeckungen des Jahres!

Mein Flop 2020

Zwei Alben, auf die ich mich lange gefreut hatte, konnten mich 2020 jedoch nicht begeistern: Zugezogen Maskulin veröffentlichten ihre neue Platte “10 Jahre Abfuck” (hier die Rezension von Jonas). Lobte und verehrte ich das Vorgängeralbum 2018 noch in den Himmel, so konnte mich das neue Werk so gar nicht begeistern. Nicht einmal unser Auftritt im werbefinanzierten Musikvideo konnte mich über die teilweise plumpen Formulierungen und nervigen Beats hinwegtrösten.

Ebenfalls enttäuschend: das neue Album von Woodkid (hier unsere Doppel-Review). Sieben Jahre hatte ich auf das Nachfolgewerk des französischen Musikers gewartet. Das Album ist keine Vollkatastrophe geworden, aber es konnte dennoch für mich nicht an die Genialität des Vorgängers anknüpfen.

Mein Versäumnis 2020

 

Anders als im letzten Jahr konnte ich mich 2020 wieder viel mehr für neue Musik begeistern. So sehr, dass ich bestimmte Alben oder Songs oftmals immer und immer wieder auf Repeat hören musste. Dabei sind leider einige andere Platten auf der Strecke geblieben, denen ich nicht die Aufmerksamkeit schenkte, die ihnen eigentlich zugestanden hätte – quasi mein Versäumnis 2020. Hierzu zählt vor allem das neue Enter Shikari Album “Nothing Is True & Everything Is Possible” (Jonas’ Rezension gibt es hier). Eigentlich zählen Shikari schon lange zu meinen absoluten Lieblingsbands und auch die neue Platte ist absolut großartig geworden, dennoch schaffte sie es nur wenige Male in meine Playlist – keine Ahnung, warum. Gleiches gilt für das neue – langersehnte – ärzte Album! (Rezension ebenfalls von Jonas)

Versäumt habe ich ebenfalls den gesamten Hype um die neuen Alben von Dua Lipa (Doppel-Rezension hier) und Taylor Swift (ha, dazu haben wir gar keine Rezension! Ist wohl nicht nur an mir abgeprallt 😀). Irgendwie fehlte mir schlichtweg die Motivation, mich mit diesen Releases näher auseinander zu setzen, aber vielleicht hole ich das im nächsten Jahr noch nach.

Meine Vorfreude auf 2021

Die wiederbelebte Freude an der Musik lässt auch die Vorfreude auf 2021 erblühen:

Nach einigen Single-Releases wird es im kommenden Jahr hoffentlich ein neues Album der australischen Sängerin Delta Goodrem geben, deren Musik seit Jahren einen ganz besonderen Stellenwert für mich trägt. Außerdem wird Rapper Hartmann sein Debütalbum veröffentlichen, nachdem er in der Vergangenheit meist eher als Back-Up für Gossenboss mit Zett unterwegs gewesen ist. Man darf gespannt sein, wie sich das anhören wird!

Auch wenn wir alle noch immer ganz gespannt auf neue Musik von My Chemical Romance warten, steht das krasseste Comeback für 2021 schon fest: meine Jugendheldinnen Vanilla Ninja melden sich nämlich mit neuer Musik zurück! Und wer weiß? Vielleicht bekommen wir auch endlich etwas Neues von Kraftklub zu hören (bitte!).

Einen guten Rutsch ins neue Jahr und vielen Dank für’s Lesen 🙂

xx

Die Rechte der Beitragsbildcover liegen bei Frisbee Records (Kytes), Beton Klunker Tonträger (Blond), Jkp (Antilopen Gang), Universal Music (Dua Lipa), Eklat Tonträger (K.I.Z), Bmg Rights Management (Dance Gavin Dance, Kvelertak), SO Recordings (Enter Shikari), Warner Music (Provinz, Hayley Williams), Smi Col (Bury Tomorrow), The Orchard (Hurts), No Sleep Records (Hot Mulligan), Epitaph (Touche Amore), Sony Music (Little Mix, Zugezogen Maskulin).

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