Musikalischer Jahresrückblick 2025: Alina

Und schon wieder ist ein Jahr vorbei. Dieses war definitiv nicht meins, was sich enorm in meinem Hörverhalten widergespiegelt hat. Ich habe vermehrt zu älteren Songs gegriffen, in den großen Nostalgie-Momenten geschwelgt und mich ziemlich schwergetan, mich auf neue Musik einzulassen. Nichtsdestotrotz gab es so einige musikalische Highlights, die dieses Jahr für große und kleine Lichtblicke gesorgt und mich begleitet haben. Das sind Folgende:

Top 10 Alben

  1. Miley Cyrus – Something Beautiful

So I’ll say my goodbyes to the earthly delights. While my perfect eden goes down in flames. I’m eaten alive by the mouth of a monster. While fearlessly callin‘ out your name

2010 haben eine Freundin und ich Briefe an Miley Cyrus geschrieben, mit ihrem Gesicht war die Hälfte der Wände meines Zimmers beklebt und mein Papa sprach vom Untergang meines Musikgeschmacks. 2025 läuft Miley Cyrus noch immer bei mir. Mittlerweile hat sich ihre Musik natürlich deutlich weiterentwickelt und genau das zeigt sie auch auf „Something Beautiful“. Heilen steht hier ganz groß im Vordergrund und Miley macht ihr eigenes Ding. Genau deswegen funktioniert das Album so gut und hebt sich ziemlich vom Radio-Pop ab.

  1. Perrie – Perrie

Time and time, I’ve tried and tried to see the best in you. But no use. When you see my red as blue. We’re on different pages, so there’s nothing I can do. Me and you. In the same placе, different view

Ich bin noch immer ein wenig wehmütig, dass die Band Little Mix eine Pause einlegt. Und trotzdem habe ich mich auf die Solo-Projekte der einzelnen Bandmitglieder gefreut. Während mich Leigh-Annes Musik gar nicht abholt und Jades neue Musik mir ein Stück weit zu experimentell ist, bin ich letztendlich wieder bei Perrie gelandet. Die, dürfte man es sich aussuchen, schon immer mein Liebling in der Band war. Perrie ist Little Mix vom Sound her am meisten treu geblieben, was auch ihrer gigantischen Stimme zugutekommt. Die strahlt auf ihrem Debütalbum enorm. Auch wenn es einige Längen hat und Perrie sich dort nicht neu erfindet, sind die Songs catchy und erinnern an die guten alten Little Mix-Zeiten. Was will man mehr?

  1. Alex Warren – You’ll be alright, kid

I’m so used to getting damaged. And you know I hate this part. So, I gotta take advantage. Of a fully-broken heart. Won’t you stay a little longer. Even if it’s all pretend? And maybe by the mornin‘. I’ll be ready for the end

Gäbe es für Bücher Soundtracks, dann wäre „Ordinary“ von Alex Warren mit Sicherheit der von „Fourth Wing“. Der Song passt unfassbar gut zum Setting und zur Liebesgeschichte. Das fand nicht nur ich, sondern ganz BookTok, weswegen Alex Warren gefühlt über Nacht zum Star wurde. Dass der Amerikaner noch einiges mehr draufhat, bewies er mit seinem Debütalbum „You’ll be alright, kid“. Gerade weil Alex Warren schon so viel in seinem Leben mitgemacht hat, klingen die Songs sehr reflektiert, teils ein wenig wie Therapiestunden, immer nahbar, niemals einfältig. Das geht tief unter die Haut und sorgt für etliche Gänsehautmomente.

  1. Moncrieff – Maybe It’s Fine

Why is tomorrow always something to make better than yesterday? I’m sick of change afraid of staying the samе. Cuz I’m drowning all the time. So heavy this wеight of mine.

Ich habe Moncrieff vor einigen Jahren als Vorband von The Script gesehen und war von seinem Album „selfcare“ absolut begeistert. Genau das führt er auch auf „Maybe It’s Fine“ fort. Der Sänger hat eine unglaubliche Stimme, die Songs erzählen eine Geschichte und sind catchy. Moncrieff bringt den Hörer:innen auf dem Album die verschiedenen Versionen seiner Selbst näher, was zeitweise schmerzhaft scheint, an anderen Stellen aber auch gute Laune macht.

  1. Montez – Sommerregen EP

Wenn das hier ein Überfall auf mein Herz ist. Dann nimm alles, was du tragen kannst, mit. Ich fahr‘ sogar den Wagen für dich. Weil es nur in deiner Hand irgendwas wert ist. Ich hab‘ nur auf dich gewartet. Ich will das gar nicht wiederhaben.

Hat man meine Rezension zu „Sommerregen“ von Montez gelesen, könnte die Frage aufkommen, warum diese EP es in meine Top 10 geschafft hat. Ich war beim ersten Hören etwas enttäuscht von „Sommerregen“, weil mir die Tiefgründigkeit der Songs gefehlt hat. Aber vielleicht soll genau das so sein bei einer Sommer-EP. Denn gerade für dieses Gefühl der Leichtigkeit hat Montez tolle Songs kreiert. Besonders „Wir tanzen den Regen weg“ hat es mir angetan. Montez hatte die Idee zum Song beim San Hejmo Festival 2024, wo es während des Konzertes ziemlich geregnet hat. Wie wir mit in der Menge waren und tatsächlich den Regen weggetanzt haben, hat der Song umso mehr eine schöne Bedeutung. Rauf und runter lief bei mir auch „4 Life“, das ich erst auf der Tour so richtig für mich entdeckt habe und das genau das Gefühl der Platte transportiert: gute Laune.

  1. Kelsea Ballerini – Mount Pleasant EP

Did I miss it? By now, is it. A lucid dream? Is it my fault. For chasing things a body clock. Doesn’t wait for? I did the damn tour. It’s what I wanted, what I got. I spun around and then I stopped. And wonder if I missed the mark.

Ich habe Kelsea Ballerini damals durch Zufall entdeckt und war überrascht, dass die vermeintliche Country-Musik viel weniger Country und vielmehr Singer-Songwriter-Skills sind. Ähnlich wie bei ihrer EP „Penthouse“ bringt die Sängerin auch auf „Mount Pleasant“ ihre ungeschönten Gedanken aufs Papier, lässt sehr tief blicken und schafft damit Songs, die unter die Haut gehen. Sie lässt jedes Mal aufs Neue die Musik für sich sprechen und das klingt ziemlich gut!

  1. Nina Chuba – Ich lieb mich, ich lieb mich nicht

Mama sagt, sie glaubt, ich weiß jetzt, wie das alles funktioniert. Aber ich meld‘ mich, wenn ich wein’n muss, immer noch zuerst bei ihr. Ich hab‘ Angst vor dem Alleinsein, Mitte zwanzig, um halb vier. Und kann dich einfach nicht vergessen, kommst du heute noch zu mir?

Spätestens seit „Fata Morgana“ ist Nina Chuba in all meinen Playlists vertreten. Und das, obwohl ich wirklich kein allzu großer Fan von „Wildberry Lillet“ war. Mit „Ich lieb mich, ich lieb mich nicht“ hat sich die Sängerin meiner Meinung nach enorm weiterentwickelt und ein grandioses Album kreiert. Mein absolutes Highlight ist dabei „Unsicher“, das gerade durch seine Nahbarkeit heraussticht. Nina Chuba wird in ihren neuen Songs zur Stimme einer ganzen Generation, zwischen Unsicherheiten und Power-Hymnen. Grandios ist auch „Wenn das Liebe ist“, bei dem sie stimmlich voll und ganz überzeugt.

  1. JoJo – NGL EP

This time, I’ll let things be. Can’t open new doors with old keys. It’s time I forgive me. Forgive me

JoJo gehört, seitdem 2004 „Leave (Get Out)“ herauskam, zu meinen absoluten Lieblingssängerinnen. Selbst als sie jahrelang wegen eines Rechtsstreits keine neue Musik veröffentlichen durfte, diese aber im Internet geleakt wurde, habe ich mir aus den Songs eigene JoJo-Alben zusammengebastelt. Mit „NGL“ hat sie eine kurze, aber sehr schöne EP herausgebracht. Man hört auf den einzelnen Tracks, dass sie sich ausprobiert und endlich ihr eigenes Ding macht. Stimmlich gehört JoJo meiner Meinung nach zu den besten Stimmen dieser Welt, und das zeigt sie auch auf der EP eindrucksvoll. Vor allem in Kombi mit ihrer im vergangenen Jahr erschienenen Biografie sind die einzelnen Songs lyrisch super, denn JoJo lässt tief in ihre Gefühlswelt blicken.

  1. Damiano David – Funny Little Fears

I crashed my car, oh baby, I was flying. And I talk to God, He couldn’t get me higher. Than the first time we met. There’s nothing like the first time, the first time we met.

Obwohl der ESC jedes Jahr ein Highlight für mich darstellt, ist die Musik von Måneskin komplett an mir vorbeigegangen. Ist einfach nicht mein Genre. Umso erstaunter war ich, als ich zum ersten Mal „The First Time“ von Damiano David hörte und quasi schockverliebt in diesen Song war. Genauso ging es mir auch mit den anderen Songs auf „Funny Little Fears“. Entgegen all der Kritik finde ich, dass Damiano David die Pop-Sparte enorm gut steht. Die Songs sind kreativ, tiefgehend, abwechslungsreich und vor allem ziemlich echt und nahbar. Ein großartiges Pop-Album von einem ebenso großartigen Künstler.

  1. Madeline Juno – Anomalie Pt. 1

Die Narben, die ich von dir hab‘, verschweig‘ ich doch nicht. Wenn mich jemand fragt, warum hab‘ ich diese Art. Dass vertrauen immer noch schwerfällt und ich lieber gar nichts sag‘. Komm mir besser nicht zu nah, leg‘ die Rüstung nie ganz ab. Dann sag‘ ich: „Das hast du aus mir gemacht“

Gut, meine Top 1 sollte keine Überraschung sein. Auch dieses Mal hat mich Madeline Juno mit ihrem neuen Album „Anomalie Pt. 1“ absolut geflasht. Vielleicht liegt es daran, dass ich mit der Musik mitgewachsen bin, vielleicht auch, weil wir gleich alt sind und uns in ähnlichen Lebensphasen befinden. Die Songs sind für mich jedes Mal aufs Neue wie ein Safe Space, weil Maddie so viele Themen besingt, zu denen ich relaten kann. Genau deswegen haben viele ihrer Songs eine tiefe Bedeutung für mich, weil sie mich schon durch viele Phasen begleitet haben. Es ist schonungslos ehrlich und die Songs gehen unter die Haut. Gerade „Schlimmster Mensch der Welt“ ist einer dieser Songs, in denen ich mich besonders wiedergefunden habe. Das Album hebt sich ab, weil es eben kein Radio-Pop ist, eine gewisse Leichtigkeit mit sich bringt, gleichzeitig aber schonungslos ehrlich ist und unter die Haut geht.

NEUENTDECKUNG DES JAHRES

Olson

Man sagt, alle Risse heil’n mit der Zeit. Neuanfang ist nicht so leicht

Zugegeben: Eigentlich hätte ich Olson schon viel früher auf dem Schirm haben müssen. Dutzende meiner Lieblingssongs, etwa von Esther Graf oder Montez, stammen aus der Feder des Singer-Songwriters. Nur wusste ich das halt nicht. Bis mich ein Freund mit Worten à la „Du hörst doch gerne so Herzschmerz-Musik“ auf die „Hier deine Blumen“-EP aufmerksam machte und ich gar nicht anders konnte, als hinzuhören. Seitdem habe ich sämtliche Lieder von Olson das gesamte Jahr über rauf und runter gehört. „112“ gehört zu meinen meistgehörten Songs des Jahres. Ebenso „Tränen auf Nikes“, „Nur An Dich“ und „Nie 4 Life“. Wie mir das vorher entgehen konnte? Keine Ahnung! Aber ich liebe den Sound, die Wandelbarkeit, Experimentierfreudigkeit und den Tiefgang in Olsons Songs. Nach dem Konzert in Köln noch viel mehr! In dem Sinne: Danke, Jannis, für den Tipp!

TOP-KONZERTE

  1. Montez, Lanxess Arena Köln
  2. Madeline Juno, Live Music Hall
  3. Esther Graf , Club Bahnhof Ehrenfeld
  4. Kayef, Junkyard Dortmund
  5. Damiano David, Palladium Köln
  6. Olson, Club Volta
  7. Nina Chuba, 1Live San Hejmo Festival
  8. Esther Graf, 1 Live San Hejmo Festival
  9. Clueso, 1Live San Hejmo Festival
  10. Hurts, RuhrCongress Bochum

LIEBLINGSSONGS außerhalb der Top-Alben

  • Clueso – Déjà vu
  • David J, Frawley – Always Be Us
  • Esther Graf – kippenlänge
  • Esther Graf – Was ich fühl
  • Gregor Hägele – Mama hatte immer recht
  • Jade – FUFN (Fuck You For Now)
  • Kayef – Du Mich Auch
  • Lea x Linda – Neuanfang (happy new year)
  • Lewis Capaldi – Survive
  • Madeline Juno – Pakt
  • Madeline Juno – Wärst du mir nie passiert
  • Mimi Webb – You Don’t Look At Me The Same
  • Montez – Herzensmensch
  • Picture This – Yours Forever
  • Sabrina Carpenter – Manchild

Rechte an den Albumcovern liegen bei Pure Noise Records/Spv, Embassy of Music/Tonpool, Atlantic/Warner, Interscope/Universal Music, Roadrunner Records/Warner, Redfield Records, Beton Klunker, Music for Nations/Sony Music, Post Atlantic/Cargo.

 

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